GIT SICHERHEIT im Gespräch mit Julian Klaus von Suprema

Suprema ist weltweiter Anbieter von Biometrie- und Sicherheitstechnologie-Lösungen mit Sitz in Korea. Das Unternehmen fertigt u.a. Fingerabdruckmodule, biometrische Zutrittskontrol...

Suprema ist weltweiter Anbieter von Biometrie- und Sicherheitstechno­logie-Lösungen mit Sitz in Korea. Das Unternehmen fertigt u.a. Fingerabdruckmodule, biometrische Zutrittskontroll- und Zeiterfassungssysteme bis hin zu PC-Peripherielösungen, e-Pass-Lesern und Live-Scannern.
Das Vertriebspartner-Netzwerk des Lösungsanbieters erstreckt sich auf mehr als 120 Länder. GIT SICHERHEIT sprach mit Julian Klaus, Business
Development Manager bei Suprema.

GIT SICHERHEIT.de: Herr Klaus, Ihr Unternehmen ist in rund 120 Ländern weltweit präsent - es befasst sich unter anderem mit den Themen Biometrie und Zutrittskontrolle. Geben Sie uns einmal einen Eindruck von Ihrem Lösungs-Portfolio?

Julian Klaus: Seit der Gründung im Jahre 2000 hat sich Suprema im weltweiten Vergleich als führender Spezialist im Bereich Biometrie, insbesondere Fingerabdruck-Biometrie aufgestellt. Basierend auf unseren eigenen Sensoren und proprietären Algorithmen stellen wir IP-basierte Systeme für die Zutrittskontrolle und Zeiterfassung her, die eine Authentifizierung via PIN, RF-Karte, Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung vornehmen. Unser Portfolio umfasst Systeme für Innen- und Außeninstallationen, von simplen und robusten Lesern ohne Display bis hin zu komplexen Touchscreen-Terminals, die allesamt mit unserer eigenen Softwarelösung oder mit Anwendungen von Drittherstellern eingesetzt werden können. Bei der Integration in Software anderer Hersteller kommt unser SDK zum Einsatz, welches einen einfachen Zugriff auf unsere Hardwarelösungen ermöglicht.

Welche biometrischen Technologien verwenden Sie?

Julian Klaus: Suprema fokussiert sich auf diejenigen biometrischen Technologien, die die beste Schnittmenge von Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit bieten. Das ist zuallererst der Fingerabdruck, aber auch die Gesichtserkennung. Da wir sowohl die Sensoren herstellen als auch die Algorithmen entwickeln, haben wir die komplette Kontrolle über die Prozesse in der Benutzerauthentifizierung und können damit eine optimale Performance sicherstellen. Dies wurde auch durch eine Vielzahl internationaler Institutionen anerkannt, weshalb wir auf mehrere Bestplatzierungen in der Fingerprint Verification Competition (FVC) und Minex-Tests zurückblicken können. Die von uns eingesetzte Technologie errechnet aus dem Fingerabdruck ein verschlüsseltes Template der charakteristischen Merkmale. Dies ist auch hinsichtlich des Datenschutzes unbedenklich, denn aus diesen Templates ist es schlichtweg unmöglich, wieder ein Abbild des Fingerabdrucks herzustellen. Vielmehr wird bei jedem Zutritt eines Nutzers erneut ein Template generiert und mit den im Gerät oder auf einer RF-Karte gespeicherten Template-Daten verglichen.

Inwieweit heben Sie sich von Ihren - großen und kleinen - Wettbewerbern im Markt ab?

Julian Klaus: Es gibt eine Vielzahl kleinerer Wettbewerber im Bereich der Zutrittskontrolle, die aber im Gegensatz zu uns nicht auf Biometrie spezialisiert sind und die Fingerabdrucksensoren von anderen Herstellern zukaufen. In der Tat sind viele dieser Hersteller sogar gute Kunden von Suprema, da wir unsere Sensoren auch als OEM-Module für Hardware-Hersteller anbieten. Der am deutlichsten herausstechende Unterschied zu unseren großen Wettbewerbern ist sicherlich die IP-basierte Systemarchitektur unserer Lösungen. Jedes unserer Geräte ist sowohl Leser als auch Controller in einem Gerät, selbst unsere rein RF-Karten-basierten Systeme. Die Intelligenz ist nicht mehr im Controller, sondern im Gerät an der Tür selbst. Für zusätzliche Sicherheit sorgt bei Bedarf ein einfaches Modul, das auf der Innenseite des Zutrittspunkts angebracht wird. Gleichzeitig bieten unsere Geräte aber auch die Möglichkeit, selbst Controller für andere Leser zu sein. Außerdem ist es möglich, unsere Systeme als Leser an den Controllern anderer Hersteller einzusetzen. Sie sehen, wir bieten hier die volle Flexibilität, um jede Anforderung des Kunden umsetzen zu können - sei es eine neue oder eine bestehende Installation, die mit Biometrie erweitert werden soll.

Könnten Sie das einmal anhand einer Zutrittslösung aus Ihrem Hause veranschaulichen?

Julian Klaus: Nehmen wir als Beispiel die Panorama Towers in Las Vegas, USA, die von unserem lokalen Partner in den USA ausgerüstet wurden. In dieser Installation wurden die Gebäudeeingänge mit unseren Outdoor-tauglichen Biolite Net ausgerüstet. Im Gebäude selbst kommt dann eine Mischung aus Xpass-Kartenlesern und Biostation T2-Terminals zum Einsatz, die die Aufzugsteuerung übernehmen, Zutritt zu Fitnessstudio und Pool regeln und die Garagenzufahrt sichern. All diese Geräte sind via Ethernet vernetzt und werden vom Sicherheitsmanager mit unserer Biostar-Software verwaltet und kontrolliert. Ein netter Zusatzeffekt für den Kunden ist bei dieser Installation, dass via Netzwerk die Bildschirme der Biostation T2-Systeme mit Werbeeinblendungen bespielt werden können. Die Investition refinanziert sich auf diese Weise selbst.

Welche anderen Suprema-Produkte sind, ­gemessen an Nachfrage und Umsatz, derzeit die wichtigsten?

Julian Klaus: Nach unseren Zutrittslösungen sind das sicherlich unsere Live-Scanner. Diese Geräte, die statt Templates die tatsächlichen Bilder der Fingerabdrücke erfassen, kommen vor allem im behördlichen und polizeilichen Umfeld zum Einsatz. Sei es die Wählererfassung bei Wahlen in Ghana oder die polizeiliche Identifizierung der lokalen Behörden in Japan - Suprema-Systeme bieten hier die hohe Präzision und Performance, die für die notwendigen Zertifizierungen vorausgesetzt wird.

Wie schätzen Sie den Markt für Biometrie und den damit verbundenen Lösungen ein - insbesondere im Vergleich zwischen Asien und Europa, bzw. Deutschland?

Julian Klaus: Mit Blick auf den globalen Markt wird schnell deutlich, dass die Nachfrage nach Biometrie in den letzten Jahren stark gestiegen ist und auch weiterhin steigen wird. Aufgrund lokaler Unterschiede wie der Technologieakzeptanz, der wirtschaftlichen Lage, etc. ist die Marktsättigung selbstverständlich von Markt zu Markt unterschiedlich, weshalb wir jeden Markt gesondert betrachten müssen. Während in Asien bereits seit vielen Jahren biometrische Systeme zur Zutrittskontrolle und Arbeitszeiterfassung eingesetzt werden, ist der europäische Markt bei weitem noch nicht so gesättigt. Dieses hohe Potential ist auch der Grund, warum sich Suprema nun den weiteren Ausbau des DACH-Marktes zum Ziel gesetzt hat.

Wie ist der Vertrieb von Suprema hier in Europa, insbesondere in den deutschsprachigen Ländern organisiert?

Julian Klaus: In ganz Europa, inklusive der DACH-Region, arbeiten wir mit einem umfassenden Netzwerk von Channelpartnern und Systemintegratoren zusammen. Erreichen uns direkte Anfragen, dirigieren wir diese üblicherweise an den entsprechenden Partner, der die Anforderungen des Kunden am besten erfüllen kann.

Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen?

Julian Klaus: Aufgrund der Flexibilität unserer Lösungen haben wir Partnerschaften mit vielen vertrauten Namen schließen können und sind mit unseren Systemen in eine Vielzahl von Sicherheitsanwendungen integriert. Diese Integrationen werden üblicherweise von uns selbst oder von Systemintegrationspartnern vorgenommen, die entsprechende Middleware entwickelt haben. Beispiele für solche Partnerschaften wären hier unter anderem Honeywell, HID, Lenel, Nedap, Milestone, Paxton und viele andere.

Business Partner

Suprema Inc.

Jeongja-dong, Bundang-gu, Seongnam-si
16F Parkvi Gyeonggi-do, 463-863
Deutschland

Kontakt zum Business Partner







Meist gelesen

Photo
07.05.2024 • TopstorySecurity

Wilka: Sichere Zutrittsverwaltung per App

Nie wieder den Schlüssel für die vermietete Ferienwohnung verschicken oder bei Nachbarn hinterlegen müssen: Heute lassen sich Zutrittszeiten bequem und minutengenau definieren und beispielsweise anreisenden Gästen oder Dienstleistern wie Handwerkern und Reinigungskräften bequem per App mitteilen. Möglich macht dies easySmart, die neue cloud­basierte Zutrittslösung von Wilka. Nutzer benötigen nur noch eine App, um eine Tür zu öffnen. Näheres ließen wir uns von Wilka-Produktmanager Elektronik Eric Nicolas erläutern.

Photo
11.03.2024 • TopstorySafety

Die Zukunft der Gefahrstofflagerung

„Cemo“ dieser Name steht seit über 60 Jahren für sicheres Lagern, Fördern und Dosieren. Doch gerade in der Gefahrstofflagerung ist durch den massiven Einsatz von Lithium-Akkus in praktisch allen Wirtschaftsbereichen vieles in den vergangenen Jahren in Bewegung geraten. Zugleich mangelt es gegenwärtig an einer übergreifenden und verbindlichen Norm, wenn es z. B. um die Prüfanforderungen für feuerwiderstandfähige Lagerschränke für abnehmbare Lithium-Ionen-Batterien geht. Ein Umstand, der nicht zuletzt auf Verbraucherseite für viel Unsicherheit sorgt. Daher hat GIT SICHERHEIT Eberhard Manz, Managing Director und Geschäftsführer, sowie Jonas Sigle, Produktentwickler bei Cemo zum Interview gebeten.