10.000 Mieter, 600 Wohnhäuser, ein Schließkonzept
Die Verwaltung großer Wohnungsbestände stellt hohe Anforderungen an die Zutrittssicherheit. Unterschiedliche Nutzergruppen benötigen Zugang zu Gebäuden und technischen Bereichen, während verlorene oder unbefugt kopierte Schlüssel erhebliche Sicherheitsrisiken verursachen können. Wie sich diese Herausforderungen mit elektronischer Schließtechnik bewältigen lassen, zeigt die Wohnungsgenossenschaft Schiffahrt-Hafen Rostock (WGSH). Sie stellt ihre mehr als 600 Wohnhäuser mit über 10.000 Mieterinnen und Mietern schrittweise auf das elektronische Schließsystem eCliq der Marke IKON von Assa Abloy um.

Wenn mechanische Schließanlagen an Grenzen stoßen
Auslöser für die Modernisierung waren unter anderem zunehmende Fahrraddiebstähle, Kellereinbrüche und Vandalismus. Da häufig keine Einbruchsspuren festzustellen waren, bestand der Verdacht, dass sich Unbefugte mit vorhandenen Schlüsseln Zugang verschafft hatten. Gleichzeitig erschwerten mehrere parallel betriebene Generalschließsysteme die Verwaltung. Hauswarte und externe Dienstleister mussten zahlreiche Schlüssel mitführen, während sich verlorene oder unbefugt kopierte Exemplare nicht gezielt sperren ließen.
Ein vollständiger Austausch der betroffenen mechanischen Schließanlagen wäre angesichts der Größe und Verteilung des Wohnungsbestands mit erheblichem Aufwand verbunden gewesen. Die WGSH entschied sich deshalb für eine schrittweise Umstellung auf elektronisch verwaltete Zutrittsberechtigungen.
Zutrittsrechte flexibel vergeben und entziehen
Mit eCliq lassen sich Schließberechtigungen zentral über den cloudbasierten Cliq Web Manager verwalten. Verantwortliche können Zugangsrechte einzelnen Personen oder Nutzergruppen zuweisen, zeitlich begrenzen und bei Bedarf entziehen. Geht ein Schlüssel verloren, wird dessen Berechtigung an den betroffenen Zylindern gesperrt. Ein aufwendiger Austausch der Schließzylinder ist dadurch nicht erforderlich.
Besonders bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern bietet das System organisatorische Vorteile. Über Cliq Connect können beispielsweise Handwerksbetriebe ihre Berechtigungen per Smartphone-App und Bluetooth auf den entsprechenden Schlüssel übertragen. Zusätzliche Fahrten zur Schlüsselabholung und -rückgabe entfallen. Nach Ablauf des festgelegten Zeitraums verliert der Schlüssel automatisch seine Zutrittsberechtigung.
Umrüstung ohne größere Eingriffe in die Bausubstanz
Für den Einsatz im bewohnten Bestand ist auch die einfache Nachrüstung entscheidend. Da die elektronischen eCliq-Zylinder weder verkabelt noch mit einer eigenen Stromversorgung ausgestattet werden müssen, lassen sie sich in der Regel direkt gegen vorhandene mechanische Zylinder austauschen. Energie und Daten werden über den Schlüssel übertragen. Aufwendige Installationsarbeiten und größere Beeinträchtigungen für die Mieterschaft entfallen.
Inzwischen sind bei der WGSH rund 3.000 elektronische Zylinder und etwa 18.000 Schlüssel im Einsatz. Langfristig soll das Projekt bis zu 10.000 Zylinder und rund 30.000 Anwenderschlüssel umfassen. Neben Haus- und Kellertüren werden unter anderem Fahrradgaragen, Aufzüge, Briefkästen und technische Bereiche in das Schließkonzept integriert.
Auch für Notfallzugänge gerüstet
Besondere Anforderungen gelten für Feuerwehr, Versorgungsunternehmen und andere Einsatzkräfte. In objektspezifischen Schlüsseldepots hinterlegt die WGSH deshalb Schlüssel mit gezielt vergebenen Berechtigungen. Für selten genutzte Notfallzugänge kommt unter anderem der batterielose eCliq-Schlüssel Spark infrage, der die benötigte Energie beim Einstecken selbst erzeugt.
Das Projekt der WGSH Rostock zeigt, wie sich elektronische Schließtechnik auch in großen, gewachsenen Wohnungsbeständen schrittweise einführen lässt. Neben der gezielten Absicherung einzelner Zugänge stehen dabei vor allem die bessere Kontrollierbarkeit von Zutrittsrechten und effizientere Verwaltungsabläufe im Mittelpunkt. Wie die Umstellung in der Praxis erfolgt und welche Erfahrungen die Beteiligten bisher dabei gemacht haben, vermittelt ein Film über das Rostocker Projekt. Er gibt Einblicke in die Umsetzung vor Ort und lässt die Projektbeteiligten zu Wort kommen.



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