30.09.2026 • News

BHE: Videosicherheit beginnt mit dem Schutzziel

Wie der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik mitteilt, können Videosicherheitssysteme (VSS) ihre Aufgabe nur dann zuverlässig erfüllen, wenn Planung, Installation und Betrieb aufeinander abgestimmt sind. Die überarbeitete DIN EN IEC 62676-4 – ab Oktober bei DIN Media erhältlich – gibt Fachplanern, Errichtern und Betreibern dafür einen strukturierten Ablauf und messbare Kriterien an die Hand.

Das Kernprinzip der DIN EN IEC 62676-4 liegt nicht in der Leistungsfähigkeit einzelner Geräte. Vielmehr konzentriert es sich auf die gesamte Anwendungslogik des VSS und betont die Notwendigkeit einer systematischen Planung von Anfang bis Ende. Die Norm unterteilt ein Projekt in zehn Schlüsselphasen – von der Anfrage und dem Sicherheits-/Sicherungskonzept über Planung, Installation, Prüfung, Abnahme und laufenden Instandhaltung. Ziel ist, Verantwortlichkeiten zu ordnen und nachvollziehbare Entscheidungswege zu schaffen.

Somit rückt die Norm die Anforderungen des Anwenders in den Fokus. Nicht die Frage nach der richtigen Kameraauflösung ist bei Projektbeginn ausschlaggebend, sondern: Welches Schutzziel soll das Videosicherheitssystem erreichen?

Dazu sieht die DIN EN IEC 62676-4 ein Dokument mit den Betriebsanforderungen (OR) vor. Es beschreibt den Zweck des Systems, die erwarteten Funktionen und die erforderliche Bildqualität. Eine Standortbegehung berücksichtigt unter anderem Zugänge, Beleuchtung, Umgebungsbedingungen und die Position wichtiger Komponenten. Erst auf dieser Grundlage entstehen Systementwurf, Leistungsbeschreibung und Prüfplan.

Pixeldichte ersetzt den bloßen Megapixelvergleich

Eine hohe Kameraauflösung allein garantiert kein aussagekräftiges Bild. Entscheidend ist vielmehr die passende Pixeldichte für das jeweilige Schutzziel. Die DIN EN IEC 62676-4 definiert sieben Qualitätsstufen für die Bildbewertung: „Überblicken“, „Umreißen“, „Verfolgen“, „Wahrnehmen“, „Feststellen“, „Ermessen“ und „Begutachten“. Jede Stufe ist mit einer Pixeldichte zwischen 20 und 1.500 Pixeln pro Meter verbunden. Die Pixeldichte hängt dabei nicht allein von der Auflösung der Kamera ab – auch Objektiv, Abstand, Blickwinkel, Beleuchtung und Montageort beeinflussen das Ergebnis.

Für die Prüfung stehen Testcharts für niedrige und hohe Pixeldichten zur Verfügung. Sie unterstützen eine objektive und wiederholbare Bewertung während Installation, Inbetriebnahme und Abnahme.

Dokumentation begleitet das System über Jahre

Die Anforderungen enden nicht mit der Übergabe. Zur Dokumentation gehören unter anderem das Sicherheits-/Sicherungskonzept, die Betriebsanforderungen, der Prüfplan, die Standortbegehung, die Systemplanung, der Lageplan, Betriebs- und Wartungsunterlagen sowie das Betriebsbuch VSS. Der Betreiber kann darin Wartungen, Störungen und weitere Betriebsereignisse nachvollziehbar festhalten.

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