26.07.2012 • TopstoryKötter Servicessecuritycleaning

Kötter: Wachstumsbranche PPP-Modelle

Kötter: Wachstumsbranche PPP-Modelle. Kötter Services ist ein konzernunabhängiges Familienunternehmen mit bundesweit 50 Standorten. Im Laufe der mehr als 70 Jahre seines Bestehens ...

Friedrich P. Kötter, Geschäftsführer
Friedrich P. Kötter, Geschäftsführer

Kötter: Wachstumsbranche PPP-Modelle. Kötter Services ist ein konzernunabhängiges Familienunternehmen mit bundesweit 50 Standorten. Im Laufe der mehr als 70 Jahre seines Bestehens hat es sich vom Bewachungsunternehmen zum Systemanbieter in den Geschäftsfeldern Security, Cleaning, Personal Service und Facility Management entwickelt und dabei seine Eigenständigkeit erhalten. Zu den Kunden der Traditionsfirma gehören so namhafte Firmen wie die Deutsche Shell, Schenker, Siemens und die Westdeutsche Landesbank. Im Jahr 2005 hat das Unternehmen mit 9.700 Mitarbeiten einen Umsatz von 205 Mio. € erwirtschaftet. Erfahrung, innovative Konzepte, umfassendes Qualitätsmanagement und Mitarbeiterqualifikation zählen zu den Erfolgsfaktoren. Matthias Erler von GIT SICHERHEIT sprach mit Geschäftsführer Friedrich P. Kötter.

GIT SICHERHEIT: Herr Kötter, nach einer vor kurzem veröffentlichten Untersuchung gehört Ihr Unternehmen derzeit zu den wichtigsten Jobmotoren in Deutschland. Was sind das für Jobs – und in welchen Bereichen boomt es am meisten?

F. P. Kötter: Die meisten Jobs entstehen bei uns derzeit zum einen im Geschäftsfeld Personal Service, wozu unter anderem die Zeitarbeit für gewerblich-technische und kaufmännische Berufe gehört. Weiterer wichtiger Wachstumsfaktor ist zum anderen der Bereich Aviation Security, wo wir z.B. die Fluggast- und Gepäckkontrollen gemäß § 5 Luftsicherheitsgesetz sowie die Personal- und Warenkontrollen gemäß § 8 Luftsicherheitsgesetz übernehmen. Hier sind in jüngster Zeit etwa 350 neue Stellen an den Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn entstanden. Bei der Personal- und Warenkontrolle am Köln Bonn Airport stellen wir darüber hinaus auch die technischen Anlagen wie Gepäckprüfanlagen sowie Tor- und Handsonden, für deren Einsatz unsere Mitarbeiter umfassend ausgebildet werden.

Wird sich dieses Wachstum aus Ihrer Sicht fortsetzen?

F. P. Kötter: Den Bereich Aviation Security zählen wir zu den wichtigen Wachstumsmärkten. Einer der Gründe dafür ist eine neue EU-Richtlinie, die im Rahmen unseres Luftsicherheitsgesetzes in deutsches Recht umgesetzt werden wird. Es wird – wie heute schon bei der Fluggastkontrolle – zu einer 100%-Kontrolle auch bei den Warenkontrollen nach § 8 Luftsicherheitsgesetz kommen. Hier wollen wir neue Umsatzpotenziale erschließen.

Sie erwähnten eben die Ausbildung Ihrer Mitarbeiter – wie kann man sich das vorstellen?

F. P. Kötter: Die Ausbildung unserer Mitarbeiter ist für uns ein ganz wesentliches Qualitätskriterium. Beispiel Flughafensicherheit: Jeder Bewerber absolviert eine Ausbildung, die 160 Stunden umfasst und ihn in unserer unternehmenseigenen Kötter Akademie für alle Bereiche seiner künftigen Tätigkeit qualifiziert. Am Ende der Ausbildung steht die Prüfung durch die Bundespolizei bzw. – je nach Zuständigkeit – die Innenbehörden der Länder. Der erfolgreiche Abschluss ist Voraussetzung für die Beleihung des Mitarbeiters gemäß § 5 Luftsicherheitsgesetz, also die Übertragung von hoheitlichen Aufgaben. Aber auch nach der Ausbildung hat das Thema Mitarbeiterqualifikation für uns zentrale Bedeutung. Die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten werden jährlich durch weitere 40 Schulungsstunden aufgefrischt.

Welche Inhalte werden in dieser Ausbildung vermittelt?

F. P. Kötter: Die Ausbildung vermittelt zunächst einmal praktische Fähigkeiten wie den Umgang mit den technischen Geräten – so müssen die Mitarbeiter z.B. in der Lage sein, auf dem Bildschirm der Gepäckprüfanlage Waffen oder Sprengstoff zu erkennen. Hierfür brauchen sie einen geübten Blick. Zudem müssen die Mitarbeiter über Grundlagen der Sprengstoff- und Waffenkunde Bescheid wissen. Vor allem aber ist – und das macht einen ganz erheblichen Teil der Ausbildung aus – der Umgang mit Menschen ein ganz wichtiges Thema. Es bedarf einigen Feingefühls und auch des psychologischen Einfühlungsvermögens, wenn z.B. Fluggäste auf Waffen körperlich untersucht werden müssen. Deshalb ist das psychologische Training ein entscheidender Teil unserer Ausbildungsprogramme.

Ihr Unternehmen hat sich u.a. auf den Bereich Justizdienste spezialisiert und bietet hier Dienstleistungen im Rahmen von Public-Private-Partnership-Modellen an. Können Sie uns einmal skizzieren, welche Dienstleistungen Sie in einem solchen Modell übernehmen?

F. P. Kötter: Der Justizdienst ist in der Tat einer unserer Spezialbereiche. Wir arbeiten hier eng im Team mit den Beamten des Justizvollzugs zusammen und übernehmen eine große Bandbreite von Kontroll-, Sicherungs- und Versorgungsaufgaben. Dies reicht von Kontrollgängen und Beaufsichtigungen über Aufgaben in der Gefängnisbücherei bis zur medizinischen Versorgung durch eigene Ärzte und Krankenpfleger. Wir bewegen uns hier sozusagen an den Randbereichen des Kerngeschäfts Justizdienste.

Ist das die Zukunft des Justizvollzugs?

F. P. Kötter: Das Thema Public Private Partnership wird sich auf absehbare Zeit noch ausweiten. Derzeit laufen z.B. für den Bereich Justizdienste in verschiedenen Bundesländern entsprechende Ausschreibungen, an denen wir uns beteiligen. Und hier entwickeln wir das, was man als ganzheitliches Public-Private-Partnership-Modell bezeichnen kann. Zusammen mit namhaften Partnern, wie z.B. einem großen deutschen Bauunternehmen, bieten wir die Komplettübernahme einer Justizvollzugsanstalt an – von der Planung über den Bau und die Finanzierung bis hin zum Betreiben der Anstalt.

Worin liegen die Vorteile solcher Modelle?

F. P. Kötter: Dieses Modell hat immense Vorteile. Es ist vor allem wirtschaftlich, weil alle Leistungen in einer Hand gebündelt sind. Dadurch werden Entscheidungsprozesse beschleunigt, die Partner profitieren gleichzeitig von Synergieeffekten und einem flexiblen Personalmanagement. Weiterer Pluspunkt: Wir arbeiten mit klaren Budgets, auf deren strikte Einhaltung wir als Privatunternehmen schon aus Eigeninteresse ganz genau achten.

Diese Vorteile nutzt aber nicht nur die öffentliche Hand…

F. P. Kötter: Richtig. Die verstärkte Konzentration auf das Kerngeschäft ist ein immer wichtigeres Thema in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft. Dabei bieten wir mit den Systemlösungen zahlreiche Vorteile für unsere Partner. Statt in Nischen zu denken, wird unser Handeln durch ganzheitliches Objektverständnis geprägt. Der Kunde bekommt einen alleinigen Ansprechpartner; die Verantwortlichkeiten sind klar geregelt. Zudem halten wir spezifische Branchenlösungen bereit, die genau auf die Kundenbedürfnisse etwa in Transport & Logistik, Maschinenbau, Handel oder bei Behörden zugeschnitten sind.

Herr Kötter, vielen Dank für das Gespräch.

 

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