Smarte Laternen: Aus Straßenbeleuchtung wird intelligente Smart-City-Lösung
Die Straßenbeleuchtung geschickt zur Energieversorgung von Videoüberwachungssystemen nutzen. Dabei kann die in einem Li-Ion-Akku gespeicherte Energie aus der Nacht tagsüber zur Stromversorgung von Kameras und anderen vernetzten IP-Objekten genutzt werden. Veränderungen im Straßengeschehen wie Staubildung, Verstöße oder Unfälle lassen sich so direkt erkennen und bieten die Möglichkeit eines raschen Eingreifens.

Seit 1882 erhellen Straßenlaternen nachts unsere städtische Welt – seitdem gibt es in Deutschland nämlich diese dauerhaft funktionierende, elektrisch betriebene Form der Straßenbeleuchtung. Dabei kann sie noch viel mehr, als nur leuchten.
Im Jahr 2008 hat Slat das Produkt EPVideo (EPV) erstmals vorgestellt – auf der Pariser „Expoprotection“, Frankreichs größter Sicherheitsmesse. Es ging darum, eine ununterbrochene Videoüberwachung rund um die Uhr bei zeitweilig aussetzendem Netz und bei elektromagnetischen Störungen aufrecht zu erhalten. Dem lag die Idee zugrunde, die vorhandene Straßenbeleuchtungsinfrastruktur zu nutzen, indem die nachts während der Beleuchtungsphase abgegebene Energie in einem leistungsstarken Li-Ion-Akku (zehn Jahre wartungsfrei) gespeichert wird, um tagsüber die angeschlossenen Geräte wie Kameras, Router und Antennen zu versorgen und das aufgezeichnete Material gesichert über Webserver und offene Kommunikationsprotokolle an die Leitstelle weiterzugeben.
Seitdem sind mehrere Generationen des EPV-Outdoor-Gehäuses in Frankreich installiert worden, und inzwischen ist die Lösung auch auf dem deutschen Markt angekommen. Denn hier wie da gilt: Wenn kein Dauerstrom vorhanden ist und es zu nächtlichen Abschaltungen aufgrund von Sparmaßnahmen oder Lichtverschmutzung kommt, ist eine zuverlässige Energielösung gefragt. Noch dazu, wenn diese kaum Zeit- und Montagkosten beansprucht, da keine Baumaßnahmen in Form von Kabelschächten erforderlich sind und das Gehäuse ganz einfach mithilfe des Montagekits installiert wird.
Einsatzbereiche: Baustellen, Parkplätze und co.
Die Einsatzbereiche sind variabel, wobei es in vielen Fällen um die Überwachung des Verkehrs auf Werkstoffhöfen, Baustellen und Parkplätzen sowie dem Gelände von Logistikzentren geht. Oft befinden sich die Installationen an neuralgischen Punkten, etwa an vandalismus- und diebstahlgefährdeten Orten, großen Kreuzungen, in Schulnähe, an Ortseinfahrten etc. Wesentlich für den Erfolg der Lösung ist, dass die Aufzeichnungen dank geräteigener IP-Adresse direkt von der Leitzentrale aus lokalisiert, beobachtet und ausgewertet werden können, um ohne Verzögerung und Ortsbesuche erste Entscheidungen zu treffen. Nimmt man das Beispiel der Verkehrsüberwachung, so lassen sich Veränderungen im Straßengeschehen wie Staubildung, Verstöße oder Unfälle direkt erkennen und bieten die Möglichkeit eines raschen Eingreifens.
Seit 2023 ist das neue EPV4/5-Paket mit erweiterten Funktionen für Videoüberwachungsprojekte in der Smart City auf dem Markt. Das Herzstück bildet ein Layer 2 Switch mit 5 Ports (davon 2 HiPoE). Mehrere Objekte können jetzt vernetzt und bis zu 90 W PoE (insg. 240 W) versorgt werden. WLAN-Antennen lassen sich dank passivem PoE direkt anschließen, ebenso wie eine Fernverbindung mittels Glasfaseranschluss hergestellt werden kann. Alle Daten werden schnell und sicher an die Zentrale übermittelt. Dabei ermöglichen verschiedene Switching-Funktionen eine effiziente Steuerung der Videoströme durch Multicast-Verkehr. In dem neuen Smart-City-Paket sind auch Lösungen für spezielle Anforderungen vorgesehen. Hierzu gehören Projektstandorte mit intensiver Sonneneinstrahlung, niedrigen Außentemperaturen, die Vorgabe, längere Abschaltzeiten zu überbrücken oder Solarenergie im Hybridmodus mit einzubeziehen.
Autorin: Frauke Petzold


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