04.07.2026 • News

BDSW warnt vor Minijob-Reform

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat einen offenen Brief an die Verantwortlichen der Innen-, Wirtschafts- sowie Arbeits- und Sozialpolitik in Bund und Ländern veröffentlicht. Darin warnt der Verband eindringlich vor den sicherheitspolitischen Folgen der derzeit diskutierten Reformen geringfügiger Beschäftigungen. Hintergrund sind die Empfehlungen der Rentenkommission, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs weitgehend aufzuheben und geringfügige Beschäftigungen künftig grundsätzlich in die Sozialversicherung einzubeziehen.

Anlässlich der Sicherheitsexpo in München traf BDSW-Präsident Werner Landstorfer den bayerischen Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann. Im Gespräch machte Werner Landstorfer deutlich, dass der Verband eine Abschaffung oder faktische Entwertung der Minijobs ablehnt. Joachim Hermann befürwortete diese Position. Arbeitsmarktpolitische Entscheidungen dürfen nicht dazu führen, dass bewährte und für die Sicherheit unverzichtbare Beschäftigungsmodelle geschwächt werden.

„Dieses klare Signal aus Bayern begrüßen wir ausdrücklich. Gerade die Länder tragen eine besondere Verantwortung für die Innere Sicherheit und wissen aus der Praxis, welche Bedeutung flexible Beschäftigungsmodelle für die Durchführung sicherer Veranstaltungen haben“, erklärt BDSW-Präsident Werner Landstorfer.

Der BDSW weist darauf hin, dass insbesondere in der Veranstaltungs- und Ordnungsdienstsicherheit heute weit über 90 Prozent der eingesetzten Sicherheitskräfte im Rahmen geringfügiger Beschäftigungen tätig sind. Konzerte, Festivals, Sportveranstaltungen, Volksfeste oder Weihnachtsmärkte seien auf diese flexible Personalstruktur angewiesen. Fielen Minijobs weg oder würden sie durch zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge erheblich unattraktiver, könnten zahlreiche Veranstaltungen ihre behördlich geforderten Sicherheitskonzepte künftig personell nicht mehr erfüllen.

In seinem offenen Brief fordert der Verband deshalb unter anderem den Erhalt flexibler Beschäftigungsmodelle, den Verzicht auf zusätzliche finanzielle Belastungen der Unternehmen – insbesondere durch eine generelle Einbeziehung geringfügiger Beschäftigungen in die Pflegeversicherung – sowie eine frühzeitige Einbindung der betroffenen Wirtschaft in die politischen Beratungen.

 „Deutschland erhöht zu Recht kontinuierlich die Anforderungen an die Sicherheit öffentlicher Veranstaltungen. Wer höhere Sicherheitsstandards fordert, muss aber auch dafür sorgen, dass ausreichend qualifizierte Sicherheitskräfte zur Verfügung stehen. Arbeitsmarkt- und Sicherheitspolitik dürfen nicht gegeneinander arbeiten“, so Werner Landstorfer. 

Der BDSW appelliert an Bund und Länder, die besonderen Anforderungen der Sicherheitswirtschaft bei den weiteren Beratungen zur Zukunft der geringfügigen Beschäftigung zu berücksichtigen. Sicherheit brauche Menschen – und diese benötigten verlässliche, praxistaugliche und attraktive Beschäftigungsmodelle.

Business Partner

Logo:

BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft e.V.

Am Weidenring 56
61352 Bad Homburg
Deutschland

Kontakt zum Business Partner







SPECIAL

Schutz für Museum & Kultur
GIT SICHERHEIT Pro Special

Schutz für Museum & Kultur

Schwerpunkt rund um den Schutz von Museen, Ausstellungen und wertvollen Kulturgütern.

Videos

Videos auf GIT SICHERHEIT

Videos auf GIT SICHERHEIT

Jetzt alle entdecken: Messen, Talks, Produkt-Demos – die Videos auf GIT SICHERHEIT

Top-Feature

Meist gelesen

Photo

Euro Defence Expo öffnet Ticketshop

Bald öffnet die Euro Defence Expo (Eudex) erstmals ihre Tore. Parallel zur Security Essen, vom 22. bis 25. September, bringt das B2B-Format die internationale Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zusammen.