Lünendonk-Studie: KI verändert IT-Sourcing
Ergebnisse der neuen Lünendonk-Studie „IT-Sourcing-Trends 2026/2027“ zeigen, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Leistungs- und Vertragslogik im IT-Sourcing grundlegend verändert. Viele IT-Provider investieren bereits stark in KI und passen ihre Leistungserbringung entsprechend an. Gleichzeitig steigen auch die Erwartungen der Kunden an Effizienz, Geschwindigkeit und messbare Ergebnisse. Klassische Vergütungsmodelle wie Time & Material verlieren an Bedeutung, während output- und ergebnisorientierte Modelle stärker in den Fokus rücken.
Für Unternehmen wird die Anpassung ihrer IT-Sourcing-Strategie an die neuen technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend anspruchsvoll. Entsprechend wächst der Bedarf an Beratung bei der Gestaltung geeigneter Sourcing-Modelle sowie im Zusammenspiel von Cloud, KI und digitaler Souveränität.
KI stellt etablierte Sourcing-Modelle auf den Prüfstand
Die Studienergebnisse zeigen einen grundlegenden Wandel im Verhältnis zwischen Anwenderunternehmen und IT-Providern. 90 Prozent der Studienteilnehmer erwarten von ihren IT-Dienstleistern konkrete Vorschläge, wie generative KI die Effizienz und Qualität von IT-Services verbessern kann. 70 Prozent verhandeln bei zunehmendem KI-Einsatz bereits über Abschläge auf Time-and-Material- oder FTE-basierte Vergütungsmodelle. Zudem passen 80 Prozent ihre Verträge mit IT-Providern schrittweise an, um den Einsatz generativer KI explizit zu regeln.
„KI verändert nicht nur die Produktivität der Leistungserbringung, sondern auch die über Jahrzehnte etablierten wirtschaftlichen Mechanismen im IT-Sourcing. Entscheidend wird sein, wie Kunden und Dienstleister Effizienzgewinne, Risiken und Investitionen künftig fair in Vertrags- und Preismodelle überführen und Themen wie Datennutzung, Nachvollziehbarkeit und Schutz von Betriebsgeheimnissen regeln“, kommentiert Tobias Ganowski, Senior Consultant bei Lünendonk und Studienautor, die Ergebnisse.
KI und Managed Services prägen neue Liefermodelle
Auch die Liefermodelle im IT-Sourcing verändern sich deutlich. 95 Prozent der Kunden erwarten eine zunehmende Bedeutung von Managed Services, 87 Prozent von KI-gestützten und hochautomatisierten Delivery-Modellen. 77 Prozent rechnen zudem mit mehr outcome-basierten Modellen, während 61 Prozent einen Bedeutungsverlust von Time & Material als Abrechnungsmodell erwarten. Für IT-Dienstleister bedeutet dies, Services noch stärker zu standardisieren, automatisierbare Leistungen zu skalieren und ihre Verantwortung an messbaren Ergebnissen auszurichten.
Gleichzeitig verlieren klassische Offshore-Modelle durch die zunehmende Automatisierung von Routineaufgaben an Kostenvorteilen und zwingt Offshore-Dienstleister, massiv in die Entwicklung und Steuerung von KI-Agenten zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hybride Modelle, bei denen autonome Systeme mit Offshore-Mitarbeitern zusammenarbeiten, werden daher zunehmen.
Unternehmen erhöhen Budgets für IT-Sourcing-Beratung
Die wachsende Komplexität im IT-Sourcing schlägt sich zunehmend auch in höheren Beratungsbudgets nieder und laut Studie wollen Anwenderunternehmen ihre Budgets für IT-Sourcing-Beratung erhöhen. Während für 2026 zunächst überwiegend moderate Zuwächse von bis zu 5 Prozent vorgesehen sind, rechnen 2027 bereits 56 Prozent mit einer Budgetsteigerung von mindestens 5 Prozent.
















