Perimeterschutz für KRITIS: Linc kombiniert Sicherheitstechnologien nach Maß
Linc entwickelt und integriert Sicherheitslösungen für Industrieunternehmen, kritische Infrastrukturen, militärische Einrichtungen und den Grenzschutz. Das Portfolio umfasst Technologien für Perimeterschutz und Überwachung, die je nach Anforderung kombiniert werden, um objektspezifische Sicherheitskonzepte zu realisieren. Wir sprachen mit Erik Herrmann, Geschäftsführer von Linc Deutschland.

Erik Herrmann: Bereits mit der Gründung im Jahr 2011 hat sich unser Unternehmen auf technische Sicherheitslösungen spezialisiert. Die Schwerpunkte liegen auf Videoüberwachung und Perimeterschutz für Industrie, kritische und militärische Infrastrukturen sowie den Grenzschutz. Hinzu kommen unsere mobilen Überwachungssysteme, die wir selbst entwickeln und fertigen. Mit Linc Deutschland bringen wir diese langjährige Erfahrung nun direkt in den DACH-Markt. Unser Ansatz ist dabei lösungsorientiert: Wir analysieren zunächst die konkrete Aufgabe und kombinieren anschließend die Technologien, die diese am besten lösen.
Mit welchen Erfahrungen aus Ihren Projekten in den genannten Bereichen und mit welchem Angebot möchten Sie nun den deutschen Markt überzeugen?
Erik Herrmann: Entscheidend ist, eine Bedrohung möglichst früh zu erkennen, zuverlässig zu verifizieren und damit ausreichend Zeit für eine Reaktion zu schaffen. Unsere Projekte zeigen, dass selbst die besten Einzelkomponenten erst im richtigen Zusammenspiel ein gutes Sicherheitssystem ergeben. Diese Erfahrung bringen wir in den deutschen Markt ein – nicht mit einer Standardlösung für jede Aufgabe, sondern mit dem Anspruch, für das jeweilige Objekt ein wirksames und zugleich wirtschaftlich sinnvolles Sicherheitskonzept zu entwickeln.
Geben Sie uns einen etwas näheren Einblick in Ihr Lösungsportfolio? Wie positionieren Sie sich diesbezüglich im Wettbewerb insbesondere im DACH-Bereich?
Erik Herrmann: Unser Portfolio deckt Perimeterschutz in einer sehr großen Bandbreite ab – vom einzelnen Objekt bis zu kilometerlangen Hochsicherheitsbereichen. Je nach Anwendung kommen dabei Videoanalyse, Wärmebildtechnik, faseroptische Detektionssysteme, Radar und Drohnendetektion zum Einsatz. Im DACH-Markt positionieren wir uns als Spezialist für anspruchsvolle Sicherheitsaufgaben, bei denen Standardlösungen an ihre Grenzen kommen. Unsere Stärke liegt in der Kombination von Technologien unterschiedlicher Hersteller und in der langjährigen Erfahrung mit komplexen und großflächigen Sicherheitsprojekten.
Sie arbeiten ausschließlich im industriellen Kontext, für kritische Infrastrukturen und öffentliche Einrichtungen. Vor welchen Herausforderungen stehen Ihre Kunden typischerweise?
Erik Herrmann: Die Anforderungen verändern sich schnell, während Sicherheitskonzepte langfristig funktionieren müssen. Systeme sollten deshalb offen und erweiterbar bleiben. Gleichzeitig stehen viele Betreiber vor der Herausforderung, steigende Sicherheitsanforderungen mit begrenzten personellen Ressourcen zu bewältigen. Technik muss hier unterstützen und Komplexität reduzieren.
Gerade KI kann dabei erheblich entlasten. Gleichzeitig fehlt vielfach noch ein einheitlicher Rahmen für ihren Einsatz. Diese Unsicherheit führt verständlicherweise dazu, dass technisch bereits mögliche Lösungen in der Praxis teilweise nur zögerlich umgesetzt werden.
Linc pflegt enge Partnerschaften mit zahlreichen Herstellern, ist aber nicht auf einzelne Marken festgelegt. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Technologien und Hersteller für Ihre Projekte aus? Können Sie dafür Beispiele nennen?
Erik Herrmann: Wir arbeiten bewusst eng und langfristig mit ausgewählten Herstellern zusammen. Dabei nehmen wir kein Produkt ins Portfolio, nur um eine Lücke zu schließen. Wir entscheiden uns für Lösungen, von deren Leistungsfähigkeit wir überzeugt sind und die in ihrem Bereich technologisch führend sind. Ebenso wichtig sind für uns Zuverlässigkeit, Integrationsfähigkeit und eine enge technische Zusammenarbeit mit dem Hersteller.
Ein Beispiel ist die Absicherung großer Perimeter: Bei sehr langen Strecken kann faseroptische Detektion ihre Stärken ausspielen, während Radar Bewegungen bereits weit vor dem eigentlichen Perimeter erfassen kann. Wärmebild- und Videosysteme können – je nach Anwendung – sowohl zur Detektion als auch zur Verifikation eingesetzt werden. Welche Systeme wie miteinander kombiniert werden, hängt vom Gelände, dem Bedrohungsszenario und vor allem vom geforderten Schutzniveau ab.
Nun stellt – auch wegen neuer normativer Rahmenbedingungen, Stichwort beispielsweise KRITIS-Dachgesetz – der Schutz kritischer Infrastrukturen, Grenzanlagen und militärischer Einrichtungen besonders hohe Anforderungen an die Sicherheitstechnik. Gleichzeitig haben wir es vermehrt mit Sabotageakten, Drohnen und hybriden Angriffen zu tun. Welche Technologien und Konzepte bewähren sich aus Ihrer Sicht in der Praxis?
Erik Herrmann: Bei besonders hohem Schutzbedarf sind mehrschichtige Sicherheitskonzepte unumgänglich. Entscheidend ist dabei, nicht nur die unmittelbare Objektgrenze zu betrachten. Moderne Konzepte beziehen das Vorfeld ebenso ein wie den eigentlichen Perimeter und zunehmend auch den Luftraum. Werden die Informationen intelligent zusammengeführt, können Ereignisse schneller eingeordnet und verifiziert werden. Dem Bediener steht so auch bei komplexen Bedrohungsszenarien ein möglichst klares Lagebild zur Verfügung.
Herr Herrmann, vielen Dank für diese Einblicke. Zum Abschluss: Welche Ziele verfolgt Linc in Deutschland in den kommenden Jahren, und welche Rolle soll der deutsche Markt innerhalb der internationalen Wachstumsstrategie des Unternehmens spielen?
Erik Herrmann: Deutschland ist für uns ein strategisch wichtiger Markt, den wir langfristig mit einer eigenen Organisation entwickeln. Er soll einen wesentlichen Beitrag zum weiteren internationalen Wachstum von Linc leisten. Parallel dazu bauen wir unser Team in Deutschland kontinuierlich aus. Unser Ziel ist es, sowohl unsere bestehenden Partnerschaften weiterzuentwickeln als auch neue Kunden zu gewinnen und zusätzliche Projekte zu realisieren – und Linc als relevanten Spezialisten für anspruchsvolle Sicherheitslösungen zu etablieren.


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