28.10.2026 • Topstory

Vernetzte Sicherheitssteuerungen für standortweiten Not-Halt in der Stahlverarbeitung

Große Industrieanlagen mit langen Förderstrecken und verteilten Maschinen stellen hohe Anforderungen an die Sicherheit. Mit wachsender Anlagengröße und zunehmender Komplexität stoßen isolierte Sicherheitskonzepte schnell an ihre Grenzen – insbesondere dann, wenn Distanzen überbrückt werden müssen und ein standortweiter Not-Halt jederzeit zuverlässig funktionieren soll. In der Praxis bedeutet das: Not-Halt-Funktionen greifen nur abschnittsweise – während andere Bereiche der Anlage weiterhin aktiv bleiben. Vor dieser Herausforderung stand ein Betreiber einer großflächigen Stahlverarbeitungsanlage. Gemeinsam mit Safety Systems Technology und Sick wurde eine vernetzte Sicherheitslösung umgesetzt, die Maschinen und Förderstrecken verbindet und im Gefahrenfall die gesamte Anlage unmittelbar in einen sicheren Zustand versetzt.

Person arbeitet mit Laptop vor einem geöffneten Schaltschrank mit...
© Sick/Safety Systems Technology

Sicherheit ohne Systemgrenzen

In einer großindustriellen Stahlverarbeitungsanlage werden Stahlprofile zu durchgehenden Profilsträngen verschweißt und über lange Förderstrecken transportiert. Nach einem Vorfall wurden zusätzliche präventive Maßnahmen erforderlich. Der Kunde wandte sich an Safety Systems Technology, um Unterstützung im Bereich der Maschinensicherheit zu erhalten. Die Herausforderung lag in der Dimension der Anlage: Förderstrecken erstrecken sich über große Distanzen, Sicherheitsbereiche sind weit voneinander entfernt. Bestehende Lösungen arbeiteten isoliert – Seilzugschalter sichern einzelne Abschnitte, sind jedoch nicht miteinander verknüpft. Sicherheitsfunktionen waren dadurch auf einzelne Bereiche begrenzt – eine durchgängige, standortweite Sicherheitswirkung fehlte.

Im Rahmen des Projekts zur Verbesserung der standortweiten Sicherheit untersuchte Safety Systems Technology, wie sich ein konfigurierbares Sicherheitsnetzwerk aus Steuerungen realisieren lässt. Ziel war es, die verteilten Sicherheitsfunktionen zusammenzuführen und über die gesamte Anlage hinweg wirksam zu machen. Der Kunde benötigte außerdem eine Lösung, die im Gefahrenfall einen sofortigen, standortweiten Not-Halt ermöglicht, um zukünftige Vorfälle zu vermeiden sowie Sicherheit und Transparenz am Standort zu erhöhen. Safety Systems Technology wurde hinzugezogen, um zusätzliche Schutzmaßnahmen in der Anlage umzusetzen. Das Unternehmen hat sich von der Bereitstellung von Sicherheitslösungen hin zur Unterstützung bei Planung, Gestaltung und Validierung von Projekten entwickelt.

Durchgängige Sicherheit über die gesamte Anlage

Safety Systems Technology entwickelte eine einheitliche Sicherheitslösung, die Maschinen und Förderstrecken miteinander verbindet. Dabei setzte das Unternehmen auf die modulare Sicherheitssteuerung Flexi Soft von Sick, um sicherheitsrelevante Signale auch über große Distanzen hinweg zuverlässig zu erfassen und miteinander zu verknüpfen. Gemeinsam wurde so eine Lösung realisiert, bei der verteilte Sicherheitsfunktionen nicht mehr isoliert wirken, sondern über die gesamte Anlage hinweg zusammenarbeiten. Safety Systems Technology realisierte eines der größten Sicherheitsprojekte seiner Art im Vereinigten Königreich und setzte dabei auf Sick Flexi Soft in Kombination mit Flexi Line, um Sicherheitssteuerungen und Feldgeräte durchgängig miteinander zu vernetzen. Ein Netzwerk lokaler Bedientafeln strukturiert die Anlage in vier Betriebszonen. Diese sind mit einem zentralen Panel im Hauptschweißbereich verbunden.

So wird im Gefahrenfall ein standortweiter Not-Halt ausgelöst und die gesamte Anlage unmittelbar in einen sicheren Zustand versetzt. Ein zentraler Reset ermöglicht anschließend ein kontrolliertes Wiederanfahren der Anlage. Der Zustand des gesamten Sicherheitssystems wird in Echtzeit über eine Steuerung visualisiert und auf HMIs angezeigt. Bediener erhalten so jederzeit einen vollständigen Überblick und können Sicherheitszustände eindeutig nachvollziehen.

Modulare Sicherheitssteuerung SICK Flexi Soft mit angeschlossenen Komponenten
Safety Systems Technology realisierte eines der größten Sicherheitsprojekte seiner Art im Vereinigten Königreich und setzte dabei auf Sick Flexi Soft, in Kombination mit Flexi Line, um Sicherheitssteuerungen und Feldgeräte durchgängig miteinander zu vernetzen
© Sick/Safety Systems Technology

Durchgängige und erweiterbare Sicherheit

Die modulare Sicherheitssteuerung Flexi Soft von Sick lässt sich einfach installieren und über die intuitive, lizenzfreie Konfigurationssoftware Flexi Soft Designer programmieren.

Über ein Sick Flexi Line Interface-Netzwerk werden die Steuerungen sicher miteinander vernetzt. So entsteht ein erweiterbares und konfigurierbares Sicherheitssystem, das sowohl alle erforderlichen Sicherheitsfunktionen als auch zukünftige Sicherheitsanforderungen abdeckt - bei kontinuierlicher Diagnose bis in die Automatisierungsebene. Die Flexi Soft-Baureihe erreicht Performance Level e gemäß EN ISO 13849-1 und ermöglicht eine sichere Serienverbindung. Die modulare Hardwareplattform erleichtert die Umsetzung maßgeschneiderter Lösungen für viele verschiedene Anwendungen. Eine große Auswahl an Flexi-Soft-Modulen ermöglicht eine einfache Projektierung und Inbetriebnahme. Gleichzeitig stehen kontinuierliche Diagnoseinformationen über gängige Feldbus-Systeme zur Verfügung.

Mehrere Module der Sicherheitssteuerungsbaureihe SICK Flexi Soft nebeneinander
Die Flexi Soft-Baureihe von Sick erreicht Performance Level e gemäß EN ISO 13849-1 und ermöglicht eine sichere Serienverbindung
© Sick/Safety Systems Technology

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