Sick AG: Was ist eigentlich... ... SENSORLOSES MUTING?
Magnus Utz, Strategic Product Manager, erklärt, was Sick unter sensorlosem Muting versteht


Unter Muting versteht man das sichere, automatische und vorübergehende Überbrücken einer Schutzeinrichtung. Dabei wird beispielsweise eine Lichtschranke oder ein Laserscanner stumm geschalten, damit Material oder Menschen einen Bereich passieren können, der tendenziell gefährlich ist. Für das herkömmliche Muting werden Sensoren verwendet, die den Mutingzyklus steuern. Sick hat das Muting neu gedacht. Magnus Utz erklärt, wie sensorloses Muting mehr Flexibilität und Effizienz bringt.
Das Sicherheitssystem Safe Entry Exit von Sick ist die TÜV-zertifizierte Alternative zum klassischen Muting: Es ermöglicht eine sichere Unterscheidung von Mensch und Material ohne zusätzliche Muting-Sensorik. Lediglich ein Signal aus der Prozesssteuerung ist erforderlich. Sobald das Transportgut die Schutzeinrichtung passiert hat, ist diese sofort wieder einsatzbereit, um Menschen vor Gefahren zu schützen. Je nach Bedarf lässt sich jede berührungslos wirkende Schutzeinrichtung (BWS) Typ 4 mit der Software für die Sicherheitssteuerung Flexi Soft von Sick oder für Siemens-S7-Steuerungen kombinieren. Dabei wertet die jeweilige Steuerung mehrere Materialpassagen aus und stellt die relevanten Diagnosedaten für Industrie-4.0-Applikationen bereit.
Zertifizierter Softwarebaustein
Mit dem Einsatz des Sicherheitssystems Safe Entry Exit gewinnen Unternehmen mehr Flexibilität. Ohne zusätzliche Muting-Sensorik gelingt neben der sicheren Unterscheidung von Mensch und Material die Entschärfung der Platzproblematik im engen Anlagenlayout durch Software statt Sensorik. Die aufwendige Montage, Ausrichtung und das Einlesen der Muting-Sensoren wird durch das neue System erspart.
Sensorloses Muting mit der Safe Entry Exit-Lösung kann u. a. in einer automatisierten Zentralpalettierung eingesetzt werden und sorgt dort für die sichere Mensch-Maschine-Kollaboration. Dabei wird ein bereits vorhandenes, nicht einfach zu manipulierendes Prozess-Signal für die Initiierung der Muting-Funktion genutzt. Sobald das Transportgut die Schutzeinrichtung passiert hat, ist diese sofort wieder einsatzbereit, um Menschen vor Gefahren zu schützen. Gleichzeitig wertet die Steuerung mehrere Materialpassagen aus und stellt die relevanten Diagnosedaten für weitere Industrie-4.0-Applikationen bereit.
Das Sicherheitskonzept funktioniert ohne die üblichen Muting-Sensoren. Dabei sparen Anwender nicht nur Kosten ein, sondern auch Zeit durch den Wegfall der mechanischen Montage. Denn die Verkabelung und Justierung kann für die Inbetriebnehmer auf der Baustelle zum Problem werden, wenn es in der Praxis doch mal komplizierter wird, als in der Theorie gedacht.
Darüber hinaus spart man mit dieser Lösung aus Steuerungssicht zusätzlich binäre Eingänge und somit weitere Kosten: Dies bedeutet bei Kreuz-Muting eine Ersparnis von zwei, und bei sequenziellem Muting von vier sicheren Eingängen.
Je kompakter, desto besser
Bei der Projektierung umfangreicher Produktions- und Distributionszentren legen Planer ihr Augenmerk auf ein möglichst kompaktes Layout. Nicht selten fehlt dann der notwendige Platz für die Sicherheitstechnik. Jeder halbe Meter, der für zusätzliche Lichtschranken benötigt wird, ist heiß umkämpft. Für Muting-Sensoren brauchen Kunden theoretisch im Ein- und Auslauf zusätzlich jeweils einen halben Meter. Bei etwa zehn Produktionslinien und damit zehn Palettier-Maschinen nebeneinander im Hallenlayout verzehnfacht sich der Bedarf an Förderstrecken.
Sicherheitszertifikat reduziert Dokumentationsaufwand
Angesichts dieser Dimensionen fallen auch Zeit- und Kostenersparnis bei der Dokumentation und Validierung ins Gewicht. Der Funktionsbaustein für die sichere Siemens S7-Steuerung bietet eine TÜV-zertifizierte Alternative zu klassischen Muting-Lösungen bis SILCL3 und PL e. Wir können so mit einer zertifizierten Systemlösung bei der Gesamtanlagenvalidierung effizient unterstützen.
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