05.06.2026 • News

VDMA: Branchenleitmesse Interschutz in Hannover

Wer über Brandabwehr und Zivilschutz spricht, denkt an moderne Feuerwehrfahrzeuge, -geräte und Ausrüstung. Denn extreme Wetterlagen und geopolitische Herausforderungen verlangen zuverlässige Technik, die weit mehr kann als klassische Brandbekämpfung. „Die Bevölkerung effektiv zu schützen, ob vor Brandgefahr, Hitzeereignissen oder Hochwasser, ist eine Kernaufgabe unserer Gesellschaft. Lösbar ist sie nur, wenn wir unsere Feuerwehren mit zeitgemäßer Technik ausstatten, die in allen Lagen funktioniert. Anwenderorientierung steht hier im Vordergrund“, sagt Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA.

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Dr. Tobias Erhard
© VDMA | Sarah Kastner

Das schon immer breite Einsatzspektrum von Feuerwehrfahrzeugen, Feuerwehrgeräten und zugehöriger Ausrüstung erweitert sich angesichts komplexerer Bedrohungslagen deutlich. „Die Krisen der jüngsten Zeit haben uns gelehrt, dass auch zivile Sicherheitsvorsorge ohne ein ordentliches Investment nicht möglich ist. Wenn wir von moderner Brandbekämpfung sprechen, gehört Drohnentechnik und Robotik unverzichtbar dazu. Auch Technologien für die wirksame Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Gefahren im Zivilschutz gehören zunehmend zum Ausstattungssoll“, betont Dr. Tobias Ehrhard.

Im Trend liegen außerdem Fahrzeuge, die über Flottenmanagementsysteme vernetzt werden: Sensoren erfassen dabei fortlaufend den Füllstand von Löschmitteln und den Zustand kritischer Komponenten. Zugleich werden Einsatzdaten in Echtzeit an die Leitstelle übertragen, um die Logistikplanung zu optimieren. Löschfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb sind insbesondere in städtischen Fuhrparks verstärkt auf dem Vormarsch.

Orientierung auch in kritischster Lage

Auf besonders riskantem Terrain geht es noch einen Schritt weiter. Hitzebeständige Löschroboter und Drohnen kämpfen sich hier teilautonom oder ferngesteuert durch extreme Gefahrenzonen. „Bei Tunnelbränden oder wenn der Einsturz eines Gebäudes droht, sind autonome Systeme längst ein effektives Werkzeug“, sagt Dr. Tobias Ehrhard. Aber auch an den Selbstschutz der Einsatzkräfte ist gedacht: „Datenhelme, sogenannte Smart Helmets, projizieren Bilder von Wärmebildkameras, Gebäudepläne oder Vitaldaten des Trägers unmittelbar in das Sichtfeld des Feuerwehrmanns. Das Ergebnis: Orientierung auch in kritischster Lage“, erläutert Dr. Tobias Ehrhard. Dazu tragen digitale Lagebilder und KI-Software bei. Für die Entscheidungsfindung, vor allem aber für die Prozessgeschwindigkeit ist das ein messbarer Gewinn.

Vorsprung in der Rettungskette sichern

„Wenn es um eine zukunftssichere Ausstattung unserer Städte, Gemeinden und Kommunen geht, ist unsere Feuerwehrtechnikindustrie in jeder Dimension lieferfähig. Damit sichern wir den Vorsprung in der Rettungskette“, sagt Dr. Tobias Ehrhard. Gelingen kann das aus Sicht des Branchenverbands allerdings nur, wenn Innovation zielgerichtet forciert wird. „Ein Invest in die Einsatzkräfte ist immer auch ein Invest in mehr als 30.000 Feuerwehrstandorte bundesweit. Das nutzt allen“, sagt Dr. Tobias Ehrhard.

Für ein „Equipment Upgrade“, wie es der VDMA nennt, sind alle Beteiligten gefragt: allen voran die Kommunen, die den Beschaffungsprozess im Zusammenspiel mit Bund und Ländern managen. Die Industrie sieht sich hier in einer dreifachen Aufgabe: als Enabler für innovative Brandabwehr und Katastrophenschutz, als Partner der Feuerwehren und als Brückenbauer für den Zivilschutz.

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