26.01.2026 • Topstory

BASF eröffnet 2028 innovatives Gefahrenabwehrzentrum in Ludwigshafen: KI-Technologie für maximale Sicherheit am Standort

BASF in Ludwigshafen hat vor kurzem dem Grundstein für ein neues Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) gelegt. Hier werden künftig rund 130 Personen aus den Einheiten Werkfeuerwehr, Umweltüberwachung und Standortsicherheit sowie die integrierte Leitstelle aktiv sein. GIT SICHERHEIT sprach darüber mit Dr. Martin Kaller, der am dem 1. November 2025 die Leitung der neu gegründeten Einheit Emergency Response & Site Security am BASF-Standort Ludwigshafen übernommen hat. In seiner neuen Funktion verantwortet er die Werkfeuerwehr sowie die operative Standortsicherheit am Hauptsitz des Unternehmens.

Modernes Feuerwehrgebäude mit geöffneten Garagentoren und sichtbaren roten...
So wird das neue Gefahrenabwehrzentrum der BASF aussehen – 2028 soll es in Betrieb gehen
© BASF SE
Mittelalter Mann mit blauer Uniform der zwischen Einsatzautos steht
Dr. Martin Kaller ist Leiter der neu gegründeten Einheit Emergency Response & Site Security am BASF-Standort Ludwigshafen. Er ist verantwortlich für die Werkfeuerwehr sowie die operative Standortsicherheit am Hauptsitz des Unternehmens
© BASF SE

GIT SICHERHEIT: Herr Dr. Kaller, das neue BASF-Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) soll 2028 in Betrieb gehen. Wie wichtig ist die Entscheidung für ein solches Projekt für die Standort- und Unternehmenssicherheit bei BASF?  

Dr. Martin Kaller: Die Entscheidung für das Gefahrenabwehrzentrum ist ein strategischer Meilenstein für die Sicherheit der BASF. Ludwigshafen ist komplexer Standort mit rund 200 Produktionsanlagen, 33.000 Mitarbeitenden und einer Lage im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar. Mit dem GAZ schaffen wir eine zentrale Plattform, die alle nicht-medizinischen Gefahrenabwehrkräfte unter einem Dach vereint. Wir investieren hier in die Zukunftsfähigkeit des Standorts und in die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen, Nachbarn und Partner.

Wie wird die Verzahnung von Werkfeuerwehr, Umweltzentrale und Standortsicherheit im neuen Zentrum konkret aussehen?

Dr. Martin Kaller: Die Zusammenarbeit zwischen Werkfeuerwehr, Umweltzentrale und Standortsicherheit läuft bereits erfolgreich und wird im neuen Gefahrenabwehrzentrum noch enger verzahnt. Im GAZ ziehen rund 130 Spezialistinnen und Spezialisten aus den drei Kernbereichen sowie die integrierte Leitstelle zusammen. Diese Leitstelle bildet das Herzstück des Zentrums: Sie bündelt alle relevanten Informationen und koordiniert Einsätze in Echtzeit.

Welche Szenarien für Großschadenslagen wurden bei der Planung berücksichtigt?

Dr. Martin Kaller: Von Ludwigshafen aus werden die Einsatzmaßnahmen bei allen Lagen und Großschadensfällen bei BASF konzernweit gesteuert bzw. unterstützt. Entsprechend werden die zentralen Funktionsräume im neuen GAZ abgebildet. Die integrierte Leitstelle sowie der Lenkungsausschuss Gefahrenabwehr, die Technische Einsatzleitung und weitere Gefahrenabwehrfunktionen erhalten neu ausgestattete Krisenstabsräume und Labore.

Können Sie Beispiele dafür geben, mit welchen Technologien und Systemen das GAZ ausgestattet werden soll, um den steigenden Anforderungen an Gefahrenabwehr und Prävention gerecht zu werden? Wird es beispielsweise KI-gestützte Systeme geben?

Dr. Martin Kaller: Das neue Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) wird mit modernster Technik ausgestattet, um den wachsenden Anforderungen an Gefahrenabwehr und Prävention gerecht zu werden. Die Leitstelle entsteht nach den neuesten Erkenntnissen und technischen Standards und wird damit nicht nur den aktuellen Anforderungen entsprechen, sondern auch zukunftsweisende Technologien integrieren, um vernetztes Arbeiten und schnelle Reaktionsfähigkeit im Standard- und Krisenfall sicherzustellen. 

Wichtig ist für uns auch der Einsatz von KI-gestützten Systemen. Bereits heute nutzt die Umweltzentrale künstliche Intelligenz, um Bilddaten von Überwachungskameras auszuwerten und Fackeltätigkeiten sowie Emissionen automatisch zu erkennen. Ebenso kommen Assistenzsysteme zum Einsatz, die helfen, Ursachen von Emissionen im Abwasserbereich schnell zu lokalisieren und zu beheben. Auch die Standortsicherheit nutzt KI-unterstützte Systeme zum Perimeterschutz. Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an weiteren KI-Anwendungen, die unsere Effizienz steigern und die Sicherheitsarbeit verbessern sollen.

Inwieweit profitieren die Stadt Ludwigshafen und die Anwohner von der neuen Infrastruktur – etwa durch schnellere Informationswege oder erweiterte Schutzmaßnahmen?

Dr. Martin Kaller: Unser Ziel ist klar: Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden sowie der Menschen in Ludwigshafen und der Region hat höchste Priorität. Mit dem GAZ schaffen wir die Voraussetzungen für eine noch engere Verzahnung aller relevanten Funktionen, kürzere Informationswege und erweiterte Schutzmaßnahmen – für das Werk und für die Nachbarschaft.
Ein weiterer Vorteil des neuen Gefahrenabwehrzentrums liegt in der optimierten Infrastruktur für unsere Einsatzfahrzeuge. Größere Stellplätze und Ausfahrtstore ermöglichen ein noch sichereres Ausrücken. Zudem sorgt die Lage des Zentrums dafür, dass die Fahrzeuge im Einsatzfall nicht mehr über öffentliche Straßen fahren, sondern direkt vom Werksgelände starten können. Das reduziert nicht nur die Anmarschzeit, sondern auch potenzielle Risiken im öffentlichen Verkehrsraum

Business Partner

BASF SE

Carl-Bosch-Strasse 38
67056 Ludwigshafen
Deutschland

Kontakt zum Business Partner







KULTURGÜTER

Datenschutz und Kameraauswahl: Videoüberwachung im Museum

Datenschutz und Kameraauswahl: Videoüberwachung im Museum

Sicherheit für Kulturgüter ist - auch angesichts des Diebstahls im Pariser Louvre - ein wichtiges Thema. Dabei ist auch von Bedeutung: die Überwachung mittels Videotechnik. Was in Sachen Datenschutz zu beachten ist und welche Kameras sich gut eignen.

KULTURGÜTER

Sicherung für Kulturstätten

Sicherung für Kulturstätten

Oktober 2025: Spektakulärer Diebstahl im Pariser Louvre. Er rückt den Schutz von Kulturgütern in den Mittelpunkt des Interesses. Dazu gehört auch die Sicherung von Zugängen. Im nachfolgenden Praxisbeispiel geht es um die Dresdner Frauenkirche.

Meist gelesen