04.09.2026 • News

Die Resilienz Deutschlands auf dem Prüfstand

Wie Deutschland handlungsfähig wird – Bonner IT-Dialog am 7. Oktober mit Studie „Gesamtgesellschaftliches Sicherheitsökosystem 2030“

Schematische Darstellung
© AFCEA Bonn e.V

Deutschland hat die Mittel, die Fähigkeiten und die Menschen für ein funktionierendes System gesamtstaatlicher Sicherheit und Verteidigung. Zwischen Behörden, Ebenen und Systemen reißt die Handlungskette jedoch regelmäßig vor, während und nach Krisen und Bedrohungslagen. Das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse der Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“ von AFCEA Bonn e.V., der Austauschplattform für den Dialog von Bundeswehr, Sicherheitsbehörden, Wissenschaft und Industrie, die am 7. Oktober auf dem Bonner IT-Dialog vorgestellt wird. Die Studie umfasst neben einer Onlinebefragung 50 Interviews mit Experten aus Streitkräften, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Zivilschutz und Betreiber Kritischer Infrastrukturen, Industrie und Technologieunternehmen. Zusätzlich zieht die Untersuchung Vergleiche mit den Niederlanden, Estland, Finnland und der Ukraine. Im Ergebnis sind 30 Maßnahmen für mehr staatliche Handlungsfähigkeit in der Gesamtverteidigung identifiziert worden. 

Die AFCEA-Studie zeigt, wo und was zu tun ist, damit Deutschland 2030 handlungsfähiger ist: Die Republik sieht Risiken, sie kann an vielen Stellen handeln, aber die verbindende Mitte in der Orchestrierung bleibt leer. Aus Lageerkennung entsteht zu selten Priorisierung. Aus Priorisierung entsteht zu selten Entscheidung. Aus Entscheidung entsteht zu selten koordinierte Wirkung. Und aus vergangenen Krisen entsteht zu selten eine geübte Verbesserung. Deutschland hat eine Verkettungslücke.

„Gesamtgesellschaftliche Resilienz setzt einen gesamtstaatlich handlungsfähigen Kern voraus. Der Staat muss verkettet sein, damit Wirtschaft und Bevölkerung überhaupt andocken können,“ sagt Armin Fleischmann, Vorsitzender AFCEA Bonn e.V. „Denn Sicherheit entsteht nicht in Silos.“ Aus diesem Grund bringt der Bonner IT-Dialog am 6. und 7. Oktober im Maritim Hotel Bonn die sechs Perspektiven zusammen, die im Ernstfall als Sicherheitsökosystem zusammenarbeiten müssen, die im Alltag jedoch selten an einem Tisch sitzen:

  • Die Streitkräfte: Was bedeutet der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) konkret für die Zusammenarbeit mit zivilen Stellen?
  • Politik und Verwaltung:  Wie weit reicht die Handlungsfähigkeit eines Landes, wenn der Bund noch nicht entschieden hat?
  • Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und Zivilschutz: Wer entscheidet, wenn Bund, Land und Landkreis gleichzeitig zuständig sind?
  • Kritische Infrastrukturen und Wirtschaft: Wie werden kritische Infrastrukturen besser geschützt, Lieferketten sichergestellt und was muss die Nicht-Verteidigungs-Industrie leisten?
  • Industrie und Technologie: Partnerschaft statt Geschäftsbeziehung – Wie können Innovationen schneller und bedarfsgerecht in die Bundeswehr einfließen?
  • Zivilgesellschaft: Wir alle sind Verteidigung – Worauf muss sich die Bevölkerung vorbereiten? Ein Blick in die Ukraine 

Neben dem Vortragsprogramm bietet der Bonner IT-Dialog auch eine Fachausstellung mit Use Cases an beiden Tagen, den Studienpreis 2026 mit Vortrag des ausgezeichneten Beitrags, Quiz mit Siegerehrung und erstmals die Zertifizierung zum „Resilience Practitioner“.

Informationen zur Studie, zum Bonner IT-Dialog und zur Anmeldung finden sich hier.

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