22.06.2026 • News

Training Base Weeze fordert stärkere Einbindung privater Ausbildungsressourcen

Angesichts der deutlich verschärften Sicherheitslage in Deutschland fordert die Training Base Weeze (TBW), die Ressourcen und Kompetenzen der Privatwirtschaft künftig wesentlich stärker in die Aus- und Weiterbildung von Einsatzkräften einzubinden.

Training Base Weeze fordert stärkere Einbindung privater Ausbildungsressourcen
© Training Base Weeze

Die aktuelle Bewertung der Sicherheitslage durch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sowie die Beschlüsse der Innenministerkonferenz verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf. Deutschland befindet sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden in einer Phase erhöhter Bedrohung. Neben klassischen Gefahren rücken insbesondere hybride Bedrohungen, Cyberangriffe, Sabotage, Spionage, Desinformation, Drohnenlagen sowie Angriffe auf kritische Infrastrukturen in den Fokus. Gleichzeitig fordert die Innenministerkonferenz einen gemeinsamen Fahrplan zur Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit bis zum Jahr 2029.

„Die sicherheitspolitische Lage hat sich grundlegend verändert. Die Bedrohungen sind komplexer, vernetzter und dynamischer geworden. Daraus ergibt sich ein erheblicher Bedarf an realitätsnahen Ausbildungen, Vollübungen und Systemfunktionstests für Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Krisenstäbe“, erklärt Dr. Christian Endreß, Geschäftsführer der Training Base Weeze.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius fordert in diesem Zusammenhang resiliente Strukturen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Nach Auffassung der TBW kann dieses Ziel nur erreicht werden, wenn staatliche und private Ausbildungsressourcen konsequent gemeinsam genutzt werden. 

Die Training Base Weeze bringt bereits heute die Fähigkeit mit, komplexe Krisen- und Katastrophenszenarien realitätsnah abzubilden. Dazu gehören Übungen zu Ausfällen kritischer Infrastrukturen, hybride Bedrohungslagen, Krisenkommunikation unter eingeschränkten Bedingungen, Führungsarbeit unter Zeitdruck sowie die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Unternehmen und militärischen Unterstützungskräften.

Ein Beispiel hierfür ist der großangelegte Systemfunktionstest „WEEZE 26“ für die Schweizer Feuerwehr. Über 250 Führungskräfte trainierten in einer mehrtägigen Vollübung die Bewältigung einer kollabierten Infrastruktur mit zahlreichen parallelen Schadenslagen. Dieses Format zeigt, welche Anforderungen künftig an moderne Ausbildung und Einsatzvorbereitung gestellt werden.

Die Training Base Weeze sieht insbesondere in vier Bereichen einen steigenden Bedarf:

  • Systemfunktionstests für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement
  • Übungen zur zivilen Verteidigung und Resilienzsteigerung
  • Schnittstellenübungen zwischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Betreibern kritischer Infrastruktur 
  • Ausbildung und Übung der zivil-militärischen Zusammenarbeit

Deutschland benötige zusätzliche Übungs- und Ausbildungskapazitäten. Die staatlichen Strukturen allein würden den steigenden Anforderungen nicht gerecht werden können. Die Privatwirtschaft biete bereits heute leistungsfähige Einrichtungen, moderne Infrastruktur und spezialisiertes Know-how. Diese Potenziale müssten genutzt werden.

Die TBW appelliert daher an Bund, Länder und Kommunen, private Ausbildungs- und Trainingszentren künftig systematisch in die nationale Sicherheitsvorsorge einzubinden. „Die Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nur im Schulterschluss von Staat und Privatwirtschaft können wir die notwendige Resilienz aufbauen, um den Herausforderungen der kommenden Jahre wirksam zu begegnen“, so Dr. Christian Endreß.

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