28.05.2026 • Topstory

Was ein Schneesturm über isolierte Sicherheitsstrukturen offenlegt

Moderne Sicherheitsarchitekturen stehen vor entscheidenden Herausforderungen: Nicht der Mangel an Technologie ist das Problem, sondern die fehlende Verbindung zwischen den einzelnen Systemen. Davor warnt Primion-CEO Francis Cepero: „Organisationen stoßen in kritischen Situationen schnell an ihre Grenzen, wenn Zutrittskontrolle, Workforce Management und IT-Sicherheit isoliert arbeiten und nicht wirksam aufeinander abgestimmt sind.“

Primion Flugplatz mit Flugzeugen im Schneesturm
In kritischen Situationen ist es entscheidend, dass alle systemrelevanten Anwendungen miteinander kommunizieren, um Schaden abzuwenden.
© Primion/iStock-465373266

Wie gravierend diese Lücke sein kann, zeigt das Beispiel des Flughafens München im Februar 2026. Massiver Schneefall brachte den Betrieb zum Erliegen. Viele Flüge konnten nicht mehr starten und gleichzeitig fehlte eine koordinierte Reaktion, um die Passagiere zurück in die Terminals zu bringen. Denn die Busse standen nicht zur Verfügung, weil die Fahrer nach Schichtende nicht mehr im Einsatz waren und kein System diese Abhängigkeiten frühzeitig erkannt hatte. Das Resultat: 600 Passagiere mussten die Nacht in den Flugzeugen verbringen. 

Dieser Vorfall macht deutlich: In kritischen Lagen scheitert Sicherheit nicht zwingend an fehlender Technik, sondern oft an fehlender Abstimmung zwischen den operativen Systemen und Prozessen.

Resilienz ist der Schlüssel für Stabilität

Für Sicherheitsverantwortliche bedeutet das: Resilienz entsteht nicht allein durch Investitionen in einzelne Lösungen, sondern durch deren intelligente Vernetzung. Gerade angesichts wachsender Bedrohungslagen, steigender regulatorischer Anforderungen und zunehmend komplexer Betriebsabläufe wird die Fähigkeit zur bereichsübergreifenden Koordination zu einem entscheidenden Faktor. Sicherheit ist damit nicht mehr nur eine Frage von technischer Infrastruktur, sondern ein wichtiger strategischer Bestandteil für die organisatorische Stabilität.

Hinzu kommt, dass sich Entscheidungszyklen in Krisensituationen drastisch verkürzen. Was im Regelbetrieb entlang definierter Prozesse bearbeitet werden kann, verdichtet sich im Ernstfall auf Minuten oder Stunden. Dann genügt es nicht, Daten aus verschiedenen Bereichen lediglich sichtbar zu machen. Erforderlich ist eine Sicherheitsarchitektur, die Informationen aus physischen, digitalen und organisatorischen Prozessen in einem gemeinsamen Lagebild zusammenführt und daraus belastbare Reaktionen ableiten kann.

Genau hier setzt ein konvergenter Sicherheitsansatz an. Er verbindet Zutrittsmanagement, Identitätssteuerung, Personaleinsatz und digitale Sicherheit auf einer gemeinsamen Ebene. Das schafft Transparenz darüber, wer sich wo befindet, welche Berechtigungen aktiv sind und welche Risiken gleichzeitig in IT-, OT- und physischen Umgebungen bestehen. Vor allem aber ermöglicht es eine abgestimmte Reaktion über Systemgrenzen hinweg – und damit genau jene operative Handlungsfähigkeit, die in kritischen Situationen entscheidend ist.

Systeme müssen mehr als nur Daten liefern

Nach Einschätzung von Francis Cepero liegt darin ein wesentlicher Entwicklungsschritt für moderne Sicherheitsorganisationen. Erst wenn Systeme nicht nur Daten liefern, sondern koordiniert zusammenwirken, wird aus technischer Infrastruktur tatsächliche Resilienz. Unternehmen gewinnen dadurch nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch eine höhere Reaktionsfähigkeit, mehr Transparenz und robustere Prozesse; etwa bei Vorfällen an komplexen Standorten oder im Kontext regulatorischer Nachweispflichten.

Die zentrale Botschaft für alle Verantwortlichen lautet also: Zukunftsfähige Sicherheit entsteht dort, wo Systeme nicht isoliert arbeiten, sondern als abgestimmtes Ganzes. Die entscheidende Schwachstelle liegt nicht länger in einer einzelnen Lösung, sondern in den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Anwendungen. Wer diese Verbindungen stärkt, schafft die Grundlage für eine Sicherheitsarchitektur, die auch unter Druck tragfähig bleibt.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind auf der Website von Primion verfügbar.


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