24.08.2026 • Topstory

Brandschutz im Modulbau-Hochhaus: Vollschutz für 720 Wohnungen

Das Studierendenwohnheim in Bochum ist nicht nur das höchste in Modulbauweise errichtete Gebäude Europas, sondern auch ein Musterbeispiel für konsequente Sicherheitstechnik. Die Experten von Heckermann Objektschutz (Garandus-Gruppe) haben für dieses anspruchsvolle Hochhausprojekt auf die Brandschutzlösungen von Hertek gesetzt.

Verglaster Eingangsbereich eines Hochhauses
Eingang hat die Feuerwehr jederzeit Zugang. Feuerwehrlaufkarten und Einsatzpläne steuern die Arbeit im Einsatzfall
© Daiwa House Modular Europe GmbH
Graues Hochhaus mit weißem, durchbrochenem Schachbrettmuster
Das Studentenwohnheim in Bochum wurde in Modulbauweise errichtet. Im Alarmfall wird es geschossweise evakuiert
© Daiwa House Modular Europe GmbH

720 Wohneinheiten, bis zu elf Stockwerke, Modulbauweise – und höchste Anforderungen an den Brandschutz: Für das Wohnheim wurde eine flächendeckende Überwachung nach DIN 14675 Kategorie 1 „Vollschutz“ erstellt. Hier steht der Schutz von Personen im Vordergrund, und deshalb werden alle Gebäudeteile einbezogen. Das gesamte Gebäude ist mit einer dynamischen Alarmierungsanlage nach DIN VDE 0833 ausgestattet. Im Brandfall erfolgt die Alarmierung geschossweise, und zwar zunächst die betroffene Etage sowie die darüber und darunter liegende. Dies erleichtert eine eventuell nötige Evakuierung und trägt dazu bei, Panik zu vermeiden.
Als Hochhaus gilt das Wohnheim als Sonderbau – mit entsprechend verschärften Sicherheitsanforderungen. Die vorgeschriebene Brandfallsteuerung übernimmt im Ernstfall automatisch eine Vielzahl kritischer Sicherheitsfunktionen und stellt sicher, dass keine manuelle Eingreifnotwendigkeit entsteht. Zum Beispiel fahren Aufzüge bei einem Brand ins Erdgeschoss. Sollte allerdings von dort aus die Brandmeldung erfolgt sein, leitet die teildynamische Brandfallsteuerung sie ins 1.OG. Die Türen müssen offenstehen, damit die Rettungskräfte die Kabine überprüfen können.

Weitere automatisierte Schutzmechanismen, die die Brandfallsteuerung übernimmt, sind das Abschalten der Lüftung oder die Aktivierung von Brandschutzklappen. Besonders sicherheitsrelevant: In den Treppenhäusern und vor den Aufzügen verhindert eine Druckbelüftungsanlage mit erhöhtem Luftdruck zuverlässig, dass Rauch in die Fluchtwege gelangt – und sichert damit die Evakuierungswege auch bei schwerem Brandgeschehen.

Ein zentrales Sicherheitselement ist der dedizierte Feuerwehraufzug. Er verfügt über eine eigene Bedienebene, mit der die Feuerwehr ihn jederzeit aus der automatischen Brandfallsteuerung herausnehmen und gezielt für Evakuierungen oder Löschangriffe einsetzen kann. Die brandschutztechnisch getrennten Aufzugschächte bilden zudem eine wirksame bauliche Barriere gegen die Ausbreitung von Feuer über mehrere Etagen.

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