Zutritt en passant mit Concierge-Eye: interaktionslos, berührungslos und schlüsselfrei

Inferics startete 2018 mit der Vision, Objekte intelligent zu machen: Dafür programmiert das junge Unternehmen KI-Algorithmen und integriert sie in Produkte. Über das Zutrittssystem „Concierge-Eye“ sprach GIT SICHERHEIT mit Geschäftsführer Prof. Dr. Norbert Link.

Herr Prof. Link, Sie haben das Zutrittssystem Concierge-Eye auf den Markt gebracht. Die Welt der Zutrittskontrolle ist groß und vielfältig - was ist das Neue an Ihrem System?

Norbert Link: Um genau zu sein, ist es eine KI-Gesichtserkennungseinheit mit Hochpräzisionskamera – ein Sensor. Das ermöglicht den Zutritt en passant, wie wir gerne sagen. Berührungslos und ohne Chipkarte oder andere Zutrittsschlüssel, also interaktionslos. Das ermöglicht ein recht futuristisches Zutrittsmanagement, wenn Sie sich bildlich vorstellen, was das bedeutet. Einfach gehen, Türen öffnen sich oder bleiben verschlossen, oder eine passende Meldung wird abgesetzt. Das beste Beispiel sind Serverräume, wo es nur einem bestimmten Personenkreis erlaubt ist, Zutritt zu erlangen. Aber auch alle Mitarbeiter einer Firma am Haupteingang, die ihre Arbeit aufnehmen wollen, können eintreten, inklusive Meldung ans Zeitmanagementsystem – einfacher geht‘s nicht.

Welche Vorteile hat es im Einzelnen zu bieten?

Norbert Link: Zutrittskontrolle und Zutrittsmanagement interaktionslos, berührungslos, schlüsselfrei. Es ist einfach in jedes System zu integrieren – so präzise, dass wir beim Benchmark-Datensatz „Labeled Faces in the Wild” 99,8% erreichen. Außerdem lässt sich Concierge-Eye nicht täuschen, wenn jemand versucht, mit einem Ausdruck oder einem digitalen Foto den Sensor zu hintergehen.

Geben Sie uns einen kurzen Einblick in die Funktionsweise des Systems?

Norbert Link: Concierge-Eye vergleicht Muster von „erlaubten“ Gesichtern mit denen, die er gerade live sieht. Der Kniff ist die Verwendung von Zahlenkolonnen, welche die Concierge-Eye-KI aus jedem Gesichtsausschnitt im Bild herleitet. Und zwar so, dass diese jeweils einmalig für jede Person sind. Die erlaubten Gesichtsmuster werden vorab auf dem Sensor gespeichert. Bei den Mustern handelt es sich wie gesagt um Zahlenkolonnen, die nicht als Bilder rekonstruiert werden können – das ist aus Datenschutzgründen sehr relevant. Die Erkennung arbeitet non-cloud-based.

Für welche Einsatzfelder ist das System besonders geeignet?

Norbert Link: Concierge-Eye ist eine Lösung für Zutrittskontrolle. Zusätzlich ist es integrierbar in Rufanlagen, Einsatzplanungssoftware, Beeper für die Pflegebranche, hilfreich bei Weglauftendenz in Pflegeheimen. Concierge-Eye können wir passend für fast jede Anwendung ausliefern.

Inferics ist noch ein sehr junges Unternehmen - 2018 gegründet. Es geht bei Ihnen kurz gesagt um Künstliche Intelligenz. Wer steht hinter dieser Gründung?

Norbert Link: Namentlich Jürgen Pollak, Christoph Schauer, Claus Wetzel und ich, sowie unsere Partnerfirmen Okosu und 3 Dvisionlabs aus Chmenitz, die u. a. Hochpräzisionskameras entwickeln. Später kam als internationaler Investor KKE aus Japan dazu.

Wie sieht Ihr derzeitiges und geplantes Portfolio neben Concierge-Eye aus?

Norbert Link: Unser zweites Produkt ist Patronu-Sens, ebenfalls ein Sensor mit unserem Algorithmus „Inferics platform“ und einer Hochpräzisionskamera, der Notfälle erkennt. Ursprünglich haben wir ihn für die Pflegebranche entwickelt – nun stellen wir aber weitere Anwendungsgebiete fest. Denn eigentlich ist er eine perfekte Ergänzung im Thema Arbeitsschutz. Da haben wir auch Anfang des Jahres einen Nobis-Arbeitsschutzpreis des Landes Baden-Württemberg gewonnen (2.Platz!). Wir bewegen uns mit unserer Kompetenz im Spektrum „Intelligent spaces“, also dem Intelligent machen von Räumen, Orten und Produkten zur Unterstützung des Menschen. Das ist uns wichtig.

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