08.09.2026 • Topstory

TEST | Perimeterschutz: EchoPoint von Optex überzeugt im Praxistest

GIT TEST SERIE – TEIL 3. Viele Kilometer lange Perimeter gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben moderner Sicherheitstechnik. Auf dem Testgelände von Optex untersuchte GIT SICHERHEIT gemeinsam mit dem Sachverständigen für Sicherheitstechnik Markus Piendl, wie sich mit Distributed Acoustic Sensing, kurz DAS, und dem faseroptischen Detektionssystem EchoPoint Ereignisse über viele Kilometer hinweg per Glasfaserkabel erkennen, lokalisieren und klassifizieren lassen.

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Die japanische Optex Group entwickelt seit vielen Jahrzehnten intelligente Sensorik für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Zum Portfolio gehören passive Infrarotsensoren, aktive Infrarot-Lichtschranken, LiDAR-Systeme der Redscan-Serie sowie die faseroptischen Lösungen der Tochtergesellschaft Fiber SenSys. Die unterschiedlichen Sensortechnologien lassen sich zu mehrschichtigen Sicherheitskonzepten verbinden. 

EchoPoint steht heute im Mittelpunkt dieses GIT-Testberichts. Es übernimmt innerhalb dieses Portfolios die Aufgabe, weitläufige Infrastrukturen über viele Kilometer hinweg kontinuierlich zu überwachen. 

Praxis statt Prospekt

Mann kriecht am Boden
Experte Markus Piendl: EchoPoint hat zuverlässig detektiert - und den Kriech-Test bestanden
© SMP | OPTEX | GIT SICHERHEIT

Vor Ort auf einem der professionell ausgestatteten Optex-Testgelände in Europa. Schon beim Betreten wird deutlich: Stresstest statt Showroom – oder eben Praxis statt Prospekt. Zwischen Zaunanlagen, erdverlegten Glasfasern und unterschiedlichen Versuchsfeldern wird unter realitätsnahen Bedingungen getestet, wie sich DAS im harten, praktischen Einsatz verhält. 

Statt einer klassischen Produktpräsentation erhielt Experte Markus Piendl also einen detaillierten Einblick in Planung, Installation und Inbetriebnahme von EchoPoint. Nach einer technischen Einweisung zu Systemarchitektur, Detektionszonen und Alarmmanagement konnten eigene Fragestellungen direkt auf dem Testgelände untersucht werden. Dabei wurden sowohl die Zaunsensorik als auch die Bodendetektion unter realistischen Bedingungen geprüft.

Aurélien Martin, Technical Pre-Sales Engineer bei Optex, erläutert zunächst das Grundprinzip der Technologie. Bei Distributed Acoustic Sensing (DAS) dient ein Glasfaserkabel als durchgängiges Sensorelement. Mechanische und akustische Einwirkungen entlang der überwachten Strecke verändern das in der Faser zurückgestreute Licht. Das Perimeterschutz-System EchoPoint wertet diese Veränderungen aus, ordnet sie einem Ereignisort zu und unterstützt die Klassifizierung unterschiedlicher Ereignisarten.

Vorteil: Befestigung am Zaun, im Erdreich und hybrid

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Test: Übersteigversuch mit Decke und Leiter
© SMP | OPTEX | GIT SICHERHEIT

EchoPoint überzeugt Markus Piendl direkt beim Start in die Test-Szenarien. Denn eine besondere Stärke liege in der flexiblen Installation. Das EchoPoint-Sensorkabel kann je nach örtlichen Bedingungen am Zaun befestigt, im Erdreich verlegt oder innerhalb eines Projekts in einer hybriden Ausführung aus beiden Montagearten eingesetzt werden. „Ein großer Vorteil bei Projekten in der Praxis!“, so der Experte. Pluspunkt.

Was zudem für das System spricht: Glasfaser ist vollständig passiv. Entlang der überwachten Strecke befinden sich keine aktiven elektronischen Komponenten. Dadurch eignet sich die Technologie, wie Piendl konstatiert, besonders für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit, elektromagnetische Verträglichkeit und Blitzfestigkeit. Weiterer Pluspunkt im Testprotokoll.

Im Verlauf des Tests bescheinigt Markus Piendl dem Technical Director bei Optex, Geoffrey Michaud, einen weiteren Vorteil in der kontinuierlichen Überwachung langer Strecken. EchoPoint ermöglicht die Bildung virtueller Detektionszonen und lokalisiert Ereignisse entlang der Sensorfaser mit einer Herstellerangabe von plus/minus 6 Metern. Durch die Zuordnung des Faserverlaufs zu geografischen Positionsdaten lassen sich Alarmmeldungen mit GPS-Koordinaten verknüpfen und auf einer Lagekarte darstellen. 

Die Integration in Video-Management-, PSIM- und Leitstellensysteme unterstützt anschließend die gezielte Verifikation und Bearbeitung des Ereignisses. Je nach Systemkonfiguration kann die Überwachung zudem ausfalltolerant oder redundant aufgebaut werden. Noch ein Positiv-Haken in der Checkliste von Tester Piendl.

Intelligente Ereignisklassifizierung

Schlanker Mann mit kurzem blauen Hemd und Sonnenbrille hantiert an Zaun
Test: Empfindlichkeits­einstellungen
© SMP | OPTEX | GIT SICHERHEIT

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Perimetersystemen besteht laut Markus Piendl darin, dass Distributed Acoustic Sensing nicht nur feststellt, dass ein Ereignis stattfindet, sondern dass es auch die charakteristischen Schwingungsmuster entlang der Glasfaser analysiert. Unterschiedliche Einwirkungen – beispielsweise Schritte, Fahrzeugbewegungen, Grabungsarbeiten oder Manipulationen an einem Zaun – erzeugen jeweils eigene akustische Signaturen. Dadurch gewinnt die Detektion deutlich an Aussagekraft.

Trumpf im Test: EchoPoint wertet diese Signaturen kontinuierlich aus, ordnet sie einem Ereignisort zu und klassifiziert sie entsprechend ihrer Charakteristik. Dadurch erhält der Sicherheitsverantwortliche neben der Positionsmeldung eine erste Einschätzung, welche Art von Ereignis wahrscheinlich vorliegt. 

Dies wiederum erleichtert die Bewertung der Situation und ermöglicht eine schnellere Reaktion. In Kombination mit einer Videoverifikation entsteht ein mehrstufiges Sicherheitskonzept: Die Glasfaser übernimmt die Detektion, während Kameras oder weitere Sensoren das Ereignis bestätigen. Ergebnis: die Nuisance Alarm Rate (NAR) ist reduziert, Einsatzkräfte können gezielter eingesetzt werden.

Satellitenaufnahme eines Testgeländes mit Erklärungen
EchoPoint Frontend: Blick auf das Test-Areal
© SMP | OPTEX

Ergebnisse und Erkenntnisse

Mann kniet am Boden vor einem Zaun und zeigt auf geöffneten Sensorikkabelschacht
Test: Eingelassene Bodensensorik
© SMP | OPTEX | GIT SICHERHEIT

Der Verlauf des Prüfprogramms zeigt es: Experte Piendl ist rundum zufrieden. 

  • EchoPoint erkannte sämtliche vorbereiteten Angriffsszenarien sowohl an der zaunmontierten als auch an der erdverlegten Sensorstrecke zuverlässig. 
  • Voralarme, Hauptalarme und Sabotagemeldungen ließen sich in Echtzeit nachvollziehen und den jeweiligen Ereignissen zuordnen. 
  • Die Auswirkungen veränderter Parametrierungen konnten unmittelbar beobachtet werden. 

Die von EchoPoint gemeldeten Ereignispositionen wurden mit den GPS-Koordinaten der Testpunkte abgeglichen. Parallel dazu ­ermöglichte die Videoverifikation die visuelle Bestätigung der Ereignisse. Fazit: Auch in dieser Hinsicht vollumfänglich bestanden.

Die Anbindung an die Management-Software Milestone XProtect führte anschaulich vor, wie sich Detektion, Verifikation und Alarmbearbeitung sinnvoll miteinander verbinden lassen – mit EchoPoint als zentralem Baustein.

Das Prüfprogramm für EchoPoint

Auf dem Testgelände wurden sowohl die zaunmontierte als auch die erdverlegte Ausführung praktisch untersucht. Die Versuche wurden bei trockenem, wolkenlosem Wetter, einer Temperatur von 28 °C und mäßigem Wind mehrfach durch­geführt. Das Prüfprogramm umfasste folgende Punkte: 

Zaundetektion

  • Installation und Projektierung der Sensorik
  • Parametrierung der Detektionszonen
  • Übersteigen des Zauns
  • Leiteranstellung, unter anderem mit einer Decke als dämpfender Auflage
  • Aufhebeln und Durchtrennen des Zaungeflechts
  • Bewertung des Alarmverhaltens  

Vollumfänglich bestanden

Bodendetektion

  • Gehen entlang der überwachten Strecke
  • Laufen im Detektionsbereich
  • Kriechen im Detektionsbereich
  • Rollende Fortbewegung im Detektionsbereich
  • Veränderung der Empfindlichkeit
  • Analyse von Vor- und Haupt­alarmen
  • Bewertung der Lokalisierungs­genauigkeit

Vollumfänglich bestanden

Systemintegration

  • Live-Darstellung der Sensordaten
  • Videoverifikation
  • Alarmbearbeitung
  • Integration in Milestone XProtect
  • Abgleich der gemeldeten Ereignis­positionen mit den GPS-Koordi­naten der Testpunkte

Vollumfänglich bestanden

Satellitenfoto eines Flughafens
Mit EchoPoint überwacht Optex große Perimeter wie Flughäfen oder Industrieanlagen und lokalisiert Eindringversuche präzise entlang der gesamten Zaunlinie
© OPTEX

Mehrwert über den Test hinaus

Mann mit blauem Polo zeigt auf in einen Zaun integrierte Spleißmuffe
Test: Glasfaseroptischer Spleißmuffe am Zaun
© SMP | OPTEX | GIT SICHERHEIT

Rick Wakeham, als Senior Technology Manager EMEA bei Optex ebenfalls Zeuge des unabhängigen Tests, bestätigt Piendls Einschätzung zur Robustheit faseroptischer Detektion bei weitläufigen Perimetern sowie die kontinuierliche Überwachung großer Schutzstrecken: „Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse gewinnen Themen wie Blitz- und Überspannungsschutz immer mehr an Bedeutung. Glasfaserbasierte Systeme bieten hier aufgrund ihres physikalischen Aufbaus entscheidende Vorteile gegenüber konventionellen Sensorlösungen.“ 

Nützlicher Nebeneffekt der Tests im Sinne der Optex-Kunden: Wakeham zeigte sich insbesondere am Vorschlag Piendls interessiert, Logdateien künftig mithilfe künstlicher Intelligenz automatisiert auszuwerten. Ziel könnte es sein, Errichter bereits während der Inbetriebnahme bei der Optimierung der Parametrierung und bei der Fehlersuche zu unterstützen. 

Auch die Anregung Piendls, Architekten und Fachplaner schon frühzeitig für die Möglichkeiten faseroptischer Bodendetektion zu sensibilisieren, stieß auf Interesse und Zustimmung. Piendl: „Gerade bei schützenswerten Bereichen und Geländen ist es wichtig, bereits in der Planungsphase berücksichtigt zu werden, um einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn zu ermöglichen.

EchoPoint: Überzeugender Praxistest mit präziser faseroptischer Detektion und...
EchoPoint: Überzeugender Praxistest mit präziser faseroptischer Detektion und intelligenter Ereignisklassifizierung
© OPTEX

Sachverständigen­bewertung: Empfehlung für EchoPoint

Mann mit grauen Haaren
Experte Markus Piendl
© SMP

Laut Markus Piendl hat EchoPoint von Optex alle Testszenarien mit Bravour bestanden. Auch das Testgelände selbst fiel positiv auf, zudem die praxisgerechte Installation der EchoPoint-Technologie und die Möglichkeit, eigene Angriffsszenarien unter realistischen Bedingungen durchzuführen. Das ausführliche Urteil des Experten: 

„EchoPoint reagierte auf alle geprüften Angriffsszenarien nachvollziehbar und zuverlässig. Besonders hilfreich war die Möglichkeit, Voralarme, Hauptalarme und Sabotagemeldungen in Echtzeit zu verfolgen und die gemeldeten Ereignispositionen mit den GPS-Koordinaten der Testpunkte abzugleichen. Die flexible Montage am Zaun, im Erdreich oder als Hybridlösung eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten an weitläufigen Perimetern und bietet Infrastrukur-Vorteile. In Verbindung mit der Videoverifikation und dem Video-Management entstand ein vollständiger und praxisnaher Alarmbearbeitungsprozess. Abschließendes Ergebnis und Urteil: EchoPoint gilt für mich als klare Empfehlung für Perimeterschutz-Projekte.“

Kontakt zum Experten:

Sachverständigenbüro Markus Piendl

www.markuspiendl.com

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