Nachhaltigkeit, Automation und Verantwortung: Atlas im Wandel der Zeit
Anlässlich des 115-jährigen Firmenjubiläums spricht Hendrik Schabsky, CEO des Sicherheitsschuhspezialisten Atlas, über die Entwicklung des Unternehmens, die Bedeutung eigener Produktionsstandorte, Nachhaltigkeit in der Sicherheitsschuhfertigung sowie die Rolle von Automation und Fußgesundheit. Das Gespräch gibt Einblicke in die strategische Ausrichtung und die Herausforderungen eines traditionsreichen Familienunternehmens im Wandel der Zeit.
GIT SICHERHEIT: Herr Schabsky, Sie führen das Atlas in der fünften Generation. In diesem Jahr feiert ihr Unternehmen sein 115-jähriges Jubiläum. Was sind aus Ihrer Sicht die prägendsten Meilensteine in der Unternehmensgeschichte?
Hendrik Schabsky: Oh, da gibt es eine ganze Menge. Wenn wir heute 2025 auf 115 Jahre Atlas zurückblicken, dann stehen die ersten 50 Jahre also die Unternehmensgeschichte in erster und zweiter Generation, ganz im Zeichen des Kohleabbaus und des Stahlbaus hier in Dortmund und im Ruhrgebiet.
1971 fand dann der Umzug von Unna nach Dortmund statt. Mein Großvater, legte dann in den 70er-Jahren die Grundlagen für das weitere Wachstum. Das Thema Stahl war irgendwann vorbei im Ruhrgebiet. Wir mussten unsere Produkte weiterentwickeln, mussten schauen, wie wir den Struktur- und Kulturwandel in der Region gestalten. 2006 gründeten wir Atlas Brasil und damit unsere eigene Fertigungsstätte. Das war für uns ebenfalls einer der ganz prägenden Meilensteine. Mit diesem Schritt haben wir unsere eigene Fertigung wieder komplett ins Haus geholt.
Atlas Brasil ist eine hundertprozentige Tochter ihres Unternehmens. Wie ich im Vorfeld erfahren habe, hat dort mittlerweile der dritte Standort eröffnet?
Hendrik Schabsky: Die Eröffnung steht kurz bevor. Wir sind gerade noch in den Endarbeiten. Wie erwähnt, haben wir 2006 die ersten Standorte ganz im Süden Brasiliens, in Lajeado und Bom Retiro eröffnet. Wir sind dort ganz nah an den Rohstoff gegangen. Denn für unsere Produkte brauchen wir nach wie vor sehr viel Leder.
Leder ist heutzutage ein Abfallprodukt der Fleischproduktion, obwohl es natürlich zugleich ein hervorragender Rohstoff ist, den wir für unsere Produkte verwenden. Sportlich sagen wir immer: „Dort, wo es gute Steaks gibt, dort gibt es auch gutes Leder.“ Und der dritte Standort in Teutônia wird jetzt in diesem Jahr in Betrieb genommen.
Schauen wir einmal auf die letzten Jahre zurück: Sie haben die Geschäftsführung des Unternehmens in der Corona-Pandemie übernommen – ein denkbar schwieriger Zeitpunkt. Hinzukommt, dass man Teil einer langen Familien-Tradition ist, man sich aber zugleich in seinem Job beweisen muss…
Hendrik Schabsky: Absolut! Man bekommt eigentlich nichts geschenkt. Ein Familienunternehmen in fünfter Generation führen zu können ist einerseits ein Privileg, andererseits aber auch vor allem Verantwortung, die man übernimmt. Unsere rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ebenso wie unsere Kundinnen und Kunden erwarten von uns tagtäglich Höchstleistungen. Und die müssen wir gemeinsam im Team, aber auch ich in eigener Person erbringen. Und ja, es macht Spaß und Freude und ich bin stolz darauf, dieses Unternehmen in fünfter Generation zu führen.
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