04.04.2025 • Topstory

Sicherheits-Laserscanner von Leuze

Sicherheits-Laserscanner haben sich in automatisierten Anlagen und Produktionsumgebungen als effiziente Lösungen für den Schutz von Mensch und Maschine etabliert. Benjamin Schmid, Chief Innovation Officer bei Leuze, erläutert im Gespräch die Vorteile dieser Technik und weshalb ultra-kompakte Modelle im Kommen sind.

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Benjamin Schmid, Chief Innovation Officer
© w. adam / publick

GIT SICHERHEIT: Herr Schmid, weshalb spielen Sicherheits-Laserscanner für viele Anwendungen in der Industrie eine wichtige Rolle?

Benjamin Schmid: Sicherheits-Laserscanner sind ein Schlüsselwerkzeug, um Mensch und Maschine in der Industrie 4.0 zuverlässig zu schützen. Mit ihren frei konfigurierbaren Sicherheitszonen, lassen sie sich dynamisch anpassen. Ein Beispiel ist die Absicherung von fahrerlosen Transportsystemen in der Logistik: Hier müssen die Scanner nicht nur Hindernisse erkennen, sondern die Sicherheitszonen jederzeit an die Bewegungsrichtung des Fahrzeugs anpassen. Ebenso eignen sie sich zur Zugangsüberwachung an Fertigungsanlagen, etwa bei Roboterschweißzellen. Der Scanner erkennt, wenn jemand in die Gefahrenzone eintritt und kann die Maschine sofort anhalten. Diese Technik ist auch bei kollaborativen Robotern unverzichtbar, hier können Laserscanner flexibel die Arbeitsumgebung überwachen. Und dann bei Annäherung einer Person die Robotergeschwindigkeit reduzieren oder diesen stoppen. All das macht die Geräte in der industriellen Automation aus meiner Sicht unverzichtbar.

In den vergangenen Jahren haben kompakte Geräte an Bedeutung gewonnen. Warum sind die Abmessungen eines Sicherheits-Laserscanners und dessen Integration immer öfter ein entscheidender Faktor für Anlagenbetreiber?

Benjamin Schmid: Um es zugespitzt zu formulieren: In der Industrie zählt heute jeder Millimeter. Produktions- und Logistikumgebungen werden immer dichter gepackt, dadurch bleibt häufig auch weniger Fläche für die Sicherheitslösungen. Deshalb lässt sich ein Sicherheits-Laserscanner mit kleinen Abmessungen leichter integrieren. Hinzu kommt das Gewicht: Jedes zusätzliche Gramm zählt. Ob an Maschinenfronten und Robotern, engen Förderstrecken oder am FTS, wo der Platz ohnehin begrenzt ist. Auch ein wichtiger Aspekt: Ausgeklügelte Installationsmethodik senkt die Installationskosten, weil man einfachere Halterungen nutzen kann und keine oder nur kleinere Gehäusekonstruktionen für die Sicherheitskomponente braucht. Manchmal bleibt es dem Betreiber sogar erspart, eine bestehende Anlage umzubauen, wenn der neue Scanner kompakter ist als der alte. Das reduziert die Komplexität, den Aufwand und damit die Kosten.

Aber können diese ultra-kompakten Scanner bei der Leistung auch mit ­größeren Modellen mithalten?

Benjamin Schmid: Absolut. Dank moderner Technologien stehen kompakte Modelle ihren größeren Pendants in nichts nach. Die Leistung hängt nicht von der Größe ab, sondern von der zugrundeliegenden Technologie. So sind ultra-kompakte Geräte wie unser RSL 200 optimal für den Einsatz an FTS und AMR geeignet. Derzeit ist er der kleinste Sicherheits-Laserscanner auf dem Markt, kann aber dank drei Meter Reichweite und einem 275 Grad breiten Scanwinkel zur Bereichssicherung an Maschinen und Anlagen verwendet werden. Natürlich sind je nach Anlage manchmal größere Reichweiten erforderlich. In dem Fall lohnt sich dann ein Sicherheits-Laserscanner wie der große Bruder RSL 400 mit bis zu 8,25 Meter Reichweite. Dieser arbeitet mit bis zu zwei unabhängigen Schutzfunktionen und kann so zwei Scanner ersetzen – das macht wiederum die größeren Abmessungen wett.

Worauf sollten Anlagenbetreiber bei Sicherheits-Laserscannern noch achten?

Benjamin Schmid: Es ist wichtig, die spezifischen Anforderungen der Anlage zu analysieren. Soll der Scanner stationär oder mobil eingesetzt werden? Welche Reichweite und Auflösung werden benötigt? Faktoren wie Schnittstellen und Flexibilität bei der Konfiguration beziehungsweise Diagnose spielen ebenso eine Rolle. Für unseren Laserscanner bieten wir eine passende Service-App an, um auf Statusinformationen und Diagnosedaten zuzugreifen. Per Bluetooth lassen sich alle Informationen aus der Entfernung erfassen. Das ist von Vorteil, wenn der Laserscanner in schwer einsehbaren Bereichen einer Anlage montiert ist. Oder wenn der Zugang zum Gerät eingeschränkt ist. Für das Auslesen der Informationen muss das Schutzfeld nicht betreten werden, die Maschine kann also unterbrechungsfrei weiterarbeiten. Nicht zu vergessen: Seit Januar 2025 gilt die neue ISO 13855, die Berechnungsgrundlage für den Sicherheitsabstand hat sich geändert. Deshalb sollte jeder Anlagenbetreiber seine Anlagen und die Positionierung von Schutzeinrichtungen diesbezüglich überprüfen lassen – Leuze unterstützt bei Fragen dazu gerne.

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