29.07.2026 • Topstory

Top-Player Videonetzwerklösungen: Rudolf Rohr, Geschäftsführer, Barox

GIT SICHERHEIT trifft führende Unternehmen und Köpfe der Sicherheitsbranche. In diesem Interview sprechen wir mit Rudolf Rohr, Geschäftsführer, Barox, über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen.

Person mit Brille und dunklem Sakko, Arme verschränkt, vor einfarbig blauem...
Rudolf Rohr, Geschäftsführer, Barox
© Barox

Zu den jüngsten Innovationen bei Barox gehört u.a. die Vertiefung von Switch-Diagnosefunktionen in Plattformen wie dem Gallagher Command Center. Wie verändern Sie mit der erweiterten Netzwerkdiagnose den Alltag von Sicherheitsbetreibern?  

Rudolf Rohr: Die zunehmende Komplexität moderner Sicherheitsinfrastrukturen erfordert neue Ansätze im Netzwerkmanagement. Die Integration der Barox-Technologie in führende VMS-/PSIM-Systeme zeigt, wie sich der Betriebsalltag von Sicherheitsbetreibern deutlich effizienter gestalten lässt.
Im Mittelpunkt steht die vollständige Transparenz über das Sicherheitsnetzwerk. Werden Switches und IP-Geräte nahtlos in eine zentrale Plattform eingebunden, lassen sich sämtliche Komponenten, von der Zutrittskontrolle bis zur Netzwerkinfrastruktur, direkt überwachen und steuern. So entfällt die sonst oft übliche Verteilung auf mehrere Einzelsysteme. Dadurch können Entscheidungen schneller und auf einer fundierten Datenbasis getroffen werden.
Ein besonderer Vorteil liegt in der schnelleren Fehlerdiagnose. Dank Funktionen wie der Visualisierung der Netzwerktopologie, der automatischen Geräteerkennung sowie integrierte Alarmmeldungen lassen sich Störungen frühzeitig erkennen und gezielt lokalisieren. Das verkürzt die Reaktionszeiten, reduziert Ausfälle und beschleunigt die Behebung von Problemen.
Hinzu kommt der direkte Remote-Zugriff auf Netzwerkkomponenten. Geräte oder einzelne Ports können zum Beispiel aus der Ferne neu gestartet werden, ohne dass ein Vor-Ort-Einsatz nötig ist. Dies senkt nicht nur Kosten, sondern steigert auch die Effizienz und die Arbeitssicherheit.
Durch kontinuierliches Monitoring und integrierte Sicherheitsfunktionen wird ein proaktiver Betrieb möglich. Probleme können erkannt werden, bevor sie den laufenden Betrieb beeinträchtigen, was die Verfügbarkeit und Resilienz der gesamten Infrastruktur nachhaltig verbessert.

Mit der neuen US‑Tochter und verstärkten Aktivitäten in Nordamerika verfolgen Sie eine klare Wachstumsstrategie. Welche Besonderheiten des nordamerikanischen Marktes haben Ihre Entscheidung zur Expansion beeinflusst, und wie unterscheiden sich die Anforderungen dort von europäischen Sicherheitsinfrastrukturen?

Rudolf Rohr: Unsere Expansion nach Nordamerika wird vor allem durch die hohe Nachfrage nach skalierbaren und resilienten Sicherheitslösungen getragen. Gerade in den USA sehen wir ein sehr großes Interesse an unseren VMS- und PSIM-Integrationen, mit denen wir als technologischer Vorreiter gelten. Diese Nachfrage hängt eng mit den spezifischen Anforderungen des Marktes zusammen: Typisch sind große, geografisch verteilte Infrastrukturen, bei denen zentrale Steuerung, Remote-Diagnose und hohe Verfügbarkeit entscheidend sind. Gleichzeitig sind Sicherheitsnetzwerke in den USA deutlich stärker IT-orientiert und meist von Beginn an fest in die gesamte IT-Architektur eingebunden. Das führt zu hohen Anforderungen an Integration, Cybersecurity und Transparenz, ein Umfeld, in dem unsere integrierten Monitoring- und Diagnoselösungen ihre Stärken besonders gut ausspielen können.

Welche technologischen Entwicklungen werden von Ihrer Warte aus im kommenden Jahr die Branche am stärksten prägen? Welche Märkte – vertikal und regional – sind für Sie am vielversprechendsten? 

Rudolf Rohr: Aus technologischer Sicht beobachten wir, dass Netzwerke immer mehr zum kritischen Zentrum für alle Sicherheitsanwendungen werden. Dadurch gewinnen Themen wie Cybersecurity, effizientes Netzwerkmanagement und integrierte Diagnosefunktionen deutlich an Bedeutung.
Gleichzeitig sehen wir aber auch einen starken Trend hin zu plattformbasierten Lösungen. Kunden erwarten heute keine voneinander getrennten Einzelsysteme mehr, sondern tief integrierte Ökosysteme, in denen Video, Zutrittskontrolle und Netzwerkmanagement nahtlos ineinandergreifen. Genau darin sehen wir großes Potenzial für unsere VMS- und PSIM-Integrationen, weil sie eine zentrale und effiziente Steuerung ermöglichen.
Mit Blick auf die Märkte erkennen wir das größte Wachstumspotenzial vor allem in kritischen Infrastrukturen, im Transportwesen sowie bei Behörden. Diese Bereiche stellen besonders hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Sicherheit. Wie bereits erwähnt, ist Nordamerika für uns ein sehr interessanter Markt. Gleichzeitig sehen wir auch in Europa weiterhin großes Potenzial, insbesondere durch steigende regulatorische Anforderungen im Bereich Cybersecurity sowie durch die fortlaufende Modernisierung bestehender Infrastrukturen.

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