22.08.2023 • TopstoryAutomobilindustrieWasserstoff

BVSW Tech4Future: Sicherheit und Innovation im Automotive-Bereich

Von neuen Antriebstechnologien bis hin zur Digitalisierung – zahlreiche Innovationen revolutionieren derzeit die Automobilbranche. Welche Auswirkungen diese technischen Neuerungen auf die Sicherheit haben, zeigte der Tech4Future-Event des Bayerischen Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) am 20. Juli 2023. Veranstaltungsort war die Trainingsakademie der BMW Group in Unterschleißheim.

Von links nach rechts: Dr. Viktor Zeitter, Leiter Vertrieb an Direkt- und...
Von links nach rechts: Dr. Viktor Zeitter, Leiter Vertrieb an Direkt- und Sonderkunden der BMW Group; Caroline Eder, BVSW Geschäftsführerin; Johannes Strümpfel, Vorstandsvorsitzender des BVSW. © BMW Group

„Autos werden auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Mobilität spielen und insbesondere im Sicherheitsbereich bleiben sie unverzichtbar“, sagt BVSW-Geschäftsführerin Caroline Eder. „Für den BVSW war das der Anlass, die vielen Innovationen rund um das Automobil einmal aus dem Blickwinkel der Sicherheit zu betrachten. Das große Interesse an unserem diesjährigen Tech4Future-Event hat gezeigt, wie wichtig dieses Thema für unsere Mitglieder ist.“

Dr. Viktor Zeitter, Leiter Vertrieb an Direkt- und Sonderkunden der BMW Group, Johannes Strümpfel, Vorstandsvorsitzender des BVSW und Caroline Eder begrüßten rund 60 Teilnehmer, die sich zu der exklusiven Veranstaltung in der BMW Group Trainingsakademie in Unterschleißheim eingefunden hatten.


Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft

Der erste Vortrag des Tages befasste sich mit alternativen Antriebsmethoden – angesichts des Klimawandels eine der größten Herausforderungen für den Automobilsektor. Thomas Hofmann von der BMW Group erklärte, warum Wasserstoff, produziert aus erneuerbaren Energien, als einer der vielversprechendsten Kraftstoffe der Zukunft angesehen wird. So ermögliche er eine umweltfreundliche individuelle Mobilität, ohne dabei Abstriche bei der Praxistauglichkeit machen zu müssen.

Wie ein Wasserstoff-Auto aufgebaut ist, erklärte Hofmann am Beispiel des BMW iX5 Hydrogen, der aktuell in einer Pilotflotte getestet wird. Fragen von den Sicherheitsexperten gab es im Anschluss an den Vortrag zu der Sicherheit der Wasserstofftanks, in denen ein Druck von immerhin 700 bar herrscht. Mittlerweile, so versicherte Hofmann, seien die Tanks technisch so weit entwickelt, dass selbst bei einem Unfall keine Gefahr von ihnen ausgehe.


Resiliente Energiesysteme schaffen

Wasserstoff spielte auch beim zweiten Vortrag eine wichtige Rolle, wenn auch unter einem anderen Aspekt: Prof. Dr. Christian Trapp, Professor für Fahrzeugantriebe und Leiter des Munich Mobility Research Campus an der Universität der Bundeswehr, präsentierte seine Forschungsarbeiten zu resilienten Energiesystemen. Diese Forschungen sollen dazu beitragen, die Energieversorgung in Deutschland klimaneutral und unabhängig zu gestalten.

Wasserstoff, so Dr. Trapp, biete hier eine gute Möglichkeit, Energie aus den erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne zu speichern, um sogenannte „Dunkelflauten“ zu überbrücken – jene Phasen, in denen weder die Sonne scheint und noch Wind weht. In Bezug auf die Mobilität setze allerdings die Tankstelleninfrastruktur innerhalb Europas der Technik noch Limits. So gebe es in Italien beispielsweise bislang nur eine einzige Wasserstofftankstelle in Bozen. Ein Ausbau der Infrastruktur werde aber seitens der EU forciert.


Streifenwagen als digitaler Arbeitsplatz

Für die Polizei bleibt das Auto das Mittel der Wahl, um möglichst schnell zum Einsatzort zu gelangen und wie alle modernen Autos, sind auch Streifenwagen zunehmend vernetzt. Die Sicherheitsbehörden profitieren dabei von der Digitalisierung, wie Andreas Ponath und Johannes Stadelbauer von der Polizei Mittelfranken in ihrem Beitrag zeigten. Sie präsentierten das neue „Infotainment-System Polizei“, kurz ISP, das Einsatzkräfte noch schneller zum Einsatzort leiten soll. Das neue Bedienelement vereint mehrere Funktionen auf einer einheitlichen Display-Oberfläche und sorgt damit für eine Verknüpfung von Lagezentrum, Digitalfunk und Navigation.

Entwickelt wurde das ISP in einer Kooperation zwischen der Polizei in Bayern und der in Sachsen. Wie das Bedienelement funktioniert, konnten die Teilnehmer des BVSW Tech4Future Events in einem Streifenwagen begutachten, der extra für diesen Zweck mit auf das Trainingsgelände gebracht wurde.


Schutzfahrzeuge für höchste Ansprüche

Nicht nur die Sicherheitsanforderungen für die Polizei nehmen zu, sondern auch für Sonderschutzfahrzeuge. Welchen Normen sie aktuell entsprechen müssen und wie aufwendig der Entwicklungs- und Herstellungsprozess für diese Autos ist, zeigte Dr. Daniel Huber, Entwicklungsingenieur für Sonderschutzfahrzeuge bei der BMW Group. Zum Sicherheitskonzept gehören Leichtigkeit und Diskretion ebenso wie der Schutz vor Angriffen mit Schusswaffen oder Sprengstoffen. Dass die Entwickler von BMW den schwierigen Spagat zwischen diesen Anforderungen zu meistern wissen, sahen die Gäste zum Abschluss der Veranstaltung: Als besonderes Highlight präsentierte Harald Scheffel von der BMW Group ein BMW-Sonderschutzfahrzeug. Auch hier hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, einmal in einem so besonderen Fahrzeug Platz zu nehmen.

Insgesamt hat der Tech4Future Event die Erwartungen übertroffen. „Die Teilnehmer waren nicht nur von den fachlich hervorragenden Vorträgen begeistert, sondern haben auch die Gelegenheit genutzt, sich mit den Experten und den anderen Teilnehmern auszutauschen und zu vernetzen“, so Caroline Eder. „Wir freuen uns schon darauf, die nächste Tech4Future-Veranstaltung zu planen.“ 

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BVSW Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft e.V.

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