Hanwha: Was uns eine TV-Fernbedienung über Sicherheitsdesign lehrt
Hanwha Vision verdeutlicht, dass auch im Bereich der Video Management Systeme (VMS) ein minimalistischer Ansatz von Vorteil sein kann. Die Hanwha Vision Blaze-Plattform bietet Nutzern eine einfache Handhabung.

Ein Blick in typische Wohnzimmer von Eltern oder Großeltern verdeutlicht das Problem: Ein Couchtisch, überladen mit drei oder vier verschiedenen Fernbedienungen – eine für den Fernseher, eine andere für die Set-Top-Box, eine dritte für den DVD-Player und eine vierte für das Audiosystem. Wenn einfach nur die Abendnachrichten eingeschaltet werden sollten, löste dies einen komplexen Bedienungsablauf aus.
Mit der schwarzen Fernbedienung wurde das System eingeschaltet, dann mit der grauen auf HDMI geschaltet, mit der langen die Lautstärke angepasst und wenn dann versehentlich ein falscher Knopf gedrückt wurde, stürzte das komplette System ab. Hier ist weniger manchmal mehr. Eine minimalistische Fernbedienung stellte die Lösung dieses Problems dar.
Seit Jahren steht die Sicherheitsbranche vor einer ähnlichen Herausforderung. Viele Video Management Systeme (VMS) haben sich im Laufe der Zeit zu solchen alten, tastenreichen Fernbedienungen entwickelt. Wollte ein Kunde „nur schnell Aufnahmen finden“, auf denen dokumentiert war, wer die Palette im Lager bewegt hatte, erhielt er als Antwort ein System mit einer Benutzeroberfläche, die einem überladenen Flugzeugcockpit ähnelte. Designer vergessen, dass am Ende dieses Prozesses immer ein Mensch steht. Ein Bediener, der einfach nur seine Arbeit erledigen möchte. Schnell, reibungslos und ohne Panik.
Weniger Tasten, mehr Aktion
Genau deshalb wurde die Hanwha Vision Blaze-Plattform konzipiert. Anstatt Werkzeuge zu verstreuen und den Bediener zu zwingen, zwischen getrennten Anwendungen oder versteckten Menüs zu springen, wurde alles in einem einzigen, ergonomischen Fenster zusammengefasst, das in logische Blöcke unterteilt ist.
Die Benutzeroberfläche basiert auf einer Registerkartennavigation, ähnlich wie ein Standard-Webbrowser. Mit nur einem Klick ist es möglich, von einer Live-Ansicht zu einer interaktiven Karte oder der KI-Metadatenbank zu wechseln? Zudem wurden auch starre, vordefinierte Anzeigeraster verworfen. Der Nutzer zieht einfach Kameras auf den Bildschirm, und diese passen sich automatisch dem verfügbaren Platz an. Sogar die Entzerrung von Fisheye-Kameras wird intuitiv mit einem einfachen Scrollen des Mausrads gehandhabt. Die gesamte Architektur ist für vollständiges Multitasking ausgelegt, sodass der Bediener sich nie in einem Labyrinth von Funktionen verliert.
Das IT-TCO-Paradoxon: Die Illusion von anfänglichen Einsparungen
Bei der Planung von Projektbudgets ist es einfach, Zahlen in einer Excel-Tabelle zu vergleichen. Man sieht die Kosten einer Einzelkanallizenz und denkt: „Ich wähle dieses System und spare Geld.“ Das ist ein grundlegender Fehler. Der Lizenzpreis ist nur die Spitze des Eisbergs. Die tatsächlichen Gesamtkosten des Besitzes (TCO) liegen unter der Oberfläche, verborgen in Hardwareanforderungen, Serverwartung, Infrastruktur und Bereitstellungszeit.
Die meisten traditionellen Systeme stellen hohe Anforderungen an die Hardware-Ressourcen. Um fortschrittliche Analysen zu unterstützen, muss in massive Server investiert werden. Darüber hinaus hat sich am Markt die sogenannte Active-Standby-Failover-Architektur etabliert. Bei diesem Modell wird ein zweiter, baugleicher Server bereitgestellt, der im Leerlauf verweilt, bis das primäre System ausfällt. Die dafür erforderliche Hardware bleibt somit größtenteils ungenutzt, bindet jedoch Ressourcen wie Rackplatz, Strom und Budget für den Fall eines potenziellen Systemausfalls.
Die Blaze-Plattform von Hanwha Vision geht einen grundlegend anderen Weg. Sie ist um eine native End-to-End-Architektur herum konzipiert. Die Kamera mit KI-Analysen und das VMS sind gut aufeinander abgestimmt. Blaze Active-Active-Failover-Clustering ermöglicht es, mehrere Server einzusetzen, die aktiv arbeiten. Wenn einer ausfällt, werden die Kameras automatisch – und für den Bediener völlig unsichtbar – auf die verbleibenden Maschinen verteilt.
Für Designer von Unternehmenssystemen bietet dies eine leistungsstarke Grundlage: Ein einzelner Server unterstützt bis zu 256 Geräte, und innerhalb eines Clusters skaliert das System auf bis zu 12.800 Kanäle.
Auch das Lizenzmodell ist unkompliziert. Eine Lizenz entspricht einer Kamera. Wenn jedoch IP-Lautsprecher oder Gegensprechanlagen angeschlossen werden sollen, deckt eine einzelne Lizenz bis zu vier Geräte ab. Bei der Integration eines NVR deckt eine Lizenz acht Kanäle ab. Diese Hardware-Optimierung in Kombination mit einem flexiblen Lizenzierungsansatz führt letztendlich zu einer deutlich kostengünstigeren und stabileren Bereitstellung.
Operator-Zeit als die seltenste Währung: KI in der Praxis
Die teuerste Komponente eines jeden Sicherheitssystems ist die menschliche Zeit.
In einem Logistikzentrum mit ununterbrochenem Fahrzeugverkehr erzeugt auf einer traditionellen VMS-Zeitleiste die Fahrzeugobjekterkennung einen einzigen, soliden Farbblock. Wenn im Nachgang – etwa nach mehreren Tagen – der genaue Zeitpunkt einer konkreten Störung wie einer klemmenden Schranke und des daraus resultierenden Rückstaus ermittelt werden muss, erfordert dies für Bedienpersonal oft eine zeitintensive und mühsame manuelle Sichtung der Aufzeichnungen.
Blaze löst dieses Problem mit einer speziellen Videobearbeitungsfunktion: Es verwandelt Tausende von Erkennungen in ein interaktives Ereignishistogramm. Anstatt blind zu suchen, können Bediener sofort Anomalien erkennen (ein plötzlicher „Spike“ im Diagramm) und mit einem einzigen Klick kann direkt zu den relevanten Sekunden des Ereignisses gesprungen werden.
Darüber hinaus wird das kommende hardwarebasierte P Series Blaze Appliance dies noch weiter vorantreiben, indem es die semantische Suche einführt. Angetrieben von generativer KI ermöglicht diese Engine den Bedienern, archivierte Videos mit natürlicher Sprache abzufragen, anstatt sich auf begrenzte, vordefinierte Metadaten zu verlassen. Anstatt nach festen Attributen zu filtern, kann einfach „Frau, die ein Telefon hält“ eingegeben werden, und das System versteht den Kontext, um präzise Ergebnisse zu liefern.
Cybersicherheit
Physische Sicherheitssysteme sind ein integraler Bestandteil der IT-Infrastruktur und unterliegen strengen Prüfungsanforderungen. Die NIS2-Richtlinie und das Cyber Resilience Act (CRA) lassen keinen Raum für Kompromisse. Blaze adressiert diese Herausforderungen auf jeder Ebene des Netzwerks. Von verschlüsselten Kamerakommunikationen über manipulationssichere exportierte Clips bis hin zu intelligentem Sitzungsmanagement ist das gesamte System gesichert.
Mit automatischer HTTPS-Aushandlung und JWT-basierter Authentifizierung erfüllt Blaze die strengen IT-Sicherheitsstandards. Aus betrieblicher Sicht ist das System auch mit einem chronologischen Audit-Log ausgestattet, das jede Benutzeraktion aufzeichnet.
Die Blaze Appliance ist eine schlüsselfertige Hardware-Einheit, die ein geschlossenes Betriebssystem ausführt. Der Administrator interagiert nur mit der VMS-Schnittstelle; es gibt keinen Zugang zu einer offenen Betriebsumgebung, die als Angriffsvektor dienen könnte. Das Gerät entspricht FIPS 140-3 Level 3 und gewährleistet einen robusten kryptografischen Schutz. Letztendlich erhält der Endkunde Hardware, die für die anspruchsvollsten Umgebungen ausgelegt ist.



















