08.07.2024 • Topstory

Eine echte Schutzkuppel: Wie man kritische Infrastrukturen effizient schützt

Neue Technologien, hybride Bedrohungslagen, verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen: Wer kritische Infrastrukturen absichern will, muss all diese Punkte beachten und Sicherheit als ganzheitliches Unterfangen betrachten, das einen fortlaufenden Prozess darstellt. „Dome Security“ von Securiton Deutschland bietet einen entsprechenden ganzheitlichen Sicherheitsansatz.

Grafik für das Konzept Dome Security zeigt die Annimation eines...
Mit ‚Dome Security‘ wird eine Art Schutzschirm über eine Liegenschaft gespannt und eine dreidimensionale Lösung für den umfassenden Objekt- und Perimeterschutz geschaffen.
© Securiton Deutschland

In den letzten zehn Jahren hat sich ein deutlicher Trend in der Sicherheitstechnologie abgezeichnet: „Die Sicherheit geht mehr in Richtung der Grundstücksgrenzen“ attestiert Thomas Hermes, Leiter des Geschäftsfelds Energie bei Securiton Deutschland. Während früher der Fokus auf Einbruchmeldetechnik und Zutrittskontrollen an Gebäuden lag, rückt heute die Perimetersicherung in den Vordergrund. Diese Entwicklung spiegelt sich nicht nur in der Erweiterung der Sicherheitskonzepte wider, sondern auch in der Veränderung der Branchen, die solche Systeme einsetzen. Zudem hat sich der Begriff der kritischen Infrastruktur ausgeweitet und umfasst nun eine Vielzahl von Bereichen, von Abwasserbetrieben über Telekommunikationsanbieter bis hin zu militärischen Einrichtungen.

RCE und NIS2: der Weg zum ganzheitlichen Sicherheitsansatz

Die Anpassung an diese neuen Herausforderungen wird auch durch gesetzliche Vorgaben auf europäischer Ebene wie die RCE- und die NIS2-Richtlinie vorangetrieben. Diese Richtlinien, die bis 17. Oktober 2024 in nationales Recht umgesetzt werden müssen, definieren klare Anforderungen an den Schutz der Infrastrukturen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Sie betreffen eine breite Palette von Branchen und legen fest, dass Sicherheitssysteme nicht nur IT-Sicherheit bieten, sondern auch physischen Schutz gewährleisten müssen. Dies bedeutet, dass Unternehmen nicht nur ihre IT-Infrastruktur schützen, sondern auch physische Sicherheitsmaßnahmen wie Perimeter-Überwachungssysteme implementieren müssen, die wiederum selbst IT-sicher sind.

Die Richtlinien und der Perimeterschutz stehen in direkter Verbindung zueinander. Die Richtlinien adressieren hybride Bedrohungen, die sowohl digitale als auch physische Aspekte umfassen. So reicht es zukünftig nicht mehr aus, klassische Einbruchmeldeanlagen zu installieren; vielmehr müssen Unternehmen ihre Sicherheitskonzepte erweitern, um Risiken umfassend zu bewerten und angepasste Schutzziele zu erreichen. „Schätzungen zufolge könnten über 20.000 Unternehmen, die kritische Infrastrukturen betreiben oder Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten, von der Umsetzung der NIS2- und RCE-Richtlinie betroffen sein“, unterstreicht Michael Harter, Strategischer Vertrieb für Objekt- und Perimeterschutz bei Securiton Deutschland.

Die Diskussion um IT-Sicherheit und Perimeterschutz zeigt, dass Unternehmen ihre eigenen Systeme mit vorhandenen IT-Sicherheitsmitteln schützen müssen, ein Ansatz, der als “Security by Design” bekannt ist. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass Unternehmen genau wissen, welche IT- Endgeräte sie einsetzen, um diese effektiv schützen zu können. Sicherheit ist hier ein Prozess, der aktiv gelebt werden muss und umfasst das kontinuierliche Monitoring von IT-Komponenten auf Verwundbarkeiten, Firmware-Updates und Bugfixes.

Insgesamt verdeutlichen die beiden Richtlinien die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes für die Sicherheit, der sowohl digitale als auch physische Schutzmaßnahmen integriert und Unternehmen dazu anhält, proaktiv zu handeln, um ihre Systeme und Infrastrukturen zu sichern.

Schutz von Objekten und Liegenschaften: Flugobjekte erkennen, identifizieren und übernehmen

Sicherheitsarbeiter sitzt in einer Leitstelle zur Drohnenabwehr und überwacht den Luftraum
Mit Drohnensicherheit die Bedrohungen aus der Luft erkennen, lokalisieren und identifizieren – und zwar schon wenn die Fernbedienung für eine Drohne in weiter Entfernung aktiviert wird.
© Securiton Deutschland

„Die Bedeutung ganzheitlicher Sicherheitsmaßnahmen wächst stetig, da wir uns in einer Bedrohungslage befinden, in der nicht mehr nur einzelne Täter, sondern ganze Organisationen versuchen, in Systeme einzudringen“ so Thomas Hermes. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig selbst der Zugang zu Schutzmasken für die Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Prozesse sein kann. Die RCE-Richtlinie fordert Unternehmen daher auf, ihre eigene Verwundbarkeit zu analysieren und entsprechende Schutzmaßnahmen für große Objekte zu ergreifen.

Hier kommt aus Sicht von Securiton der Begriff “Dome Security” zum Tragen. Er bezeichnet den umfassenden Schutz eines Objektes oder einer Liegenschaft. Standen früher bei Securiton klassischer Perimeter- und Objektschutz mit Videoanalyse zur Bodensicherung im Zentrum der angebotenen Lösungen, geht es nun zunehmend ergänzend auch um Bedrohungen aus der Luft, namentlich von Drohnen bzw. sogenannten UAVs (Unmanned Aerial Vehicles). Besonders gut lässt sich dies am Beispiel von Justizvollzugsanstalten illustrieren. Ging es früher im wesentlich darum, Ausbruchsversuche zu detektieren bzw. zu verhindern, stellen nun Drohnen ein immer größeres Problem dar. Sie können unbemerkt Waffen, Betäubungsmittel, Bargeld oder Mobiltelefone in Gefängnisse schmuggeln. Ein effektives Sicherheitssystem muss daher in der Lage sein, solche Flugobjekte zu erkennen, zu identifizieren und gegebenenfalls zu übernehmen und sicher zu landen. 

Dome Security geht daher über den traditionellen Perimeterschutz hinaus, indem es auch den bodennahen Luftraum überwacht und somit eine Art Schutzkuppel über das Objekt legt. Dieser Ansatz integriert die dritte Dimension in die Sicherheitstechnik und unterscheidet sich damit grundlegend von klassischen Systemen. 

Ein masierkter Einbrecher versucht in einen Logistikkomplex einzudringen und...
Mittels intelligenter Videosicherheitssysteme werden Eindringlinge zuverlässig erkannt und auf dem Areal über mehrere Kameras hinweg verfolgt.
© Securiton Deutschland

Dynamischer Prozess: Workshops von Securiton für maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte

Der Begriff „Resilienz“ ist in der Sicherheitstechnik allgegenwärtig und bezieht sich auf die Widerstandsfähigkeit von Systemen gegenüber verschiedensten Gefahren. Dabei ist Resilienz jedoch kein statischer Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. „Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Informationsübertragung über zwei Kabel, die sich im selben Kabelgraben befinden. Die Resilienz ist in diesem Fall nur so gut, wie an dieser Stelle keine Bautätigkeiten stattfinden,“ wie Thomas Hermes klarstellt. Absolute Sicherheit ist nicht erreichbar. Auch ein Allgefahrenansatz birgt Restrisiken, die es zu bewerten gilt. In dem genannten Beispiel ist zu entscheiden, ob eine weitere Resilienz durch eine redundante Ausführung der Kabelverlegung über getrennte Kabelwege erreicht werden kann und soll.

Entsprechend wichtig ist, z. B. mit den Betreibern von kritischen Infrastrukturen in einen Dialog zu treten. „Für Unternehmen bieten wir deshalb Live-Präsentationen an, um zu demonstrieren, wie auf Gefahren reagiert werden kann. Diese Präsentationen können sowohl vor Ort als auch über Videokonferenzen stattfinden. Wir bieten auch die Möglichkeit, Pilotanlagen zu besichtigen, um die Funktionsweise unserer Sicherheitssysteme zu veranschaulichen“, erklärt Thomas Hermes weiter. Die Erstellung eines ganzheitlichen Schutzkonzepts erfolgt bei Securiton Deutschland also in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort. In Workshops werden Fähigkeitslücken identifiziert und Risiken bewertet, um maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte zu entwickeln. 

Unternehmen werden jedoch nicht nur aus gesetzlichen Gründen, sondern auch aus eigenem wirtschaftlichen Interesse vermehrt in ihre Sicherheit investieren. Die Vergangenheit zeigt, dass sich dies letztendlich auszahlt – um so mehr in der aktuellen Bedrohungslage.

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