VIP-Interview: Tolga Ermis, Geschäftsführer und Mitgründer von Corsica Security
VIP in der Welt der Sicherheit: Tolga Ermis, Geschäftsführer und Mitgründer von Corsica Security

Sie sind die Heroes und Sheroes in der Welt der Sicherheit: GIT SICHERHEIT bittet wichtige Persönlichkeiten zum VIP-Interview. In jeder Ausgabe bitten wir wichtige Personen, Entscheider, Menschen aus der Sicherheitsbranche in unsere “VIP-Lounge”.
- Tolga Ermis, Geschäftsführer und Mitgründer von Corsica Security
- Wirtschaftsingenieur (M.Sc.), vorher Ingenieurstudium; Praktika in den USA (Lufthansa), China und Japan (Daimler)
- Start als Ingenieur in der Automobilindustrie
- Gründer und Geschäftsführer von promiseQ – KI-Videoverifikation für Notruf- und Serviceleitstellen
- Vertriebsleitung Europa bei Actuate, einem US-Anbieter für KI-Videoanalyse
- 2026 Gründung der Corsica Security mit zwei Partnern: eine Gruppe inhabergeführter Errichter und Leitstellen
- Kickboxer seit dem 12. Lebensjahr; heute vor allem Hyrox
Ihr Berufswunsch mit 20 war:
Ingenieur in der Autoindustrie. Nach dem Master bin ich das auch geworden.
Was hat Sie dazu bewogen, eine Aufgabe im Bereich Sicherheit zu übernehmen?
Ich bin in einem kleinen Familienbetrieb groß geworden und weiß, wie viel Arbeit darin steckt. Mit promiseQ kam ich als Quereinsteiger aus der Automobilindustrie in die Sicherheitsbranche – in die Leitstellen, um Falschalarme mit KI weitgehend zu eliminieren. Dabei habe ich viele NSLs und ihre Errichter kennengelernt und gesehen, wie viele gute Betriebe es gibt – und wie vielen die Nachfolge fehlt. Genau da setzen wir mit Corsica an.
Welche sicherheitspolitische Entscheidung oder welches Projekt sollte Ihrer Meinung nach schon längst umgesetzt sein?
Das KRITIS-Dachgesetz kam viel zu spät – aber besser spät als nie. Als Nächstes brauchen wir wirksame Antworten auf neue Bedrohungen wie Drohnen: technisch und mit dem passenden gesetzlichen Rahmen.
Die beste Erfindung im Bereich Sicherheit ist Ihrer Meinung nach:
Die Kamera – da schlägt mein Videoherz. Sie erfasst viel mehr als jeder andere Sensor, und daraus lässt sich ableiten, was zu tun ist. Dazu gehört die Aufschaltung auf eine Leitstelle: Erst wenn jemand auf den Alarm reagiert, wird aus Technik Sicherheit.
Ein Erfolg, den Sie kürzlich errungen haben, war:
Die Gründung von Corsica mit zwei Partnern – und die ersten offenen Gespräche mit Inhabern, die über ihre Nachfolge nachdenken.
Wer hat Ihrer Meinung nach eine Auszeichnung verdient?
Die Inhaber kleiner Errichterbetriebe, die seit 30 Jahren nachts rausfahren, wenn eine Anlage ausfällt. Ohne sie läuft in dieser Branche nichts.
Wobei entspannen Sie?
Beim Sport. Kampfsport mache ich, seit ich zwölf bin, heute trainiere ich vor allem für Hyrox.
Welchen Urlaubsort können Sie empfehlen?
Palermo auf Sizilien – wunderbares Essen, guter Wein.
Welche Zeitschriften lesen Sie regelmäßig?
Gelegentlich das Handelsblatt – und natürlich die GIT SICHERHEIT.
Die GIT SICHERHEIT ist für mich wichtig, weil…
… sie die Menschen erreicht, ohne die Sicherheit in Deutschland nicht funktioniert: die mittelständischen Errichter und Leitstellen.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Gone Too Far“ von Florian Matusek, einem Branchenkollegen.
Welche Musik hören Sie am liebsten?
Indie-Rock.
Was motiviert Sie?
Ich möchte etwas bewirken – und das kann ich als Unternehmer. In unserer Branche tragen wir alle eine besondere Verantwortung, weil sich andere auf uns verlassen. Diese Verantwortung treibt mich an.
Worüber machen Sie sich Sorgen – und was stimmt Sie zuversichtlich?
Sorgen macht mir, dass viele gute Betriebe keine geregelte Nachfolge haben, obwohl der Inhaber bald in Rente geht. Findet sich niemand, gehen Kunden, Wissen und Arbeitsplätze verloren. Zuversichtlich stimmt mich, dass Sicherheit gebraucht wird wie nie – und dass mit KRITIS nicht nur die Anforderungen wachsen, sondern auch die Chancen für unsere Branche.






















