Was ist eigentlich…. … OPC UA?


Ulrich Bernhardt, von Schmersal erklärt die Bedeutung und Vorteile von OPC UA
Auf einen ganz kurzen Nenner gebracht: OPC UA wird schon sehr bald die „Weltsprache“ der industriellen Automation sein. Es handelt sich um einen Standard, den die OPC Foundation erarbeitet und beschreibt. In der Kommunikationshierarchie befindet sich OPC UA noch oberhalb von Industriebus-Systemen wie Profibus, Ethercat/IP und CANopen. Der Standard schafft eine durchgängige Kommunikationsplattform von den Maschinen im Feld bis zur Dokumentation jeder einzelnen Automatisie-rungskomponente. Das heißt zum Beispiel: Wenn an einer automatisier-ten Anlage ein Defekt auftritt, kann der Instandhalter – sofern die Anlage nach dem OPC UA-Standard dokumentiert ist – die Schaltpläne oder auch Bestelldaten jeder verwendeten Komponente aufrufen.
Was bedeutet das für die Maschinensicherheit?
„Schön und gut“, werden jetzt manche Leser denken, „aber die Maschinensicherheit nutzt ja eigene, d. h. sichere Kommunikationsstandards, und ein ´Safe OPC UA´ gibt es ja wohl noch nicht.“ Das ist richtig. Aber die Nutzung von OPC UA für betriebsmäßige, d. h. nicht sicherheitsge-richtete Daten, bringt ganz erhebliche Vorteile. Schmersal jetzt mit dem Konzept „SD 4.0“ erschließt.
Ein gutes Beispiel zur Veranschaulichung der Vorzüge von OPC UA bie-tet das Konzept „SD 4.0“ von Schmersal. Basis dieses Konzeptes ist der SD-Bus: ein Bussystem, über das elektronische Sicherheitssensoren und -schaltgeräte umfassende Status- und Diagnosedaten an eine über-geordnete Maschinensteuerung übertragen. Dazu gehören zum Beispiel die Anzahl von Schaltzyklen sowie Grenzbereichs- und Abstandswar-nungen. Außerdem können Sicherheitsschaltgeräte über das SD-Interface einzeln gesperrt, entsperrt und konfiguriert werden. Das hilft dem Anwender der Anlage, Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen und die Produktion zu optimieren. Außerdem vereinfacht sich die Instal-lation.
In der neuesten Ausbaustufe „SD 4.0“ öffnet sich der SD-Bus für die Kommunikation über OPC UA. Das bietet aus Sicht des Anlagenbetrei-bers weitere Vorteile. Zum Beispiel können künftig – dank OPC UA – um-fangreiche Datensätze aller Sicherheitssensoren von Schmersal ma-schinenlesbar und mit semantischer Beschreibung über das M2M-Kommunikationsprotokoll abgerufen werden – zum Beispiel Zustandsda-ten der Sicherheitsausgänge, sicherheitstechnische Kennwerte, Informa-tionen zur Lebensdauer der Sensoren, aber auch Bestellinformationen und Datenblätter.
Somit stellt OPC UA im Sinne von Industrie 4.0. einen „digitalen Zwilling“ der jeweiligen Anlage und auch der Sicherheitsschaltgeräte bereit. Aus diesen Gründen ist davon auszugehen, dass sich OPC UA auch bei der Übertragung betriebsmäßiger Daten von Sicherheitsschaltgeräten durchsetzen wir
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