27.05.2026 • News

BDSW: Sicherheitswirtschaft fordert entschlossene Reformen

Unter dem Leitmotiv „Sicherheit im Wandel – Verantwortung, Resilienz, Zukunft“ lud der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft Vertreter der Sicherheitswirtschaft, Politik, Behörden und Partnerorganisationen nach Berlin ein, um über die zukünftigen Herausforderungen für die innere Sicherheit, den Schutz Kritischer Infrastrukturen sowie die Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft in Deutschland und Europa zu diskutieren.

BDSW: Sicherheitswirtschaft fordert entschlossene Reformen
© BDSW | Thomas Imo – Photothek MediaLab

BDSW-Präsident Werner Landstorfer machte in seiner Rede deutlich, dass Sicherheit heute kein statischer Zustand mehr sei, sondern ein dynamischer Prozess, der Verantwortung, Resilienz und Zukunftsorientierung gleichermaßen erfordere. Angesichts geopolitischer Spannungen, hybrider Bedrohungen, technologischer Umbrüche und wachsender Anforderungen an den Schutz Kritischer Infrastrukturen komme der privaten Sicherheitswirtschaft eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Sicherheitsarchitektur Deutschlands zu.

Werner Landstorfer betonte, dass Sicherheit nur im engen Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gewährleistet werden könne. Die Sicherheitswirtschaft verstehe sich dabei als verlässlicher Partner der öffentlichen Hand. Verantwortung bedeute heute, Risiken frühzeitig zu erkennen, präventiv zu handeln und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. 

Im Mittelpunkt seiner Rede standen fünf Kernelemente der Sicherheitswirtschaft bzw. einer modernen und resilienten Sicherheitsarchitektur: Politik als verlässlicher Rahmen und strategischer Partner, Sicherheit als Kernauftrag zum Schutz von Menschen, Daten, Prozessen und Vertrauen, Kommunikation als Grundlage für Informationsaustausch und Krisenbewältigung, Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren als gelebte Public-Private-Partnership sowie Diversität als Stärke einer modernen und anpassungsfähigen Branche. 

Dabei unterstrich er insbesondere die Bedeutung funktionierender Netzwerke und vertrauensvoller Kooperationen. Sicherheit könne heute weder staatlich noch privat allein organisiert werden. Entscheidend sei das Zusammenspiel aller Beteiligten. „Wir sind besser zusammen“, lautete das zentrale Fazit seiner Rede.

Ein besonderes politisches Signal setzte der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer mit seinem Grußwort. Er hob die besonders wichtige Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft für die gesamte Sicherheit Deutschlands hervor. Die privaten Sicherheitsunternehmen seien längst ein qualitätsorientierter und unverzichtbarer Partner in der nationalen Sicherheitsarchitektur und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Resilienz von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

Dabei sprach sich Stephan Mayer ausdrücklich für die vom BDSW geforderten Reformen aus und unterstützte insbesondere die Forderungen nach einer Modernisierung des Bewachungsrechts, höheren und einheitlichen Qualitätsstandards, einer weiteren Professionalisierung der Aus- und Weiterbildung sowie einer engeren Zusammenarbeit zwischen staatlichen Sicherheitsbehörden und privaten Sicherheitsdienstleistern.

Auch die weiteren Referenten griffen zentrale Zukunftsthemen der Sicherheitswirtschaft auf. Florian Graf, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Berlin, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Sicherheitswirtschaft für die Sicherheits- und Veranstaltungsmetropole Berlin. Dr. Timo Hauschild, Abteilungsleiter Cybersicherheit in der Wirtschaft beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sprach über resiliente NIS2-Lieferketten und die steigenden Anforderungen an Cybersicherheit und Krisenvorsorge.

Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, thematisierte die Herausforderungen des Arbeitsmarkts und die Bedeutung verlässlicher wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Alexander Frank, stellvertretender Generaldirektor der CoESS – Confederation of European Security Services, beleuchtete die europäische Perspektive der Krisenvorsorge und die Rolle der Sicherheitswirtschaft innerhalb der europäischen Sicherheitsarchitektur.

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