Sicherheit im Ernstfall: Wie Unternehmen mit strategischem Personenschutz und Amokprävention Verantwortung übernehmen
Daniel Lehner ist Leiter eines spezialisierten Personenschutzteams der Lufthansa Group, war zuvor über ein Jahrzehnt bei einem SEK tätig und berät zu Schutzkonzepten, operativen Sicherheitsstrukturen, Maßnahmen und Verhalten in Extremsituationen. In seinem Beitrag für GIT SICHERHEIT geht er der Frage nach, wie sich Unternehmen auf Angriffe, Amokläufe und direkte Bedrohung von Mitarbeitern vorbereiten können.

Die Vorstellung, dass es zu einem gezielten oder wahllosen Angriff auf ein Unternehmen, einem Amoklauf oder einer direkten Bedrohung einer Führungskraft oder Mitarbeiters kommen könnte, wirkt auf viele (Sicherheits-)Verantwortliche bzw. Entscheider nach wie vor weit entfernt – fast theoretisch, zumindest aber sehr abstrakt. Im Allgemeinen denkt man sich, die Polizei werde schon kommen – oder „Wir sind nicht relevant, bei uns passiert so etwas nicht…“.
Doch genau diese Annahme ist gefährlich. Denn aktuelle Vorfälle geschehen nicht in der Theorie, sondern im Alltag: Bei öffentlichen Veranstaltungen, in Bürogebäuden, auf Geschäftsreisen in Zügen oder in Parkhäusern.
Aus meiner Zeit als SEK-Beamter und heute Leiter eines spezialisierten Personenschutzteams im Unternehmensumfeld weiß ich: Die Dynamik solcher Bedrohungslagen ist schnell, komplex – und vor allem unvorhersehbar. Wer erst reagiert, wenn es bereits zu spät ist, verfügt über keine Handlungsoptionen.
Dieser Artikel soll Bewusstsein schaffen und darstellen, wie moderne Unternehmen sich heute im Bereich Personenschutz und Krisenmanagement aufstellen sollten – nicht mit martialischen Maßnahmen, sondern mit strategischer Weitsicht, integrativen Sicherheitskonzepten und praxisnaher Vorbereitung mit realen Szenarios. Denn echte Sicherheit beginnt nicht mit dem geplanten Zugriff, sondern mit dem Verstehen.
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