04.12.2023 • Topstory

Aktuelle Sicherheitstrends auf dem 9. Bayerischen Sicherheitstag von BVSW und BDSW

Zum 9. Bayerischen Sicherheitstag traf sich die Branche am 18. Oktober 2023 in München. Dieses exklusive Forum informierte Sicherheitsexperten aus Unternehmen und Behörden über die aktuellen Entwicklungen in der Sicherheit und nahm besonders wichtige Themen genauer unter die Lupe. Veranstalter waren der ­Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW), die sich über das rege Interesse am diesjährigen Sicherheitstag mit über 100 Teilnehmern freuten.

(v.l.n.r.) Clemens Baumgärtner, Thomas Hampel, Martin Reitmeier und Werner...
(v.l.n.r.) Clemens Baumgärtner, Thomas Hampel, Martin Reitmeier und Werner Landstorfer auf dem 9. Bayerischen Sicherheitstag von BVSW und BDSW © BVSW

Das geeinte Auftreten beim Bayerischen Sicherheitstag ist für beide Branchenverbände enorm wichtig, um bei den Verantwortlichen in Berlin die dringend erforderliche Aufmerksamkeit für die Anliegen der Sicherheitsbranche zu erhalten, wie Johannes Strümpfel, Vorstandsvorsitzender des BVSW und Werner Landstorfer, Vorstand der BDSW-Landesgruppe Bayern im Rahmen ihrer Begrüßungsreden unterstrichen.


Entwicklungen beim Einsatz von Drohnen

Der rasche technologische Wandel bietet zahlreiche Chancen, für mehr Sicherheit zu sorgen und diese noch effektiver zu organisieren. Drohnen spielen dabei eine zentrale Rolle. Wie das Bundesministerium für Verkehr und Digitales den Weg für mehr Drohneneinsätze ebnen will, zeigte Dr. Jan Dirks in seinem Eröffnungsvortrag: Das „U-Space“-Konzept des Bundes soll gemeinsame Lufträume für Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen ermöglichen. Um gerade über Ballungsgebieten Kollisionen zu vermeiden, soll ein U-Space Service-Provider als Schnittstelle zwischen bemannter und unbemannter Luftfahrt agieren.

Was Drohnen bereits heute leisten, erklärte Michael Sachs, Leiter der Außenstelle Roth der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Drohnen haben sich hier mittlerweile als sinnvolle Ergänzung zu Hubschraubern bewährt und unterstützen die Polizei bei der Unfalldokumentation, Fahndung, Vermisstensuche sowie bei komplexen Einsätzen.

Komplex ist aktuell vor allem noch der Rechtsrahmen für den Einsatz von Drohnen, wie der Beitrag von Dr. Tim Holzki zeigte. Viele Vorschriften aus unterschiedlichen Gesetzen spielen in das Thema mit hinein und müssen berücksichtigt werden. Eine Vereinfachung des Rechtsrahmens ist aus Sicht des Experten dringend erforderlich, damit das enorme Potential von Drohnen in der Sicherheit auch tatsächlich ausgeschöpft werden kann.


Rechtsextremismus im Aufwind

Extremismus ist ein weiteres wichtiges Thema, das Sicherheitsverantwortliche im Auge behalten müssen. Wie es aktuell um die rechtsextremistische Szene bestellt ist, präsentierte Haldor Hron vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz. Alle rechtsextremistischen Organisationen haben das Prinzip der Ungleichheit gemeinsam, so der Experte, das einen Teil der Bevölkerung herabwürdigt. Diese Argumentation sei auch bei der AfD zu finden und einer der Gründe, weshalb die Partei in das Blickfeld der Verfassungsschützer gerückt ist. Sehr spannend waren Hrons Ausführungen, wie rechtsextremistische Organisationen aktuelle Themen und Entwicklungen für ihre Ziele umzudeuten versuchen, um neue Unterstützer zu gewinnen.


Podiumsdiskussion: Ist München noch sicher?

Nach der Mittagspause startete die Podiumsdiskussion zur Veranstaltungssicherheit in der Landeshauptstadt mit dem Polizeipräsidenten Thomas Hampel, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner, Veranstaltungsleiter von Rock im Park, Rechtsanwalt Martin Reitmeier, und Werner Landstorfer von Securitas. Die Diskussionsrunde beschäftigte sich im Schwerpunkt mit dem neu zu konzipierenden und infolgedessen richtigen Einsatz von Veranstaltungsordnungskräften der Sicherheitsdienstleister im Zuge der Organisation und Durchführung von Großveranstaltungen, die diese aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage zunehmend an ihre Grenzen bringen.

Die allermeisten Veranstaltungen in München verliefen allerdings reibungslos, betonte Clemens Baumgärtner. Die Zahl der Veranstaltungen in München im Hinblick auf die angespannte Situation am Arbeitsmarkt für Sicherheitskräfte zu reduzieren, hielt Baumgärtner für nicht angebracht. „Die Großstadt München braucht diese Veranstaltungen und durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Münchner Polizei ist für Sicherheit gesorgt.“ Dabei verwies Baumgärtner auf das Oktoberfest sowie auf die sehr friedlich verlaufene IAA 2023.

Damit das auch so bleibt, sieht Thomas Hampel vor allem die Veranstalter in der Pflicht. Sie müssten dafür Sorge tragen, die Sicherheit gut zu organisieren, denn die Münchner Polizei könne mit ihren über 1.000 Einsätzen am Tag nicht die Aufgaben übernehmen, die üblicherweise die Veranstalter mit den eingesetzten Sicherheitsunternehmen leisten müssten. Rechtsanwalt Martin Reitmeier, Veranstaltungsmanager von Rock im Park, warb in dem Zusammenhang dafür, neue und präzisere Berufsbilder in der Sicherheit zu etablieren und die Ausbildung insgesamt zu verbessern, damit der Mangel an Sicherheitsmitarbeitern überwunden werden könne.

Werner Landstorfer von Securitas hob die Bedeutung der Zuverlässigkeitsüberprüfungen aller von den Sicherheitsunternehmen eingesetzten Mitarbeitern bei Großveranstaltungen hervor. Insbesondere beim Oktoberfest seien diese ein wichtiger Baustein des Sicherheitskonzepts. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die UEFA EURO 2024 mit fünf Spielen in München, so Landstorfer. Diese seien angesichts der Situation im Nahen Osten wichtiger denn je. Bislang warte man aber vergeblich auf die Vorgaben der UEFA.


Neues Selbstverständnis der Sicherheitsabteilungen

Dass Gefahr auch tatsächlich von Mitarbeitern ausgehen kann, zeigte der Vortrag von Jella Meer, Chief Compliance & Human Rights Officer bei Giesecke und Devrient Technologies. Auch sie betonte die Bedeutung von Backgroundchecks, insbesondere bei Mitarbeitern in Schlüsselpositionen.

Die sich rasch ändernden Bedrohungslagen und der rasante technologische Wandel stellen auch neue Anforderungen an die Unternehmenssicherheit, wie Prof. Dr. Knoppe von der Technischen Hochschule Ingolstadt darlegte. Die Unternehmenssicherheit werde zunehmend strategische Bedeutung gewinnen und zukünftig eine entscheidende Rolle für die Resilienz der Unternehmen spielen.

Alle Teilnehmer waren mit der Veranstaltung hochzufrieden und konnten zahlreiche wertvolle Impulse und Anregungen für ihre Arbeit mitnehmen. Für das kommende Jahr ist wieder ein Bayerischer Sicherheitstag in Planung.

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BVSW Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft e.V.

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