Resilienz braucht Übung. Für eine Sicherheitskultur die Verantwortung übernimmt
Die Realität hält sich nicht an den Dienstweg. In seinem Gastbeitrag für GIT SICHERHEIT stellt Peter H. Janssen deshalb die provokante Frage: „Wollen wir weiter Stabilität simulieren oder endlich Resilienz aufbauen?“. Der Autor ist stellvertretender Geschäftsführer der Trainingbase Weeze und Bereitschaftsleiter einer DRK-Gemeinschaft im Katastrophenschutz des Landes NRW.

Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sicherheitspolitisch in eine Lage manövriert, die man mit viel Wohlwollen als zu optimistisch bezeichnen kann. Die vielzitierte damalige Friedensdividende wurde politisch gefeiert, praktisch aber vor allem genutzt, um Wahlen zu gewinnen, Budgets zu streichen und operative Fähigkeiten durch Verwaltungsprozesse zu ersetzen. Es war herrlich bequem geworden, Sicherheit als Zustand zu betrachten, wie ein gemütliches Sofa, das man einmal anschafft und dann möglichst nicht von der Wand zieht.
Dabei ist Sicherheit weder ein Dokument noch ein Organigramm und schon gar nicht eine dieser Powerpoint-Folien, die länger leben als manche Einsatzfahrzeuge. Sicherheit entsteht durch Erfahrung, Übung, Redundanz und vor allem durch Menschen, die im entscheidenden Moment vor Ort sind und wissen, was zu tun ist. Genau diese Praxis wurde vielerorts mit besonderer Hingabe durch Bürokratie ersetzt.
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