15.04.2026 • Produkt

Hensec rät Firmen mit Werksgelände zur Drohnendetektion

Seit sich die Drohnensichtungen über Deutschland häufen und Flughäfen deswegen zeitweise geschlossen werden müssen, ist das Thema in aller Munde. Die Karlsruher Sicherheitsfirma Hensec erfährt eigenen Angaben zufolge eine „noch nie da gewesene“ Nachfrage nach Systemen zur Drohnendetektion von Unternehmen mit Werksgelände. Vor diesem Hintergrund informiert Hensec über die Hintergründe und aktuellen Entwicklungen, um das Drohnen-Geschehen besser einordnen zu können.

Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren von Nischenprodukten zu strategisch relevanten Technologien entwickelt. Laut Schätzungen der European Union Aviation Safety Agency (EASA) könnten bis 2030 rund 7 Millionen zivile Drohnen allein in Europa im Einsatz sein. Parallel entstehen hochentwickelte militärische Systeme, die Reichweiten von über 1.000 Kilometern, KI-gestützte Zielerkennung und Schwarmtaktiken ermöglichen. Der Markt soll nach Angaben der Researchfirma Markets and Markets weltweit bis 2027 auf mehr als 55 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Einsatzfelder reichen von der Infrastrukturinspektion über landwirtschaftliche Einsätze bis zu Such- und Rettungsmissionen. Gleichzeitig steigt das Risiko von Missbrauch. Bereits 2023 registrierten europäische Behörden mehrere Hundert sicherheitsrelevante Drohnenvorfälle in der Nähe sensibler Einrichtungen, darunter Regierungsgebäude, Energieanlagen und militärische Standorte. Hinzu kommt, dass viele Betreiber Kritischer Infrastrukturen inzwischen selbst Drohnen für Inspektionen oder den Werksschutz einsetzen – auch diese legalen firmeneigenen Drohnen müssen sauber identifiziert und in das Gesamtsicherheitskonzept integriert werden.

Neben staatlichen Akteuren nutzen Extremisten, kriminelle Gruppen und Einzelpersonen die Technologie zunehmend für Aufklärung, Schmuggel oder Sabotage. Angriffe auf Öl- und Gasinfrastruktur im Nahen Osten sowie Drohnenattacken im Ukraine-Krieg haben die Verwundbarkeit kritischer Bereiche verdeutlicht. Moderne Multicopter können Nutzlasten von mehreren Kilogramm transportieren, Reichweiten von über 20 Kilometern erreichen und selbst in Gegenden mit gestörtem GPS gut navigieren. Durch den Verzicht auf Funk-Aussendungen versuchen sie auch klassische Überwachungssysteme zu umgehen.

Drohnen im Überblick

Multirotor‑Drohnen (Quadrocopter, Hexacopter etc.) sind mit mehreren Rotoren ausgestattet, die das Schweben ermöglichen. Einfache Quadrocopter haben vier Rotoren; größere Hexa‑ oder Octocopter erhöhen die Stabilität und Traglast. Diese Drohnen können sehr präzise fliegen, in der Luft stehen bleiben und Kameras oder Sensoren tragen und sind daher ideal für Foto‑, Film‑ und Inspektionsaufgaben. 

Professionelle Modelle bieten oft Live‑Übertragung, GPS‑Autopilot und programmierbare Wegpunkte. Eine Unterkategorie ist der Helikopter‑Typ: Hier dreht ein großer Rotor wie bei einem Helikopter; einige Modelle können Nutzlasten bis zu fünf Kilogramm tragen.

Starrflügler (Fixed‑Wing‑Drohnen) haben Flügel wie kleine Flugzeuge und benötigen daher eine Startbahn oder ein Startkatapult. Sie fliegen effizienter als Multicopter und eignen sich für Langstrecken‑Missionen. Solche Drohnen können hohe Geschwindigkeiten und Reichweiten erzielen und damit große Flächen abdecken. 

Die Spannweite reicht von handlichen Seglern bis hin zu großen Flugsystemen mit mehr als vier Metern Spannweite; einige Starrflügler operieren in großer Höhe und können stundenlang über Zielgebieten kreisen. Diese Eigenschaften machen sie attraktiv für Langzeitaufklärung.

VTOL‑(Vertical Take‑Off and Landing)‑Drohnen kombinieren die Vorteile beider Welten: Sie starten und landen vertikal wie Multirotoren, gehen dann jedoch in den effizienten Starrflug über. Sie werden häufig für Vermessungs‑ oder Lieferaufgaben eingesetzt, da sie keine Startbahnen brauchen und längere Strecken zurücklegen können. Manche Systeme nutzen mehrere Energiequellen (hybrid), um die Flugzeit zu verlängern. Darüber hinaus hat der Trend zu eVTOL‑Lufttaxis (elektrische Senkrechtstarter für Passagiere) das Segment elektrischer Großdrohnen geöffnet; aber das ist ein anderes Thema.

Mikro‑ und Nano‑Drohnen sind besonders klein und leicht. Dank geräuscharmen Flugs können sie verdeckte Aufklärung durchführen. Solche Systeme lassen sich leicht unbemerkt einsetzen, um Gebäude zu erkunden oder sensible Bereiche zu filmen.

Drohnendetektion: die Kombination ist entscheidend

Mit der wachsenden Bedrohung rückt die Drohnenabwehr in den Fokus. Der erste Schritt besteht darin, Drohnen überhaupt zu erkennen und dabei zu identifizieren, um welche Art von Drohnen es sich handelt. Traditionelle betriebliche Sicherheitskonzepte reichen von physischer Sicherheit bis zu Cyberresilienz, vernachlässigen jedoch Spähangriffe aus der Luft. 

Das ändert sich gerade: Insbesondere von den Betreibern sogenannter Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) erhält Hensec zunehmend Anfragen nach Sicherheitskonzepten, die den Schutz vor Drohnenspionage umfassen. Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind bislang in Deutschland mehr als 2.000 KRITIS-Anlagen von über 1.100 Betreibern registriert. Mit dem jüngst verabschiedeten NIS-2 Gesetz werden nun an die 30.000 Unternehmen betroffen sein – und bei vielen davon handelt es sich um großflächige Einrichtungen.

Bei der Drohnendetektion sind zahlreiche Technologien zu unterscheiden. Radar- und elektrooptische Sensoren werden zunehmend durch KI-gestützte Mustererkennung ergänzt, die zwischen herkömmlichen Flugobjekten, Vögeln und Mini-Drohnen unterscheiden kann. Akustische Systeme erfassen typische Rotorgeräusche, während Funkanalyse die Steuerungsfrequenzen identifiziert. Diese Technologien sind besonders für den Schutz von Werksgeländen und kritischer Infrastruktur geeignet.

Bei Werksgeländen handelt es sich in der Regel um komplexe Umgebungen mit Gebäuden, Maschinen und möglichen Störquellen. So eignen sich Radarsysteme besonders für große Gelände mit offenen Flächen, um Drohnen frühzeitig zu erkennen. Passive Radaranlagen können durch Reflexionen Position, Richtung und Geschwindigkeit von Drohnen präzise ableiten. RF-Sensoren, die die Radiofrequenz (RF) zwischen Drohne und Steuereinheit aufspüren, werden zur gezielten Überwachung sensibler Bereiche wie Lagerhallen oder Forschungsanlagen eingesetzt. 

Kameraüberwachung hilft bei der Klassifizierung der Flugkörper, wobei nachts Infrarotkameras zum Einsatz kommen. In ruhigen Umgebungen können auch akustische Sensoren, also Mikrofone, hilfreich sein. Mithilfe von Mikrofonarrays und Machine‑Learning‑Algorithmen lassen sich Drohnen auch in lauter Umgebung erkennen.

Die Auswahl, Kombination und Platzierung der Sensoren muss abhängig von der firmenspezifischen Situation vor Ort erfolgen. Viele Systeme verwenden künstliche Intelligenz (KI), um Fehlalarme, die beispielsweise durch Vögel oder Flugzeuge verursacht werden, zu vermeiden. Durch die Kombination verschiedener Sensoren wird die Präzision und Erkennungswahrscheinlichkeit erhöht.

Business Partner

Logo:

hensec - secure solutions

Luisenstr. 56
76689 Karlsdorf-Neuthard
Deutschland

Kontakt zum Business Partner







Meist gelesen