Krankenhaustransformationsfonds: Warum Sicherheit zum Kern der Reform gehört
Deutschlands Krankenhäuser stehen vor einem tiefgreifenden Umbau. Die Krankenhausreform soll Strukturen straffen, Leistungen bündeln und die Versorgung zukunftsfähig machen. Digitalisierung, Spezialisierung und neue Versorgungsmodelle sind dabei zentrale Hebel. Gleichzeitig wächst jedoch ein Risiko, das lange unterschätzt wurde: die mangelnde Resilienz vieler Einrichtungen gegenüber Krisen, Angriffen und Störungen des Betriebs.
Studie offenbart gravierende Defizite
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) aus dem Herbst 2025. In Szenarien wie Cyberangriffen, Sabotage oder dem Verteidigungsfall offenbaren sich gravierende Defizite – nicht nur in der IT, sondern auch bei Personal, Organisation und physischer Sicherheit. Gerade Letztere wird im Klinikalltag häufig auf Technik- oder Serverräume reduziert, obwohl sie das gesamte Gebäude und alle Abläufe betrifft.
Dass die Bedrohungslage nicht theoretisch ist, zeigt der Klinikalltag. Übergriffe auf Personal, unbefugter Zutritt zu sensiblen Bereichen oder der Diebstahl von Medikamenten und Technik nehmen seit Jahren zu. Oft fehlen klare Zutrittskonzepte, die regeln, wer sich wann und wo im Gebäude bewegen darf. Gelangen Unbefugte in Technik- oder Funktionsräume, steht im Ernstfall die Versorgungssicherheit der gesamten Einrichtung auf dem Spiel.
NIS2 und KRITIS erhöhen den Handlungsdruck
Parallel dazu verschärft der Gesetzgeber die Anforderungen. Mit der im Dezember 2025 in Kraft getretenen Netzwerk- und Informationssicherheitsrichtlinie NIS2 und dem geplanten KRITIS-Dachgesetz wird der Schutz kritischer Infrastrukturen deutlich ausgeweitet. Künftig sind nicht mehr nur große Kliniken betroffen, sondern nahezu die gesamte Gesundheitsversorgungskette. Gefordert werden belastbare Risikoanalysen, abgestufte Schutzkonzepte und nachweisbare Maßnahmen zur physischen Sicherheit.
Intelligente Zutrittssteuerung statt Abschottung
Resiliente Krankenhäuser denken Sicherheit deshalb ganzheitlich. Bewährt hat sich das Zonenkonzept, das Gebäude und Gelände in unterschiedlich geschützte Bereiche gliedert – vom öffentlichen Eingangsbereich bis zu Hochsicherheitszonen wie Intensivstationen, Laboren oder Apotheken. Elektronische Schließ- und Zutrittssysteme ermöglichen es, Zugangsrechte flexibel zu steuern, zu dokumentieren und bei Bedarf sofort anzupassen. Sicherheit bedeutet hier nicht Abschottung, sondern intelligente Steuerung des Klinikbetriebs.
Förderlogik des KHTF richtig nutzen
Die entscheidende Frage bleibt jedoch: Wie lassen sich solche Investitionen finanzieren? Der Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) stellt bis 2035 rund 50 Milliarden Euro für den Umbau der Kliniklandschaft bereit. Gefördert werden allerdings nur Maßnahmen mit klarem strukturellem Transformationsbezug. Einzelne Sicherheitsmaßnahmen ohne Einbettung in größere Projekte gelten in der Regel nicht als förderfähig.
Gerade darin liegt jedoch eine oft übersehene Chance. Physische Sicherheit lässt sich sehr wohl als Teil eines Transformationsprozesses begründen – etwa beim Umbau von Notaufnahmen, der Neuorganisation von Patientenströmen oder der Vernetzung von Klinikstandorten. Moderne Zutritts- und Rettungswegtechnik ist dabei keine Zusatzoption, sondern eine funktionale Voraussetzung für sichere, effiziente Abläufe.
Supportpaper als praktische Entscheidungshilfe
Wie sich Sicherheit erfolgreich in die Förderlogik des KHTF integrieren lässt, zeigt ein Supportpaper von Assa Abloy. Der Leitfaden richtet sich an Klinikmanager und Sicherheitsverantwortliche und erläutert praxisnah, unter welchen Bedingungen sicherheitstechnische Maßnahmen förderfähig sind. Er erklärt die Systematik des Fonds, zeigt typische Stolpersteine auf und liefert konkrete Argumentationshilfen für Förderanträge – von der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen bis zum Schutz von Personal und sensiblen Bereichen.
Das Supportpaper ist hier kostenfrei verfügbar.


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