Kötter: Umsatz wächst auf 722 Millionen Euro
Die Kötter Unternehmensgruppe hat sich im vergangenen Geschäftsjahr am Markt behauptet. Der Umsatz stieg um 15,2% auf 722 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl erhöhte sich auf 16.000 Beschäftigte (+ 8,1%). Diese Entwicklung gab die Dienstleistungsgruppe, die zu den Top 10 der Facility-Service-Anbieter in Deutschland zählt und mit der Sparte Security zudem größtes Familienunternehmen der Sicherheitsbranche ist, bekannt.

„Ich bin stolz darauf, dass unsere Gruppe in schwierigstem Fahrwasser Kurs gehalten hat und durch den Dreiklang aus riesigem Mannschaftsgeist, Branchen-Diversifizierung sowie ganzheitlichen Qualitätslösungen dieses für unsere stabile wirtschaftliche Entwicklung wichtige Umsatzwachstum erzielen konnte“, sagte Verwaltungsrat Friedrich P. Kötter. Der Familienunternehmer warnte gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. „Unsere im vergangenen Jahr mit organischem und anorganischem Wachstum erzielte Entwicklung ist kein Selbstläufer, im Gegenteil: Weil für 2025 das dritte Rezessionsjahr in Folge droht und parallel die De-Industrialisierung ungebremst voranschreitet, bleibt das Umfeld für Anbieter unternehmensnaher Dienstleistungen äußerst angespannt. Denn: Gibt es immer weniger Neuinvestitionen in Deutschland oder hält die Insolvenzwelle mit fortlaufend neuen Rekordwerten an, sind auch unsere Leistungen immer weniger gefragt.“
Zertifizierung für KRITIS-Schutz
Die Gruppe will ihr Geschäftsmodell der integrativen und zunehmend digitalisierten Facility Services weiter ausbauen. „Bei der Digitalisierung liegt unser Fokus auf zwei Kernbereichen: Zum einen wird die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Beschäftigten durch weitere digitale Lösungen schneller und einfacher“, so Friedrich P. Kötter. „Gleichzeitig nutzen wir die Digitalisierung und KI für den Ausbau bestehender bzw. die Entwicklung neuer Leistungen. Genannt seien z. B. der zunehmend umfangreichere Einsatz von Reinigungsrobotern oder Hightech-Lösungen zur Überwachung der immer wichtiger werdenden Cybersicherheit von Unternehmen“.
Entscheidenden Rückenwind, so das Unternehmen, steuere insbesondere die Beteiligung am Luxemburger Cyber Security-Spezialisten G.I.P bei, mit der sich Kötter Security als einer der ersten Anbieter für in Eigenregie erbrachte 360-Grad-Unternehmenssicherheit in Europa positionierte. Last, but not least konnte Kötter Security durch die Zertifizierung gemäß DIN EN 17483 (Private Sicherheitsdienstleistungen – Schutz kritischer Infrastrukturen) jüngst die Kompetenzen für hochqualitativen KRITIS-Schutz weiter stärken. Dabei, so das Unternehmen, unterstreiche die parallele Auditierung für die Komplett-Stufen 1–3 die führende Rolle im Sicherheitssektor: Denn als einer von europaweit nur ganz wenigen Anbietern sei das Familienunternehmen damit gleichermaßen für den Teil 1 „Allgemeine Anforderungen“ als auch für die sektorspezifischen Teile 2 „Flughafen- und Luftsicherheitsdienstleistungen“ bzw. 3 „Sicherheitsdienstleistungen für Seeschifffahrt und Seehäfen“ zertifiziert.
Kritik an „überbordender Bürokratisierung“
Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands mahnt der Familienunternehmer nach der Bundestagswahl eine strikte und umgehende Neuausrichtung in der Wirtschaftspolitik sowie höchstes Reformtempo an. Im Fokus stehe dabei neben der Senkung der Steuer- und Abgabenlast sowie Investitionen in die analoge und digitale Infrastruktur vor allem die drastische Reduzierung der Bürokratie. „Die ungebremste Bürokratisierung hat nahezu alle Wirtschaftsbereiche erfasst und ist zu einem Hemmschuh und eine riesige Belastung für jedes Unternehmen geworden. Allein unsere Gruppe kosten die Folgen der überbordenden Bürokratisierung jährlich mindestens sieben Millionen Euro – Tendenz steigend. Geld, das wir sinnvoller in die Aus- und Weiterbildung unserer Beschäftigten oder neue digitale Angebote für die Kunden investieren könnten“, stellte Friedrich P. Kötter heraus. „Dies zeigt die doppelte Handlungserfordernis: Das Regelungsdickicht muss gelichtet werden und eine Digitalisierungsoffensive bei der öffentlichen Hand erfolgen, um z. B. endlich für die konsequente Schaffung von digitalen Schnittstellen zu den Unternehmens-EDV-Systemen sowie Datenaustausch zwischen den Behörden zu sorgen.“