EU-Drohnendetektionssystem für KRITIS von Hensec
„Für die Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) ist eine systematische Drohnenabwehr ein Muss“, sagt Kevin Heneka, Inhaber des Karlsruher Sicherheitsunternehmens Hensec. Er vergleicht: „Ein Werksgelände ohne Drohnendetektion ist wie ein IT-System ohne Cyberschutz. Drohnenspionage und Cyberangriffe sind im Jahr 2026 nicht mehr die Ausnahme, sondern gehören in jeder Sicherheitsstrategie berücksichtigt.“
Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sind in Deutschland mehr als 2.000 KRITIS-Anlagen von über 1.100 Betreibern registriert. Bei vielen davon handelt es sich um großflächige Einrichtungen, von Flughäfen und Industrieparks über Tanklager und Testgelände bis hin zu Häfen, Offshore-Windparks und Chemiewerken.
Als Antwort auf die Drohnenbedrohung hat Hensec ein System für die zivile Luftraumüberwachung entwickelt, das ausschließlich in Deutschland produziert wird und durchweg mit Sensoren aus EU-Ländern ausgestattet ist. „Gerade bei Sicherheitsfragen ist die technologische Souveränität ein Schlüsselfaktor, um nicht von Herstellern aus Asien oder Übersee abhängig zu sein“, betont Sicherheitsexperte Kevin Heneka.
Umfassende Drohnenerkennung durch zahlreiche Sensoren
Das Hensec-System besteht aus mehreren Sensoreinheiten, die strategisch rund um das zu überwachende Werksgelände platziert werden. Weil es sich dabei häufig um komplexe Umgebungen mit Gebäuden, Maschinen, Fahrzeugen und möglichen Störquellen handelt, kommen je nach Lage vor Ort unterschiedliche Sensoren zum Einsatz. In der Regel dabei sind Radarsysteme, Hochfrequenz-Funksensoren sowie Kamerasysteme einschließlich Infrarotkameras für die Nachtüberwachung. In der Kombination erfassen sie alles, was sich im Luftraum bewegt – sei es eine funkgesteuerte Drohne, ein Segelflugzeug oder ein Vogelschwarm. Per Radar werden also auch Objekte erkannt, die keine Funkwellen ausstrahlen.
Werden Drohnen festgestellt, liefert das System alle relevanten Telemetriedaten wie GPS-Koordinaten, Höhe, Geschwindigkeit, Kurs, Flugparameter, Systemdaten wie Batteriestatus, Signalstärke, Sensorzustand sowie Zeitstempel und Identifikationsinformationen. So lässt sich häufig schon bei der Echtzeit-Auswertung aller dieser Informationen erkennen, ob eine ernsthafte Bedrohung vorliegt.
Wichtig für die Sicherheit: Die Sensoren senden selbst keinerlei Signale aus, also beispielsweise auch keine Funk- oder Radarwellen, sodass das Drohnenabwehrsystem von Angreifern nicht geortet werden kann. Weiterer Vorteil: Eine derartige im Fachjargon „passives System“ genannte Lösung braucht keine behördlichen Genehmigungen. Für technisch Interessierte: Passives Radar nutzt vorhandene Funkquellen als „Beleuchtung“ aus, also beispielsweise Rundfunksignale, die von einer Drohne reflektiert werden. So kann das System Objekte in der Luft erkennen, ohne selbst Radarstrahlen auszusenden.
Bedrohungen durch Jamming und Spoofing werden unterschätzt
Neben Drohnen erkennt das Hensec-System auch sogenannte GNSS-Manipulationen (Global Navigation Satellite System), also Jamming und Spoofing. Jamming bezeichnet die Störung eines Navigationssignals wie beispielsweise GPS, sodass sich kein genauer Standort bestimmen lässt, Spoofing das Aussenden verfälschter Signale, wodurch ein falscher Standort vorgegaukelt wird. Für Unternehmen sind diese Signale oftmals von großer Bedeutung, etwa für die Fuhrpark- und Logistiksteuerung oder für Zugangs- und Sicherheitssysteme, die sich auf die korrekte Zeitübermittlung durch GPS verlassen.
„Während die Bedrohung durch Drohnen allgegenwärtig scheint, ist das Bewusstsein für die Gefahren durch Jamming und Spoofing in der Industrie noch wenig ausgeprägt“, sagt der Sicherheitsexperte Kevin Heneka.
Dreidimensionales Echtzeit-Lagebild für das Sicherheitspersonal
Alle von den verschiedenen Sensoren erfassten Daten werden sekundengenau zu einem dreidimensionalen Lagebild zusammengeführt, auf dem man potenzielle Bedrohungen über dem Werksgelände schnell und intuitiv erfassen kann. In Kombination mit den KI-Auswertungen erhält das Sicherheitspersonal vor Ort dadurch eine aktuelle und zuverlässige Grundlage für Entscheidungen zur Abwehr möglicher Gefahren. Die Hensec-Luftraumüberwachung lässt sich laut Hersteller in alle gängigen Leitstellen- und Werksschutzsysteme einbinden.
Neben der Abwehrhilfe dient das Hensec-System auch zur Erfassung von Beweismitteln und für detaillierte Analysen im Nachgang eines Vorfalls. Diese Informationen können beispielsweise für Fragen zum Versicherungsschutz von erheblicher Bedeutung sein.













