VIP-Interview: Frank Ewald, Deutsche Post DHL

GIT SICHERHEIT im Interview mit Frank Ewald, Senior Vice President Corporate Security & Crisis Management bei Deutsche Post DHL.

Frank Ewald, Senior Vice President Corporate Security & Crisis Management bei...
Frank Ewald, Senior Vice President Corporate Security & Crisis Management bei Deutsche Post DHL © DPDHL Group

In jeder Ausgabe Ihrer GIT SICHERHEIT bitten wir wichtige Personen, Entscheider, Menschen aus der Sicherheitsbranche, zum VIP-Interview.

Im Interview unserer September-Ausgabe:
Frank Ewald, Senior Vice President Corporate Security & Crisis Management
bei Deutsche Post DHL

- Diplom-Politologe und Wirtschaftsjurist

- Ehemaliger Berufsoffizier bei der ­Bundeswehr
(u. a. Kommandooffizier in den Einsatzkräften des KSK)

- Sicherheitsleiter in der Privatwirtschaft:

  • Leiter Sicherheitslagezentrum Daimler Chrysler AG
  • Leiter Security EMEA John Deere
  • Leiter Personen- und Veranstaltungs­sicherheit & Leiter Sicherheit ­Kontinentaleuropa Deutsche Bank AG
  • Seit 2011 Leiter Konzernsicherheit und Krisenmanagement Dt. Post DHL Group

- Langjähriges Mitglied in Verbänden wie ISMA, ASIS, ASW

 

Ihr Berufswunsch mit 20 war:
Offizier bei der Bundeswehr oder Pilot. ­Ersteres erfüllte sich recht schnell, die Privatpilotenlizenz musste noch etwas warten.

Was hat Sie dazu bewogen, eine Aufgabe im Bereich Sicherheit zu übernehmen?
Im Grunde waren zwei generelle Gedanken maßgeblich, die auch im Weiteren meine Berufswahl bestimmten: Erstens einen gesellschaftlichen Beitrag für das „Gute“ zu leisten. Zweitens gleichzeitig persönlichen Herausforderungen in einem interessanten beruflichen Kontext nachkommen zu können.

Welche sicherheitspolitische ­Entscheidung oder welches Projekt sollte Ihrer Meinung nach schon längst umgesetzt sein?
Zwar gibt es zwischen Behörden und privater Wirtschaft seit vielen Jahren die Absichtserklärungen, enger zusammenzuwirken, elementare Fortschritte sind aus meiner Sicht aber nicht auszumachen – dies betrifft die existierende Regulatorik, wie auch häufig den fehlenden politischen Willen, die bestehenden Möglichkeiten der Kooperation maximal auszunutzen.

Ein Erfolg, den Sie kürzlich errungen haben, war:
Eine veränderte Wahrnehmung der Corporate-Security-Funktion im Unternehmen hin zu einer breiter gefassten Resilienz-Funktion. 

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die anstehende Reform der Bundeswehr durch Minister Pistorius, die Deutschland in die Lage versetzen soll verteidigungsfähig zu werden. Als ehemaliger Soldat sehe ich Bestandteile dieser notwendigen Mammutaufgabe sehr deutlich und habe deshalb größten Respekt vor diesem Vorhaben, auch und im Besonderen in kultureller Hinsicht.

Wer hat Ihrer Meinung nach eine Auszeichnung verdient?
Diejenigen, die maßgeblich an einem akzeptablen Friedenschluss zwischen der Ukraine und Russland beteiligt sind und somit hoffentlich den Weltfrieden wieder in den ­Vordergrund allen gesellschaftlichen Handelns rücken werden.

Worüber können Sie sich freuen?
Oh, sehr viel! Ich freue mich häufig über kleine Dinge, die dennoch wichtig sind im Leben – zum Beispiel fällt mir ad hoc das Lächeln meiner Tochter ein.

Wobei entspannen Sie?
Entspannung finde ich recht klassisch beim Sport, oder wenn ich in meinen Flieger steige und die Welt von oben sehe.

Welchen Urlaubsort können Sie empfehlen?
Definitiv Bad Tölz oder Lenggries! Na gut, wenn es etwas weiter sein darf, dann ­Brisbane in Australien.

Wie würde ein guter Freund Sie charakterisieren?
Ich habe diese Frage einmal an zwei Freunde weitergegeben: Also, demnach bin ich jemand, mit dem man immer viel Spaß hat, der aber auch sehr ernst werden kann und zuverlässig ist, wenn es die Situation erfordert.

Welche Zeitschriften lesen Sie regelmäßig?
Ehrlich gesagt bin ich ein wenig weg von den klassischen Zeitschriften. Wenn, dann ist es das eine oder andere Mal das Manager Magazin online.

Die GIT SICHERHEIT ist für mich wichtig, weil…
… sie einen guten Überblick über die ­relevanten Sicherheitsthemen in Deutschland bietet.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
In der Regel bin ich ein Freund der klassisch­en und eher „schwereren“ Literatur. ­Derzeit befasse ich mich mit dem Dr. Faustus von Thomas Mann.

Welche Musik hören Sie am liebsten?
Gerne Klassik, ansonsten aktuelle Hits.

Was motiviert Sie?
Neue Themenfelder, die Potenziale für meinen Arbeitsbereich bieten.

Worüber machen Sie sich Sorgen?
Neben den geopolitischen Auseinander­setzungen denke ich häufiger über die Über­bürokratisierung und das Verwaltungswesen in Deutschland nach.

Die beste Erfindung im Bereich Sicherheit ist Ihrer Meinung nach:
Das menschliche Bauchgefühl (auch wenn es nicht wirklich als Erfindung gewertet werden kann). 

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung ist:
Nach vorne schauend und positiv gestimmt – nach drei Jahren Corona-Krise freut man 
sich wieder mehr an den einfachen Dingen des Lebens.
 



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