10.07.2026 • Topstory

Hybride Bedrohungen im Fokus: Warum Sicherheit heute Chefsache ist und Resilienz über den Unternehmenserfolg entscheidet

Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark sich die Bedrohungslage verändert hat. Es geht längst nicht mehr nur um IT-Sicherheit, sondern um die Stabilität ganzer Organisationen, sagt Markus Weidenauer, geschäftsführender Gesellschafter der SecCon Group. Er zeigt auf, welche Entwicklungen Unternehmen jetzt zwingend berücksichtigen müssen und warum klassische Sicherheitsansätze nicht mehr ausreichen.

Mann mit grauem Sakko und schwarzem Hemd vor sandfarbenem Gebäude
Markus Weidenauer, geschäftsführender Gesellschafter der SecCon Group
© SecCon Group

Sicherheit entwickelt sich für Unternehmen mehr und mehr zu einem zentralen Managementthema. Mit der Dynamik hybrider Bedrohungen wachsen auch die Anforderungen an Prävention, Krisenfestigkeit und unternehmerische Verantwortung. Geschäftsführungen sind daher gefordert, Risiken nicht nur zu bewerten, sondern Sicherheit systematisch in ihre Entscheidungs- und Führungsstrukturen zu integrieren.

Sicherheit ist Chefsache

Geschäftsführungen stehen heute persönlich in der Pflicht, Risiken ganzheitlich zu bewerten und entsprechende Maßnahmen nachweisbar umzusetzen. Regulatorische Anforderungen, steigende Haftungsrisiken und die zunehmende Komplexität von Bedrohungen führen dazu, dass Sicherheitsfragen unmittelbar auf oberster Entscheidungsebene verankert werden müssen. „Geschäftsführer können sich nicht mehr darauf verlassen, dass Sicherheit irgendwo im Unternehmen schon mitgedacht wird. Sie müssen selbst verstehen, welche Risiken existieren, welche Konsequenzen sie haben können und wie diese sich auf die Unternehmung auswirken“, so der Sicherheitsexperte.

Hybride Bedrohungen

Eine klare Trennung zwischen Cyberangriffen und physischen Gefahren existiert nicht mehr. „Angreifer kombinieren digitale, psychologische und reale Methoden gezielt miteinander. Social Engineering, Deepfakes oder eine gerichtete Einflussnahme auf Schlüsselpersonen sind längst Teil komplexer Angriffsszenarien“, so Weidenauer. Unternehmen sehen sich damit einer Bedrohungslage gegenüber, die deutlich schwerer zu erkennen und noch schwerer zu kontrollieren ist. Besonders im Fokus stehen dabei Führungskräfte, die als Zugangspunkt zu sensiblen Informationen und Entscheidungsprozessen dienen.

Mensch als zentraler Risikofaktor

Trotz der zunehmenden Bedeutung von Führungskräften als Angriffsziel bleiben viele Schutzkonzepte weiterhin stark technikzentriert. „Angriffe richten sich heute aber nicht mehr nur gegen Systeme, sondern gezielt gegen Menschen. Wer das nicht berücksichtigt, lässt eine entscheidende Sicherheitslücke offen“, betont Weidenauer. Sicherheitsstrategien müssen daher den Faktor Mensch systematisch einbeziehen – von der individuellen Risikoanalyse über Verhaltensprävention bis hin zu klar definierten Krisenreaktionen. Der Experte fügt hinzu: „Unternehmen sollten sich darüber klar werden, wie angreifbar ihre Schlüsselpersonen sind, und das gilt nicht nur beruflich, sondern auch privat.“

Resilienz durch Integration

Effektive Sicherheit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern erst durch das Zusammenspiel von Prozessen, Technologien und Strukturen. Das bedeutet, in der Praxis müssen Compliance, Risikomanagement, Business Continuity und operative Sicherheitsmaßnahmen miteinander verzahnt werden. Für viele Unternehmen geht das einher mit einem grundlegenden Perspektivwechsel: weg von isolierten Sicherheitslösungen hin zu integrierten, strategisch gesteuerten Konzepten. „Resilienz ist kein Produkt und kein Projekt. Sie ist das Ergebnis konsequenter Integration über alle Ebenen hinweg und sie gehört permanent überprüft“, so der Geschäftsführer der SecCon Group.

Krisenfähigkeit als Wettbewerbsfaktor

Unternehmen, die in Krisensituationen schnell reagieren, Entscheidungen treffen und Strukturen aufrechterhalten können, sichern nicht nur ihre Stabilität, sondern auch ihre Marktposition. Damit entwickelt sich die Fähigkeit, auch im Extremfall handlungsfähig zu bleiben, zunehmend zum Differenzierungsmerkmal. Gerade vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Anforderungen steigt zudem der Druck auf die Unternehmensleitung, entsprechende Strukturen zu schaffen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Am Ende geht es nicht nur um Sicherheit, sondern um die Sicherung der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit. Wer in der Krise nicht führen kann, verliert die Kontrolle über das eigene Unternehmen“, fasst Weidenauer zusammen.

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