Berlin im Fokus: Sicherheitskonferenz der HWR diskutiert Kooperation, Kompetenzen und „Innere Sicherheit 2030+“
Welche Rolle spielen Kooperationen zwischen Staat und Wirtschaft? Welche Kompetenzen benötigen Sicherheitsakteure künftig – und wie lässt sich Resilienz in einer zunehmend komplexen Gefahrenlage stärken? Diesen Fragen widmete sich die Sicherheitskonferenz „Berlin – aber sicher!“ am 23. Juni 2026 an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin.
Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus statt und brachte Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft zusammen.
Kooperation als Schlüsselthema
Bereits zu Beginn wurde die Bedeutung abgestimmter Sicherheitsstrategien hervorgehoben. Staatssekretär Florian Graf (Chef der Senatskanzlei) betonte in seinem Beitrag die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und privaten Akteuren, um den vielfältigen Bedrohungslagen im urbanen Raum wirksam zu begegnen.
Kompetenzentwicklung im Wandel
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Anforderungen an Qualifikation und Ausbildung. Prof. Dr. Birgitta Sticher analysierte den aktuellen Stand sowie zukünftige Bedarfe in der hochschulischen Ausbildung von Polizei- und Sicherheitsfachkräften. Dabei stand insbesondere die Bedeutung sozialer und kommunikativer Kompetenzen im Fokus – Aspekte, die in komplexen Einsatzlagen zunehmend an Relevanz gewinnen.
Impulse aus der Praxis lieferten zudem Alumni der HWR, darunter Vertreter aus der Berliner Verwaltung, der Polizei sowie aus Unternehmen wie Deutsche Bahn und Richemont. Sie verdeutlichten, wie akademisch erworbenes Wissen in operativen Sicherheitskontexten Anwendung findet.
Forschung trifft Praxis: Resilienz und neue Bedrohungslagen
Im weiteren Verlauf präsentierte die Hochschule aktuelle Forschungsprojekte mit unmittelbarem Praxisbezug. Themen waren unter anderem:
- Schutz von Einsatzkräften vor Gewalt (SAGRE)
- Sicherheitskonzepte für personalarme Bahnhöfe
- Netzwerkorientiertes Krisenmanagement in Verwaltungen (EQuiP)
- Resilienz gegenüber digitaler Gewalt
- Risiken globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten
Die Bandbreite der Projekte spiegelte die zunehmende Verzahnung von physischer und digitaler Sicherheit sowie gesellschaftlicher Resilienz wider.
„Innere Sicherheit 2030+“: Politische Perspektiven im Dialog
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der inneren Sicherheit. Innenpolitische Sprecher von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke diskutierten zentrale Herausforderungen und prioritäre Handlungsfelder für die kommende Dekade.
Im Fokus standen unter anderem die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit, der Umgang mit neuen Bedrohungsformen sowie die Rolle von Technologie und Prävention.
Plattform für Dialog und Vernetzung
Mit ihrem interdisziplinären Ansatz bot die Konferenz nicht nur Einblicke in aktuelle Entwicklungen, sondern auch Raum für Austausch und Vernetzung zwischen den beteiligten Akteuren. Gerade diese Verbindung von wissenschaftlicher Analyse, politischer Debatte und praktischer Erfahrung erwies sich als prägendes Element der Veranstaltung.





















