Feuerfest gebunkert - Brandschutz für das Bremer Rechenzentrum ColocationIX

Als während des Zweiten Weltkriegs 500 britische Bomber in der Nacht des 19. August 1944 mehr als 120.000 Bomben auf das Bremer Stadtgebiet abwarfen, blieb vom Bremer Westend nicht mehr viel übrig

Als während des Zweiten Weltkriegs 500 britische Bomber in der Nacht des 19. August 1944 mehr als 120.000 Bomben auf das Bremer Stadtgebiet abwarfen, blieb vom Bremer Westend nicht mehr viel übrig. Einzig der sogenannte Zwingli-Hochbunker trotzt dem mehrere Stunden andauernden Feuersturm und ermöglicht so rund 2.000 Menschen das Überleben. Heute, 75 Jahre später, beherbergt der Bunker eines der sichersten Rechenzentren Europas.

Wer sich dem historischen Hochbunker mit seinen zwei Meter dicken, massiven Außenwänden aus Stahlbeton und den fünf Meter tief in die Erde reichenden Fundamenten nähert, erahnt von außen noch nicht, was sich hinter dieser gewaltigen Hülle verbirgt. Über fünf Etagen erstreckt sich das Rechenzentrum ColocationIX auf einer Fläche von mehr als 2.500 Quadratmetern. Mehr als 500 Racks können hier einmal Platz für insgesamt rund 60.000 Server von Kunden aus den unterschiedlichsten Bereichen von Logistik und eCommerce über Banken und Versicherungen bis hin zu Unternehmen im Maschinenbau sowie IT-Dienstleister bieten.

Diesen Unternehmen dient ColocationIX beispielsweise als Backup-Rechenzentrum oder zum hochsicheren Betrieb ihrer (Private) Cloud Services. Via Glasfaser ist das Rechenzentrum direkt und bei geringsten Latenzzeiten mit den größten Internet-Exchanges DECIX, AMSIX und LINX sowie mit weiteren wichtigen Internet-Exchanges in Europa und direkt nach China verbunden. Diese direkten Wege erlauben es, Anwendungen in Höchstleistung global zu betreiben.

Brandschutz der höchsten ­Sicherheitsklasse
Baulich bedingt bietet der ehemalige Bunker eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen jegliche physische Einwirkung von außen: ganz gleich ob Explosion oder Flugzeugabsturz, Blitzeinschläge, elektromagnetische Impulse oder elektrostatische Entladungen. Die dicken, fensterlosen Mauern schützen die kritischen Infrastrukturen und digitalen Werte im Inneren wirkungsvoll gegen äußere Einflüsse. Der Zutritt wird dabei über Schleusen zur Vereinzelung sowie verschiedenste Kontrollsysteme inklusive Irisscanner reglementiert.

Der Brandschutz bei ColocationIX entspricht der höchsten Sicherheitsklasse 4 der neuen DIN EN 50600 zur Errichtung von Rechenzentren. Alle Serverräume sowie Technikräume sind mit einer aktiven Brandvermeidung mittels Sauerstoffreduktion ausgestattet. Eine Oxyreduct-Anlage reduziert mittels kontrollierter Stickstoffzufuhr die Sauerstoffkonzentration in den Schutzbereichen auf das für Rechenzentren definierte Schutzniveau. Eine Brandentwicklung ist somit nicht mehr möglich – ein enormer Vorteil für den Rechenzentrumsbetreiber und seine Kunden und das primäre Anliegen des Brandschutzexperten Wagner, denn die Sicherheit der Kunden und ihrer Werte und Prozesse genießt bei der Planung der individuellen Brandschutzlösungen oberste Priorität.

Als Bestandteil der aktiven Brandvermeidung wurden alle Bereiche mit Titanus Microsens-Ansaugrauchmeldern zur Brandfrühesterkennung ausgestattet. Die Ansaugrauchmelder sind hochsensibel und dabei täuschungsalarmsicher. Bei einem Brandereignis reichen bereits zwei Gramm stoffliche Umsetzung in 180 Sekunden für eine erfolgreiche Detektion aus. So kann beispielsweise ein Kabelschwelbrand bereits erkannt werden, lange bevor ein offenes Feuer entsteht.

Dank der aktiven Brandvermeidung und frühestmöglichen Branddetektion kann auf eine sofortige Energieabschaltung verzichtet werden, um den Betrieb des Rechenzentrums möglichst lange aufrecht zu halten. Trotz Sauerstoffreduzierung bleiben alle Bereiche weiterhin durch autorisiertes Personal begehbar.

Von der Unbedenklichkeit der sauerstoffreduzierten Atmosphäre überzeugte sich Andres Dickehut, Gesellschafter von ColocationIX, im Vorfeld im Selbstversuch. Bevor die finale Entscheidung für das Oxyreduct-System fiel, besuchte er am Wagner-Stammsitz in Langenhagen einen entsprechenden Demonstrationsraum. Die abgesenkte Sauerstoffkonzentration ist für einen gesunden Menschen unmerklich und gänzlich ungefährlich – der Versuch, ein Feuerzeug zu entzünden, blieb jedoch erfolglos.

Einfache Erweiterung durch modulare Bauweise
Derzeit beherbergt eine der fünf Etagen des Hochbunkers die Server der ColocationIX-Kunden. Die verbleibenden Etagen folgen in weiteren Ausbaustufen. Das Brandschutzsystem wurde von Beginn an modular geplant, alle nötigen Rohrsysteme für die Branddetektion und die Sauerstoffreduzierung in den entsprechenden Bereichen installiert. Sobald weitere Etagen in Betrieb gehen, können diese problemlos an die bestehenden Brandschutzsysteme angeschlossen werden.

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