Kamerasysteme für das Alsancak Stadion in Izmir
Wie die meisten Stadien weltweit leidet auch das „Alsancak Mustafa Denizli Stadion“ unter Vandalismus und Ausschreitungen einzelner Fans. Um Täter besser identifizieren und verfolgen zu können und dadurch den finanziellen und immateriellen Schaden zu verringern, entschied sich der Betreiber für eine Videosicherheitslösung von Dallmeier.




Das nach dem ehemaligen türkischen Fußballspieler und heutigen Trainer Mustafa Denizli benannte Mehrzweckstadion dient vor allem der Austragung von Fußballspielen. Mit über 15.000 Plätzen gehört es zu den mittelgroßen Stadien in der Türkei. Ursprünglich 1929 gebaut, wurde es 2015 abgerissen und nach dem Neuaufbau im November 2021 wiedereröffnet.
Weniger Zuschauer wegen Ausschreitungen
In der Türkei ist der Eigentümer der Stadien meist das Sportministerium, das die Nutzungsrechte dann an einen Betreiber übergibt. Im Fall des Alsancak Stadions ist das „Altay Izmir“, ein Fußballverein in Izmir, der derzeit in der ersten türkischen Profiliga spielt.
Der Verein hatte, wie so viele andere Fußballstadien, seine liebe Not mit wiederholten Vorfällen und Gefährdungen von Zuschauern und Spielern. Dazu zählen Beleidigungen bis hin zum Werfen von Gegenständen auf das Spielfeld. Neben dem immateriellen Schaden für das Image waren die Konsequenzen schmerzhaft: von klassischen Strafzahlungen bis hin zur Sperrung eines kompletten Zuschauerblocks – ein Verlust von 1.000 bis 2.000 Zuschauern pro Heimspiel, und das regelmäßig.
Wie definiert sich Bildqualität?
Unter diesen Voraussetzungen suchten die Betreiber nach einer Lösung, die es erlaubt, potenzielle Täter zuverlässig zu erkennen und zu verfolgen. Als Kriterium für die Bildqualität wurde dabei in der Ausschreibung eine minimale Auflösungsdichte von 144 Pixel pro Meter (px/m) festgelegt, die auch gesetzlich vorgeschrieben ist. Das bedeutet, dass mindestens 144 Pixel im Kamerabild vorhanden sein müssen, um jeden Meter auf der Tribüne abzubilden. Dieser Wert liegt damit zwischen den in der DIN EN 62676-4 Norm festgelegten Qualitäten „Erkennen“ (125 px/m) und „Identifizieren“ (250 px/m).
Nur zehn Kameras für die Tribünenüberwachung
Um die am besten geeignete Lösung für das Alsancak Stadion zu finden, beschloss das Sportministerium, verschiedene Hersteller zu einem Vergleichstest einzuladen. Nachdem die Proofs of Concept (PoCs) mehrerer Unternehmen vorlagen, entschied sich der Eigentümer für eine Lösung des deutschen Herstellers Dallmeier electronic. Neben rund 140 Single-Sensor-Kameras für Korridore, Außenbereiche und Eingänge sind für die besonders kritische Tribünenüberwachung lediglich zehn „Panomera“-Multifocal-Sensorsysteme erforderlich.
Dass nur so wenige Kamerasysteme für die Tribünenüberwachung nötig sind, liegt an der patentierten Multifocal-Sensortechnologie: Die Panomera-Kameras kombinieren die Bilder von bis zu sieben Detail- und einem Übersichtssensor in einem einzigen Kamerasystem. Damit erhält der Anwender ein hochauflösendes Gesamtbild des kompletten zu überwachenden Bereichs, das wie ein Einzelbild einer riesigen Umgebung wirkt. In diesem Gesamtbild können Systembediener nun eine beliebige Anzahl an Detailansichten gleichzeitig öffnen, wobei die Gesamtszene stets hochauflösend erhalten bleibt – auch in der Aufzeichnung, die für eine mögliche Strafverfolgung essenziell ist. Dies ermöglicht einen optimalen Lageüberblick und stellt gleichzeitig sicher, dass sämtliche Vorgänge live, hochauflösend und detailliert verfolgt werden können. Im Alsancak Stadion stehen nun dank der Technologie flächendeckend sogar mindestens 200 px/m statt der geforderten 144 px/m zur Verfügung, 39 Prozent mehr als ursprünglich gefordert.
Keine Überraschungen
Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnten die Stadiontechniker nicht zum Dallmeier-Unternehmenssitz nach Regensburg reisen, um das System abzunehmen und an Präsenztrainings teilzunehmen. Deshalb fand der sogenannte Factory Acceptance Test (FAT) online statt. Dabei wurde das gesamte System im FAT-Centre in Regensburg aufgebaut, konfiguriert und remote abgenommen. Die Schulung der Techniker und Bediener erfolgte durch die Experten von Dallmeier Türkiye vor Ort.
Serkan Atalar, CEO von Systemintegrator Resa Construction Electromechanical, ist begeistert: „Dallmeiers aufrichtige und kooperative Herangehensweise sowie die High-tech-Produkte und der After-Sales-Support, den sie angeboten haben, waren sehr beeindruckend. Wir bedanken uns bei Dallmeier Türkiye für die tolle Zusammenarbeit.“
„Der Kunde ist mit den Panomera-Systemen sehr zufrieden. Der Nutzen entspricht der Kombination aus einer leistungsfähigen Megapixelkamera mit beliebig vielen, hochauflösenden ‚virtuellen‘ PTZ-Kameras. Gleichzeitig reduzieren die Systeme die Gesamtbetriebskosten für Infrastruktur, Kabel, Masten, Bildschirmarbeitsplätze, usw.“, resümiert Serkan Atalar. „Für den Betrieb reichen drei Systembediener mit jeweils nur einem Monitor. Dazu gibt es je eine weitere Workstation für die Polizei und das Management. Durch die Lösung hat das Alsancak Stadion die Sicherheitslage im Stadium jederzeit zu 100 Prozent im Griff, kann sofort reagieren und Täter zuverlässig verfolgen – dies alles zu geringen Gesamtbetriebskosten und mit minimalem Personalaufwand aufgrund der einmaligen Multifocal-Sensortechnologie.“


Meist gelesen

Partner des Fachhandels – Ein Gespräch mit Jürgen Hövelmann von EPS-Vertrieb
Sicherheitslösungen mit Tradition & Innovation: EPS-Vertrieb stellt das Ajax Fire-System vor

VDMA-Einheitsblatt 24994: Lithium-Ionen-Batterien im Fokus
VDMA 24994 Anforderungen und Prüfverfahren für Lithium-Ionen-Schränke im Interview mit Priorit erläutert

Lithium-Ionen Energiespeicher: Abwehrender und vorbeugender Brandschutz
Lithium-Ionen-Technologie: Hohe Energiedichte, vielseitig einsetzbar, aber auch Risiken im Brandschutz beachten

Euro Defence Expo und NATO JAPCC parallel zur Security Essen 2026
Vom 22. bis 25. September 2026 wird die Euro Defence Expo (Eudex) ihre Premiere in der Messe Essen begehen – gleichzeitig mit der jährlichen Konferenz des NATO Joint Air Power Competence Centre sowie der Security Essen.

VIP-Interview: Dr. Alexandra Forster, Konzernsicherheit Bayer
GIT SICHERHEIT im Interview mit Dr. Alexandra Forster, Leiterin Konzernsicherheit bei der Bayer AG.