Krisenmanagement im DACH-Raum: Warum viele Unternehmen trotz Dokumentation gefährlich unvorbereitet sind
Eine Umfrage zum Reifegrad des Krisenmanagements in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt: Zwar sind die Krisenmanagementsysteme in der Mehrheit der befragten Organisationen dokumentiert, doch erfüllen sie oftmals nicht alle Anforderungen an ein modernes Krisenmanagement. Insbesondere wird die Ausbildung der Mitglieder in den Krisenstäben häufig vernachlässigt. Auch die Belastungssituation in der Stabsarbeit sowie der Umgang mit Dilemmata werden in vielen Organisationen nicht oder nur unzureichend behandelt. Existiert der Krisenplan eines Unternehmens nur auf dem Papier, droht die Gefahr, dass sich Unternehmen in trügerischer Sicherheit wiegen. Ein Beitrag von Max Brägger, Berater bei der Beratungsgesellschaft Verismo.

Im Rahmen einer Reifegradanalyse hat die Verismo zusammen mit Partnern in Ihrem Netzwerk insgesamt 85 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht. Davon zählen 59 Organisationen zu den Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. 29 Unternehmen verstehen sich als Kritische Infrastruktur. Die Bewertung erfolgte durch eine geführte Selbstevaluation, bei der die Teilnehmer ihr Krisenmanagement anhand von 15 Prüfkriterien einschätzten. Grundlage für diese Kriterien war die ISO 22361:2022, der erste international anerkannte Standard für Krisenmanagement.
Zur Bewertung wurde ein fünfstufiges Reifegradmodell verwendet:
Stufe 1 – Ad hoc: Lediglich reaktive Strukturen vorhanden
Stufe 2 – Intuitiv: Maßnahmen sind etabliert, aber nicht dokumentiert
Stufe 3 – Definiert: Maßnahmen sind etabliert und dokumentiert
Stufe 4 – Organisiert: Maßnahmen sind etabliert und werden überprüft
Stufe 5 – Optimiert: Maßnahmen werden umfangreich organisiert und laufend optimiert
Die 15 Prüfkriterien orientierten sich jeweils an den Anforderungen der operativen Kapitel 5 bis 9 der ISO 22361:2022, die unter anderem Themen wie Struktur und Prozesse, strategische Entscheidungsfindung, Krisenkommunikation und kontinuierlicher Verbesserung im Krisenmanagement behandeln. Diese strukturierte Herangehensweise erlaubt eine differenzierte Einschätzung des aktuellen Stands und zeigt auf, in welchen Teilbereichen des Krisenmanagements konkreter Entwicklungsbedarf besteht.
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