17.10.2023 • News

ZVEI: Wachstum bei Prozessautomation schwächt sich ab

Nach zwei starken Jahren liegen die Umsätze bei den Mitgliedsunternehmen des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung (M+P) auch im Zeitraum Januar bis September 2023 einstellig über Vorjahr. Bei den globalen Auftragseingängen hingegen ist ein leichter Rückgang im mittleren einstelligen Bereich zu erkennen, der noch bis Anfang 2024 anhalten könnte.

Die globalen Trends Elektrifizierung und Digitalisierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind weiterhin einflussreiche Faktoren. Dadurch erwarten die Unternehmen ab Frühjahr wieder deutlich positive Impulse für die Branche. Etwa kann durch Digitalisierungslösungen, wie zum Beispiel der NAMUR Open Architecture (NOA), der großen Herausforderung des Fachkräftemangels begegnet werden. So können unter anderem Monitoring und Optimierung sowie die Wartung in verfahrenstechnischen Anlagen digitalisiert und effizienter gestaltet werden.

Uneinheitliches Bild in Regionen und Abnehmerbranchen
Während bei Produkten und Lösungen aus dem Geschäftsfeld „Instrumentierung“ noch Wachstum zu erkennen ist, zeigt sich der Bereich „Leittechnik“ bereits schwächer. Im Hinblick auf die Regionen kommen positive Signale aus dem US-amerikanischen Markt. Auch der asiatische Markt entwickelt sich zum überwiegenden Teil erfreulich. Insbesondere Indien sticht positiv heraus, China dagegen schwächelt.

Auch das Europa- und insbesondere Deutschlandgeschäft zeigt sich eher schwach. Vor allem bei der deutschen Chemieindustrie ist eine erkennbare Investitionszurückhaltung zu vernehmen, die zu einem Geschäftsrückgang mit dieser Branche führt. Zuwächse konnten hingegen in der Pharmaindustrie sowie in den Sektoren Öl, Gas, Wasserstoff, Wasser und Abwasser erzielt werden. In der Prozessindustrie hilft Automatisierung bei Effizienzsteigerung und führt somit zu einer Verbesserung der Kostenbasis.

Die Prozessautomation in Deutschland hatte Ende 2022 126.500 Beschäftigte und erwirtschaftete 2022 mit einem Umsatz von 24,9 Milliarden Euro, gut elf Prozent des Umsatzes der Elektro- und Digitalindustrie insgesamt. Die Exporte lagen in diesem Zeitraum mit 18,4 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie die Importe mit 10,3 Milliarden Euro.

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