06.11.2026 • Topstory

Arbeitssicherheit in der Logistik: Sicherheitskultur als Schlüssel zur Unfallprävention bei Hoffmann

„Vision Zero“, so lautet bei Hoffmann die langfristige Ambition rund um das Thema Arbeitssicherheit als zentraler Bestandteil nachhaltiger und sozialer Unternehmensführung. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung von Unfällen, sondern vor allem um die konsequente Weiterentwicklung einer Sicherheitskultur, in der alle Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen. Moritz Schmidt – Director Facility Management & EHS und Teil der hochmodernen LogisticCity – erläutert, was es dazu braucht und warum eine starke Sicherheitskultur nur durch die aktive Beteiligung der Mitarbeitenden entstehen kann.

Person in einer modernen Logistikhalle vor automatisierten Förderanlagen und...
Moritz Schmidt, Director Facility Management & EHS bei Hoffmann
© Hoffmann SE

„Null Unfälle“ – dazu braucht es kontinuierlich verschiedene Instrumente, um die Mitarbeitenden an den verschiedenen Standorten einzubinden und zu sensibilisieren. Darunter regelmäßige Sicherheitstrainings, Sicherheitsinspektionen und Audits, Berichterstattung über Vorfälle und Beinaheunfälle, präventive Aufklärungskampagnen, Austausch von Best Practices und aktive Einbindung der Teams in Sicherheitsinitiativen. Dass Vision Zero unter bestimmten Bedingungen erreichbar ist, bestätigt auch Moritz Schmidt, der in seiner Funktion und auf 100.000 m² Logistikfläche am Standort Nürnberg täglich mit potenziellen Sicherheitsrisiken konfrontiert ist: In einer der modernsten Logistikumgebungen der Hoffmann Group treffen Menschen, Flurförderzeuge, automatisierte Anlagen und komplexe Materialflüsse aufeinander. Mit einer Kapazität von bis zu 40.000 Packstücken pro Tag ein Umfeld, das hohe Anforderungen an sichere Prozesse und eine gelebte Sicherheitskultur stellt.


„Unfälle lassen sich vermeiden, wenn Sicherheitsmaßnahmen Teil des Arbeitsalltags sind: durch richtiges Verhalten, die korrekte Nutzung der Ausrüstung und das sofortige Handeln bei Risiken – am Arbeitsplatz wie auch vor Ort beim Kunden“, erläutert Moritz Schmidt. Für Hoffmann steht dabei nicht allein die Einhaltung von Regeln im Vordergrund. Ziel ist vielmehr, Sicherheit als selbstverständlichen Bestandteil des Arbeitsalltags zu etablieren. Denn nachhaltige Verbesserungen entstehen dort, wo Mitarbeitende Risiken frühzeitig erkennen, offen ansprechen und aktiv an Lösungen mitwirken. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet ein starkes Netzwerk aus Sicherheitsbeauftragten, Arbeitsschutzexpertinnen und -experten sowie Multiplikatoren an den Standorten Hand in Hand.

Von der Regelbefolgung zur Sicherheitskultur

Neben Sicherheitsregeln setzt Hoffmann auf eine starke Verankerung des Themas in der Unternehmenskultur, so auch am Standort Nürnberg. Basis ist die sogenannte Bradley-Kurve, die einen Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und Unfallrate aufzeigt. Das Modell zeigt, wie sich Organisationen von einer reaktiven Betrachtung von Arbeitssicherheit hin zu einer Kultur entwickeln können, in der Mitarbeitende Sicherheit als gemeinsame Verantwortung verstehen. Ein wichtiges Instrument, das in diesem Zusammenhang bereits zum Einsatz kommt, ist ein digitales Near-Miss-Reportsystem. Im Rahmen der Sicherheitskampagne „Sei ein Hero, melde dich, bevor etwas passiert“ sind alle Mitarbeitenden dazu aufgerufen, kleine wie große Gefahrenquellen bis hin zu Beinaheunfällen zu melden. Der Fokus liegt dabei bewusst auf dem Lernen vor dem Unfall. Jede Meldung liefert wertvolle Hinweise auf Risiken und bietet die Chance, präventiv zu handeln, bevor Menschen zu Schaden kommen. Darüber hinaus wird Arbeitssicherheit nicht als isolierte EHS-Aufgabe, sondern als fester Bestandteil guter Unternehmensführung verstanden und daher konsequent in Führungsdialoge, Verbesserungsprozesse und operative Entscheidungen eingebunden.

Das bestätigt auch Moritz Schmidt: „Trotz verschiedener Aktionen und Kampagnen kann nachhaltige Sicherheit nur durch tägliches Vorleben, konsequente Standards und kontinuierliche Verbesserung entstehen. Uns ist hier vor allem der proaktive Umgang mit dem Thema wichtig. Wir haben verschiedene analoge und digitale Plattformen, wo wir über Sicherheit sprechen und sicherheitskritische Aspekte wie auch positive Beispiele zur Unfallvermeidung mit der Belegschaft teilen. Das ist ein wichtiger Schritt in Sachen Prävention. Damit etablieren wir nach und nach eine Haltung des gegenseitigen Aufeinanderachtens. Denn am Ende des Tages haben wir alle ein Interesse daran, den Arbeitsplatz unfallfrei zu verlassen“. Und weiter: „Unser Anspruch ist es, Sicherheit genauso professionell zu managen wie Qualität, Produktivität oder Kundenzufriedenheit. Gute Sicherheitsleistung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Prozesse, verantwortungsvoller Führung und einer Kultur, in der Mitarbeitende aktiv mitgestalten.“

Mitarbeitende als Schlüssel zur Prävention

Dabei achtet er in seiner Rolle als Sicherheitsverantwortlicher besonders darauf, technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen sinnvoll miteinander zu verbinden. Neben sicheren Prozessen und Arbeitsmitteln steht insbesondere die aktive Einbindung der Mitarbeitenden im Fokus – erst dann entfalten die besten Sicherheitskonzepte ihre Wirkung im Arbeitsalltag. Eine große Herausforderung stellt dabei die kontinuierliche Weiterentwicklung der Sicherheitskultur in einem dynamischen Arbeitsumfeld dar. 

Wenn in modernen Logistikprozessen Menschen, Fahrzeuge, technische Anlagen und automatisierte Systeme aufeinandertreffen, ist ein gemeinsames Verständnis für sicheres Verhalten und die Bereitschaft, Risiken frühzeitig anzusprechen, umso wichtiger. In dem Kontext soll der Dialog über Sicherheit nicht nur kurzfristig weiter ausgebaut und die Beteiligung der Mitarbeitenden noch stärker gefördert werden. Auch langfristig verfolgt Hoffmann das Ziel, gelebte Sicherheitskultur auf allen Ebenen des Unternehmens zu verankern: Von der Führungskraft bis zu den einzelnen Mitarbeitenden, von der klassischen „Pflichtaufgabe“ hin zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur.

Logistikzentrum mit Paketen auf Förderbänder
In hochmodernen Logistik-Zentren von Hoffmann steht neben sicheren Prozessen und Arbeitsmitteln vor allem die Einbindung von Mitarbeitern im Mittelpunkt. Schwachstellen sollen erkannt werden, bevor Unfälle passieren
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