23.06.2026 • News

BHE: Solider Aufwärtstrend im Markt für elektronische Sicherheitstechnik

2025 verzeichnete der Markt für elektronische Sicherheitstechnik in Deutschland ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr von 3,9 Prozent auf 5,74 Milliarden Euro. Das teilt der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik mit.

BHE: Solider Aufwärtstrend im Markt für elektronische Sicherheitstechnik
© BHE/ZVEI

„Die Nachfrage nach Sicherheitstechnik in Deutschland ist ungebrochen. Nach einem eher verhaltenen Umsatzzuwachs 2024 konnte die Branche im vergangenen Jahr ein deutlicheres Plus verzeichnen“, sagt Dirk Dingfelder, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit. „Die in weiten Teilen noch immer stockende Baukonjunktur sowie die Unsicherheiten durch die weltweiten politischen Entwicklungen haben selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung im Sicherheitsmarkt“, erklärt Axel Schmidt, Vorstandsvorsitzender des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik, die aktuelle Situation. „Auch der ‚Bau-Turbo‘ hat noch nicht richtig gezündet.“

Dennoch mehren sich die Zeichen, dass die für die Sicherheitstechnik wichtige Baubranche die Talsohle durchschritten hat. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg die Anzahl neuer Baugenehmigungen für Wohnungen zuletzt deutlich. Auch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität kann Wachstumsimpulse bringen, wenn die Mittel zusätzlich zu bereits geplanten Maßnahmen eingesetzt werden. Durch das KRITIS-Dachgesetz, das erstmals Mindeststandards für den Schutz kritischer Infrastrukturen festlegt, gewinnt physische Sicherheit weiter an Gewicht.

Angetrieben wird der Markt auch durch den Ausbau von Rechenzentren. „Dort besteht, neben vielen weiteren Komponenten aus der Elektro- und Digitalindustrie, ein hoher Bedarf an sicherheitstechnischen Lösungen“, so Dirk Dingfelder. „Das reicht von der Zutrittssteuerung über verschiedenste Videoanwendungen bis zur frühzeitigen Detektion kritischer Wärmequellen“; ergänzt Axel Schmidt.

Eine Herausforderung für die Entwicklung der Branche bleibt der Rechtsrahmen. „Die europäische Bauprodukte-Verordnung ist jetzt in die heiße Phase eingetreten. Im Kontext neuer Anforderungen an die Normung, des digitalen Produktpasses und der geforderten Nachhaltigkeit von Produkten wird daraus für uns ein neues Paradigma in der Produktentwicklung“, so Dirk Dingfelder. Axel Schmidt ergänzt: „Wir müssen die Sicherheitstechnik in Zukunft noch stärker ganzheitlich und lebenszyklusorientiert denken.“

Einzelne Gewerke wachsen unterschiedlich

Der Umsatz mit Brandmeldetechnik – dem mit Abstand größten Gewerk der Sicherheitstechnik, das zudem stark von der Baukonjunktur abhängig ist – wuchs 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Die Sprachalarmanlagen steigerten ihren Umsatz um 3,8 Prozent auf 143 Millionen Euro.

Etwas verhaltener zeigte sich hingegen die Entwicklung bei Überfall- und Einbruchmeldeanlagen: Zwar konnte der Umsatz 2025 auf 942 Millionen Euro gesteigert werden, was einem moderaten Plus von 2,4 Prozent entspricht, das Ergebnis bleibt jedoch erneut unter dem Marktdurchschnitt.

Bemerkenswert ist der positive Trend im Bereich der Zutrittssteuerungssysteme, die mit einem deutlichen Plus von 6,1 Prozent auf 541 Millionen Euro ein überdurchschnittliches Wachstum aufwiesen.

Ebenfalls um 6,1 Prozent, auf 870 Millionen Euro, konnte sich die Videosicherheitstechnik steigern. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die Flexibilität der Videosysteme in Kombination mit anderen Technologien sorgen hier für ein vergleichsweise hohes und stetiges Wachstum.

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen inklusive der Natürlichen Lüftung (RWA/NL) legten leicht um 2,8 Prozent zu auf 182 Millionen Euro. Die sonstigen Technologien wie Rufanlagen, Fluchttürsysteme, Personenhilferuf sowie weitere Systeme und Komponenten stagnierten in Summe bei 360 Millionen Euro.

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