Nationale Forschungszentren bündeln Forschungsaktivitäten
Das Nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit Athene und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI vereinbaren eine enge Zusammenarbeit in der Forschung zur Cybersicherheit von und durch Methoden der Künstlichen Intelligenz.
Die Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere die Entwicklung sogenannter Large Language Models (LLMs), führte in den vergangenen Jahren zu einer technischen Revolution in der Informationstechnologie und Digitalisierung. Neuartige Werkzeuge wie ChatGPT erlauben jedem, selbst Erfahrungen mit der neuen KI zu machen. Intelligente Assistenzsysteme, die auf LLMs basieren, können heute nicht nur in Alltagssprache formulierte Fragen beantworten, sondern auch komplexe Aufgaben übernehmen – wie das Verfassen und Übersetzen von Texten, das Programmieren, das Analysieren von Daten oder das Erklären wissenschaftlicher Zusammenhänge. Diese Systeme verändern die Art und Weise, wie wir arbeiten, lernen und kommunizieren – und in vielen Bereichen eröffnen sie völlig neue Möglichkeiten, auch in der Cybersicherheit.
LLM-basierte Systeme unterstützen beim Finden und Vermeiden von Schwachstellen, der Analyse von Cybersicherheitsvorfällen, der Planung von Gegenmaßnahmen und in der Weiterbildung im Bereich Cybersicherheit. Aber genauso wie die Verteidiger, so profitieren auch Angreifer von den Fortschritten der KI. Cyberkriminelle können ihre Opfer leichter identifizieren und täuschen. Staatliche Angreifer können leichter überzeugende Desinformation erzeugen und verteilen. Zudem sind viele der neuen KI-basierten Anwendungen zunächst nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt und bieten damit zahlreiche neue Angriffswege für Cyberkriminelle.
Die Kombination von Cybersicherheit und KI – also die Absicherung von KI-Methoden, die Abwehr von KI-basierten Angriffen und die Nutzung von KI zur Verbesserung der Cybersicherheit – gehört daher zu den wichtigsten Herausforderungen in der Digitalisierung und zu den drängendsten Forschungsgebieten der Informatik.
Um diese Herausforderungen von beiden Seiten, KI und Cybersicherheit, mit höchster Kompetenz angehen zu können, haben die beiden großen nationalen Forschungszentren der Cybersicherheit, Athene, und der künstlichen Intelligenz, DFKI, eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Athene und DFKI werden künftig gemeinsam und abgestimmt Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Schnittmenge von Cybersicherheit und KI angehen und Vorschläge für die Cybersicherheits- und KI-Strategien Deutschlands entwickeln. Geplant sind zudem gemeinsame Veranstaltungen und andere Formate der Wissenschaftskommunikation.
Durch die Zusammenarbeit beider Zentren entsteht der mit großem Abstand europaweit größte Pool an exzellentem Forschungs-Know-how, praktischer Erfahrung im Technologietransfer und Beratungskompetenz für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat.