Störungsmanagementsystem für die Österreichischen Bundesbahnen
„Jetzt kommt Bewegung rein" - so heißt ein aktueller Slogan der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), einem der größten Dienstleister des Landes: Mit 11.000 Gleiskilometern, ca. 30...


„Jetzt kommt Bewegung rein" - so heißt ein aktueller Slogan der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), einem der größten Dienstleister des Landes: Mit 11.000 Gleiskilometern, ca. 300 Tunneln, ca. 6.500 Gebäuden sowie jährlich ca. 450 Mio. beförderten Personen benötigt eine Eisenbahngesellschaft dieser Größenordnung nicht nur eine aktive Überwachung der Einrichtungen und Bahnhöfe, sondern auch ein perfektes Störungsmanagementsystem. Dafür setzt die ÖBB auf WinGuard von Advancis.
Die Ausgangssituation stellte sich uneinheitlich dar: Viele Einzelsysteme arbeiteten parallel - die Störmeldungen wurden in verschiedener Weise und mit unterschiedlicher Qualität in das zentrale Tool der ÖBB eingespeist. Dem Entstörungsdienst vor Ort stand daher keine Information über den Systemzustand zur Verfügung. Deshalb suchte man eine Netzstruktur, die in der Lage ist, ein ganzes Land abzubilden. Außerdem bedurfte es einer Regel, um die Orts- und Schienenabschnittsbezeichnungen der Datenpunkte im Programm aufbereiten zu können. Mit WinGuard von Advancis hat die ÖBB nun eine zentralisierte und flexible Sicherheitsmanagementlösung erhalten.
Vom Konzept zur Komplettlösung
Über mehrere Wochen hinweg begleiteten die WinGuard-Experten zunächst die Konzeptfindungsphase. Für die neue Netzstruktur wurde Österreich in zwei Regionen, Ost und West, aufgeteilt. So entstanden zwei große Leitzentralen mit jeweils eigenem Lokations-Server, bis zu vier Bedienplätzen, zwei großen Videowänden, etc. Der Hauptserver, der sich in Wien befindet, ist redundant. Höchste Priorität hat die Ausfallsicherheit. So greifen die regionalen Bedienplätze als Fallback auf den jeweils anderen Server zurück. Innerhalb der einzelnen Objekte (Bahnhöfe, Bürogebäude, Lagerhallen, Tunnel) werden bei Bedarf lokale Interface-Server verbaut, die über eine zuvor definierte Struktur vom Lokationsserver an den Hauptserver melden. Das Hauptaugenmerk wird hier mehr auf einen reibungslosen Betrieb mit rascher Störungsbehebung als auf Überwachung gelegt.
Mittels einer eigens entwickelten Schnittstelle können automatisch oder im Bedarfsfall Tickets im ÖBB-internen Störungssystem erstellt werden. Des Weiteren wird der Entstörungsdienst mobil per E-Mail, SMS oder telefonisch informiert. Vor Ort kann der Techniker sich mit einem Web-Client einen Überblick über den Anlagenzustand verschaffen. Das gesamte System ist als offene Plattform konzipiert, so dass sukzessive ein Gewerk nach dem anderen integriert und somit die Landschaft der unzähligen proprietären Managementsysteme bereinigt werden kann.
Einheitliches Störungsmanagement
Entstanden ist ein einheitlichtes Störungsmanagement über ein einziges System. Dies erzeugt Synergien nicht nur beim Einsatz des Personals und dessen Schulung, sondern auch in der Wartung. Änderungswünsche müssen nur mehr in ein System eingepflegt werden und nicht wie zuvor in unzählige heterogene System. Die Störungsmeldungen werden automatisiert weiterverarbeitet und für das ÖBB-interne Störungssystem aufbereitet. Anlassbezogene automatische Kamera-Aufschaltungen ermöglichen kurze Reaktionszeiten. Störungsmeldungen werden inklusive Lageplänen an das zuständige Servicepersonal vor Ort versendet. Der Online-Zugriff per Web-Client während der Störungsbehebung erspart außerdem etwaige telefonische Rückfragen oder sogar Mehrfachanfahrten. Eine zentrale Erfassung der Störung ermöglicht rasche Reaktions- und kurze Ausfallszeiten.
Werner Casett von den Österreichischen Bundesbahnen (Lösungsmanagement) ist ausgesprochen zufrieden mit diesem Ergebnis: „Wir waren auf der Suche nach einem herstellerunabhängigen System, das offen in alle Richtungen ist - und damit geeignet für einen landesweiten Einsatz. Immens wichtig waren auch schnelle Reaktionszeiten in Bezug auf Änderungswünsche sowie die Bereitstellung neuer Schnittstellen. Nicht immer ist dies bei den Managementsystem-Herstellern so selbstverständlich wie bei Advancis." Heinz Schwarzmann (Lösungsmanagement): „Skalierbarkeit, Redundanz und hohe Verfügbarkeit haben für uns einen großen Stellenwert. Durch den Lokations- und Interface-Server sind verteilte Systeme möglich, die über das große Advancis-Schnittstellen-Portfolio problemlos vernetzt werden können."
Business Partner
Advancis Software & Services GmbH - ArchivMonzastr. 1
63225 Langen
Deutschland
Meist gelesen

Schlüsseltransfer 2.0: Wenn Maschinen nur mit dem richtigen Schlüssel starten
Dold vereint Sicherheitsschalter, Zuhaltungen, Schlüsseltransfer und Befehlsfunktionen mit dem Safemaster STS in einem System, das auch der neuen EN ISO Norm 14119 entspricht.

VfS-Fachtagung: Sicherheit in der JVA XVI
Am 3. und 4. Dezember 2024 fand die 16. VfS-Fachtagung „Sicherheit in der JVA“ in Nürnberg statt. Im Fokus standen Themen wie Resilienzmanagement, Drohnenschutz sowie moderne Bau- und Sicherheitskonzepte.

Stärker in der Gruppe – Interview mit Freihoff-Geschäftsführer Frank Pokropp
Die Freihoff Gruppe deckt ein weites Lösungsspektrum ab – von der Einbruchserkennung und Videoüberwachung über Brandmeldesysteme und Perimeterschutz bis zur Zutrittskontrolle und Sprachalarmsystemen.

Arbeitsschutz & Ex-Schutz: Die Sieger der Kategorie B beim GIT SICHERHEIT AWARD 2025
Die Branche lebt - und ist innovativ wie nie. Erneut haben Userinnen, Leser, Marktteilnehmerinnen und "Fans" bestimmter Produkte und Lösungen ihre Wahl getroffen, die Sieger stehen seit kurzer Zeit fest und können jetzt ausgiebig bestaunt und gefeiert werden. Lesen Sie hier, wer warum einen GIT SICHERHEIT AWARD 2025 in der Kategorie Arbeitsschutz & Ex-Schutz gewinnt.

KI-Sicherheitsscanner für Gefängniskontrollen
Der R&S QPS201 (Quick Personnel Scanner) von Rohde & Schwarz wird weltweit bei Sicherheitskontrollen in Flughäfen, Industrieanlagen, Militäreinrichtungen und anderen kritischen Infrastrukturen (KRITIS) eingesetzt.