Werma: „Nachhaltigkeit ist kein Projekt mit Enddatum“
Nachhaltigkeit klingt oft nach Strategiepapieren, Kennzahlen und Pflichtprogrammen. Bei Werma Signaltechnik beginnt das Thema allerdings deutlich früher – im täglichen Arbeiten, in kleinen Entscheidungen und manchmal auch in unbequemen Diskussionen. Katja Schiller verantwortet bei Werma das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement. Im Gespräch erzählt sie, warum Nachhaltigkeit nie „fertig“ ist, wo Unternehmen heute wirklich gefordert sind – und weshalb Veränderung nur funktioniert, wenn Menschen mitziehen.

Nachhaltigkeit betrifft heute nahezu alle Unternehmensbereiche: vom Gebäudemanagement über Produktion und Einkauf bis hin zu Entwicklung, HR und Kommunikation. „Besonders intensiv arbeiten wir mit den Teams aus Technik, Produktion und Management zusammen, weil dort viele strategische und operative Entscheidungen zusammenlaufen. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit aber keine reine Fachabteilung. Die besten Ideen entstehen oft direkt aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeitenden“, so Katja Schiller.
Nachhaltigkeit sei kein kurzfristiger Trend und auch kein reines Marketingthema. Das Unternehmen verstehe sie als kontinuierlichen Prozess. Es gebe keinen Punkt, an dem man sagen kann: „Jetzt sind wir nachhaltig.“ Rahmenbedingungen veränderten sich ständig – technologisch, gesellschaftlich und regulatorisch. Deshalb gehe es darum, permanent zu hinterfragen, wo man besser werden könne. Das betreffe ökologische Themen genauso wie wirtschaftliche Stabilität und soziale Verantwortung.
„Ich glaube, ein zentraler Unterschied ist, dass wir das Thema sehr realistisch und ehrlich betrachten. Wir machen uns nichts vor: Als produzierendes Unternehmen haben wir einen direkten Einfluss auf Ressourcenverbrauch, Energieeinsatz und Lieferketten – und nicht alles lässt sich von heute auf morgen nachhaltig gestalten“, so Katja Schiller.
Nachhaltigkeit bedeute für das Unternehmen vor allem: Dinge immer wieder hinterfragen, auch unbequeme Diskussionen führen und Schritt für Schritt besser werden. Das sei manchmal langsamer, als man es sich wünschen würde, und erfordere intern auch Überzeugungsarbeit – „aber ich halte genau diesen kontinuierlichen, ehrlichen Ansatz für glaubwürdiger als schnelle, perfekt klingende Lösungen.“
Werma arbeitet kontinuierlich daran, seine Umwelt- und Energieperformance weiter zu verbessern. Dazu zählen ganz konkrete Maßnahmen wie die Photovoltaikanlage, der Bezug von 100 % Ökostrom oder die Nutzung von Prozessabwärme. Auch durch den Umstieg auf eine Gas-Hybrid-Heizung konnte der CO₂-Ausstoß bereits deutlich reduziert werden. „Diese Ansätze denken wir aktuell im Rahmen unseres Neubaus konsequent weiter“, so Katja Schiller.
„Parallel beschäftigen wir uns intensiv mit neuen gesetzlichen Anforderungen – etwa mit EU-Verordnungen zu Verpackungen oder zur Entwaldung. Hier geht es für uns darum, frühzeitig die richtigen Strukturen zu schaffen. Ein weiterer Schwerpunkt ist für uns, die Themen, an denen wir arbeiten, stärker nach außen sichtbar zu machen. Dazu gehört auch, unsere Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und unsere Fortschritte transparenter zu kommunizieren.“
Bereits bei dem Neubau 2015/2016 habe das Unternehmen viele nachhaltige Aspekte berücksichtigt – beispielsweise energieeffiziente Konzepte und die Nutzung von Abwärme. Heute denke man noch stärker in Richtung Klimaresilienz, Biodiversität, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig gewinne das Thema zirkuläres Bauen zunehmend an Bedeutung. „Gebäude müssen künftig flexibler, langlebiger und ressourcenschonender geplant werden. Uns ist es ein sehr starkes Anliegen all diese Aspekte systematisch in der Planung und auch bereits in der Bauphase zu berücksichtigen. Die DGNB-Zertifizierung ist uns dabei selbstverständlich“, so Katja Schiller.
„Wir sehen Nachhaltigkeit nicht als abgeschlossenen Maßnahmenkatalog. Es entstehen ständig neue Ideen, neue Anforderungen und neue Möglichkeiten. Bei Werma beschäftigen wir uns intensiv mit all den Themen rund um Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Bauen und die Einbindung unserer Mitarbeitenden. Entscheidend bleibt für uns, Schritt für Schritt besser zu werden – kontinuierlich und glaubwürdig.“


















